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Rennanalyse GP Singapur 2014

Tortur für Magnussen und Vettel

Kevin Magnussen- GP Singapur 2014 Foto: McLaren 63 Bilder

Wer profitierte vom Safety-Car? Was bremste Nico Rosberg? Und warum war die Nacht in Singapur für Kevin Magnussen und Sebastian Vettel ganz besonders anstrengend? Unsere Rennanalyse hat die Antworten.

21.09.2014 Tobias Grüner

Wer profitierte von der Safety-Car-Phase und wer nicht?

Die Safety-Car-Phase verwandelte den GP Singapur in einen echten Krimi. Nach dem Rennen schimpften alle Piloten, dass die Neutralisierung in der 30. Runde zum falschen Zeitpunkt kam. Bis auf Jenson Button waren alle anderen Top-Piloten kurz zuvor zum zweiten Mal an der Box. Der Brite konnte sich durch das gute Timing beim zweiten Stop in der Safety-Car-Phase am Ferrari von Kimi Räikkönen vorbeischieben.

Zum Problem wurde es für alle Fahrer, die vorher nur auf Supersoft-Reifen unterwegs waren. Sie konnten mit ihren Gummis nicht bis zum Ende durchfahren. Ferrari entschied deshalb Fernando Alonso noch einmal an die Box zu holen, wodurch der Spanier wieder hinter die Red Bull fiel. Hamilton entschied sich für einen anderen Weg. Wegen seines Speed-Vorteils fuhr er den Vorsprung für einen späten dritten Stopp auf der Strecke raus.

Warum dauerte die Safety-Car-Phase so lange?

Seit dem ersten Singapur Grand Prix 2008 gab es in jedem Jahr mindestens eine Safety-Car-Phase. Auch 2014 machte keine Ausnahme. Wie so oft dauerte die Neutralisierung ungewöhnlich lange, was an mehreren Gründen lag. Mit gut 1:50 Minuten ist die Dauer einer Runde im Renntempo die längste im ganzen Jahr. In der Safety-Car-Geschwindigeit sind es sogar 2.40 Minuten. Bis das führende Auto eingefangen ist, kann es schon mal etwas länger dauern.

Viele Fahrer nutzten die Chance zum Wechsel der Reifen an der Box. Bis sich das gesamte Feld endlich geschlossen hinter dem Mercedes SLS von Bernd Malyänder versammelt hatte, waren schon fast 3 Runden vergangen. Wegen der Unübersichtlichkeit der Strecke und der wenigen Zugänge zur Piste, konnten die Streckenposten erst jetzt damit beginnen, die Trümmer des Force India-Frontflügels zu beseitigen.

Als die Strecke nach 4 Runden hinter dem Safety-Car frei war, durften die Überrundeten Piloten am Feld vorbei und sich entrunden. Womit wieder das Problem der langen Strecke kam. Bis sie einigermaßen Anschluss gefunden hatten, war das Führungsfahrzeug schon 6 Runden draußen. Danach konnte es endlich weiter gehen.

Was war am Rosberg-Mercedes defekt?

Der Defekt an Rosbergs Mercedes war mysteriös. Zunächst glaubten die Ingenieure an ein Problem mit dem Lenkrad. Doch auch mehrfaches hin- und herwechseln, der beiden Steuerräder brachte keinen Erfolg. Rosberg selbst dachte zunächst an eine fehlerhafte Software oder das neu programmierte Display-Layout als Ursache. Doch schnell stellte sich heraus, dass der Elektrik-Teufel in der Hardware sitzt. Schnell verkündete Teamchef Toto Wolff, dass es sich wohl um einen Kabelbruch innerhalb der Lenksäule handelte.

Die Ingenieure waren sich da aber nicht ganz sicher. Sie vermuteten, dass sich auch eine Steckverbindung im Datenkabel gelockert haben könnte. Doch auf eine Frage konnte man im Silber-Camp keine Antwort geben: Wie konnte der Fehler über Nacht auftreten, wo doch das Auto unter Parc Fermé-Bedingungen unangetastet in der Garage stand. Technikchef Paddy Lowe bestätigte, dass in diesem Bereich keine Arbeiten vorgenommen wurden. Zum Boxenstopp-Training am Sonntagmittag wurde übrigens Hamiltons Auto verwendet.

