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Rennanalyse GP Singapur 2012

Entscheidung erst in der Verlängerung

Sebastian Vettel GP Singapur 2012 Foto: Wolfgang Wilhelm 57 Bilder

Das Nachtrennen in Singapur wurde noch später entschieden als gewöhnlich. Bei den FIA-Kommissaren ging es in die Verlängerung. In der Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen des Nacht-Grand Prix und die anschließenden Urteile der Schiedsrichter.

23.09.2012 Tobias Grüner

Warum blieb Button im Finale chancenlos?

Jenson Button war zu Beginn des Rennens der schnellste Mann. In den ersten Runden hatte der Reifenflüsterer zunächst etwas abgewartet, um seine Reifen zu schonen. Während Sebastian Vettel schon in Runde zehn zum ersten Wechsel kommen musste, hielt sein McLaren-Konkurrent vier Runden länger durch. Der Vorteil der frischeren Reifen hätte sich bis zum Ende durchgezogen. Doch dann kam ihm das Safety-Car in die Quere.

Während der ersten Neutralisation gingen fast alle Piloten in Runde 33 an die Box, um nicht zu viel Zeit mit dem Wechsel zu verlieren. Damit herrschte wieder Waffengleichheit an der Reifenfront. Außerdem klagte Button mit den harten Reifen über eine schlechte Balance. Vettel wurde dagegen mit leichterem Auto immer schneller. Der Weltmeister gab am Ende richtig Gas, um nicht wie im Vorjahr in den Schlussrunden unter Druck von Button zu geraten.

Welchen Piloten kam die Safety-Car-Phase noch in die Quere?

Neben Button gab es noch vier größere Verlierer des Karthikeyan-Crashs. Mark Webber, Nico Hülkenberg und die beiden Sauber-Männer Kamui Kobayashi und Sergio Perez verbaute das Safety-Car die Chacne auf die vorderen Plätze. Perez und Hülkenberg waren auf den harten Reifen gestartet und in Runde 18 als letzte Piloten an die Box gegangen. Sie wechselten wieder auf harte Reifen, mussten also noch einmal die weiche Mischung abholen. Mit der hätten sie es aber nicht von Runde 33 bis zum Ende geschafft. Deshalb konnten sie nicht wie viele andere Piloten von einem Stopp während der Neutralisation profitieren.

Webber und Kobayashi waren wenige Runden vor der Safety-Car-Phase an die Box gegangen, um sich Supersoft-Reifen abzuholen. Sie setzten damit voll auf eine Dreistopp-Strategie. Alle Piloten die ihre Box beim zweiten Stopp mit der härteren Mischung verließen, konnten dank der langen Ruhephase hinter dem Mercedes SLS und dank des verkürzten Rennens mit zwei Stopps bis zum Ende durchfahren.

War die Strafe gegen Schumacher gerechtfertigt?

Die Rückversetzung von Michael Schumacher um zehn Startplätze in Suzuka nach seinem Crash mit Jean-Eric Vergne ist ungewöhnlich streng. Doch wie die Kommissare in ihrer Urteilsbegründung anführten, ist Schumi Wiederholungstäter. Bei seinem Auffahrunfall gegen Sergio Perez im Vorjahr ging er noch leer aus. Der Heck-Crash gegen Bruno Senna in Barcelona brachte bereits fünf Startplätze. Die Erhöhung auf zehn sind also die logische Folge um einen Lerneffekt zu erzwingen. Dass die Reifen nach der Safety-Car-Phase etwas an Druck verlieren würden, hätte der Routinier wissen müssen. Sein Renningenieur hätte ihn auch daran erinnern können.

Warum bekam Vettel keine Strafe?

Sebastian Vettel hatte in der Nachspielzeit bei den FIA-Kommissaren mehr Glück. Der Heppenheimer hatte beim Neustart nach der ersten Safety-Car-Phase abrupt abgebremst, wodurch ihm beinahe Jenson Button ins Heck gekracht wäre. Die McLaren-Fraktion forderte eine Strafe. In den Regeln steht, dass keine unvorhersehbaren Fahraktionen gestartet werden dürfen. Doch die Kommissare werteten den Bremstest nach Analyse der Daten als normales Manöver, um die Temperatur in die Räder zu bekommen. Ihrer Argumentation nach hätte Button damit rechnen müssen.

Ging die Strafe gegen Webber in Ordnung?

Auch Mark Webber wurde nach dem Rennen in das Verhörzimmer gebeten. Zusammen mit Kamui Kobayashi schaute er sich dort noch einmal sein Überholmanöver gegen den Sauber-Piloten an. Die TV-Bilder bewiesen, dass der Red Bull-Pilot bei der Aktion um wenige Zentimeter neben die Strecke rutschte. "Wenn dort eine Mauer gewesen wäre, hätte er dort gar nicht fahren können", lautete die Begründung der Sauber-Fraktion. Die Kommissare zeigten in diesen Fällen schon früher in der Saison kein Pardon. Die 20-Sekunden-Strafe war die logische Konsequenz.

Warum entging Bruno Senna einer Verurteilung?

Felipe Massa war nach dem Rennen wütend. Der Brasilianer hatte seinen Landsmann Bruno Senna auf der Anderson Bridge überholt und wurde dabei beinahe in die Bande gerempelt. "Die Regeln sind doch klar. Ich war schon neben ihm. Da muss er mir Platz lassen und mich nicht in die Mauer drücken", schimpfte Massa. Die FIA unternahm aber nichts. Nach Analyse der TV-Bilder entschieden sie, dass Senna auf der engen Brücke die normale Rennlinie wählte und sich nicht überhart verteidigte.

Die besten Bilder vom ereignisreichen Nachtspektakel haben wir in unserer Fotogalerie.

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