Warum kam Jean-Eric Vergne so einfach durchs Feld?

Da sage noch jemand, dass Überholen in Singapur schwierig sei. Jean-Eric Vergne lag nach seinem letzten Boxenstopp in Runde 44 auf Platz 14. 16 Umläufe später rollte er auf Platz 6 ins Ziel. Die beiden McLaren machten kampflos den Weg frei. 6 Autos passierte der Franzose im direkten Duell auf der Strecke: Ericsson, Grosjean, Maldonado, Hülkenberg, Räikkönen und Bottas. Der unwiderstehliche Schlussspurt war vor allem durch die frischen Supersofts möglich – genau wie bei Sergio Perez.

Vergne profitierte aber noch von einem zweiten Faktor. Die Rennleitung hatte gegen ihn die zweite Stop-&-Go-Strafe ausgesprochen. Hülkenberg, Bottas und Räikkönen wurden darüber informiert, dass Vergne am Ende des Rennens noch 5 Sekunden zur Rennzeit addiert bekommt. Von den Fahrern wollte es natürlich niemand zugeben, aber es ist gut möglich, dass sie sich nicht ganz so hart verteidigt haben wie sonst - in der Hoffnung nachträglich noch aufzurücken. Doch Vergne enteilte Räikkönen auf den letzten Metern so weit, dass die 5-Sekunden-Strafe keine Konsequenzen mehr hatte.

Welche Probleme hatten Magnussen und Vettel nach dem Rennen?

Singapur ist das härteste Rennen im Kalender. Zwei Piloten litten dieses Jahr ganz besonders. Bei Kevin Magnussen überhitzte das Cockpit. Der Däne saß wortwörtlich auf einem heißen Stuhl. In der Safety-Car-Phase streckte er die Arme nach oben, damit wenigstens etwas Fahrtwind unter den Overall gelangt. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Flüssigkeit in den Trinkflaschen so heiß wurde, dass Magnussen sich laut "BBC" sogar die Lippen verbrannte. "Das war der härtest erarbeitete WM-Punkt meiner Karriere", erklärte der Rookie später.

Auch Sebastian Vettel machte nach dem Rennen einen angeschlagenen Eindruck. Der Weltmeister musste auf dem Weg zur Siegerehrung noch einen kleinen Boxenstopp einlegen. Magenkrämpfe plagten den Zweitplatzierten. Das lag aber nicht am falschen Essen oder dem anstrengenden Rennen. "Ich hatte Luftblasen in meiner Trinkflasche. Davon habe ich ziemliches Bauchweh bekommen", erklärte der Heppenheimer anschließend.

In unserer Bildergalerie haben wir die Fotos vom Rennen in Singapur.

FahrerTeamZeit/Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes2:00.04,795 Std.
2. Sebastian VettelRed Bull+ 0:13.534 Min.
3. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:14.273
4. Fernando AlonsoFerrari+ 0:15.389
5. Felipe MassaWilliams+ 0:42.161
6. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 0:56.801
7. Sergio PerezForce India+ 0:59.038
8. Kimi RäikkönenFerrari+ 1:00.641
9. Nico HülkenbergForce India+ 1:01.661
10. Kevin MagnussenMcLaren+ 1:02.230
11. Valtteri BottasWilliams+ 1:05.065
12. Pastor MaldonadoLotus+ 1:06.915
13. Romain GrosjeanLotus+ 1:08.029
14. Daniil KvyatToro Rosso+ 1:12.008
15. Marcus EricssonCaterham+ 1:34.188
16. Jules BianchiMarussia+ 1:34.543
17. Max ChiltonMarussia+ 1 Runde
18. Jenson ButtonMcLarenAusfall
19. Adrian SutilSauberAusfall
20. Esteban GutierrezSauberAusfall
21. Nico RosbergMercedesAusfall
22. Kamui KobayashiCaterhamAusfall
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