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Rennanalyse GP Singapur

Hamilton unschlagbar von der Pole

GP Singapur 2009 Foto: dpa 57 Bilder

Lewis Hamilton hat das Rennen in Singapur dominiert. Fahrer und Auto bildeten ein Paket, dass im Rennen nicht zu schlagen war. In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die wichtigsten Szenen des Flutlicht-Spektakels.

28.09.2009 Tobias Grüner

Wer profitierte von der Safety-Car-Phase?

In Runde 20 kreuzten sich die Wege von Nick Heidfeld und Adrian Sutil. Nach der Kollision war für beide das Rennen beendet. Die Rennleitung schickte sofort das Safety-Car auf die Strecke, um die Trümmerteile bergen zu lassen. Eine Neutralisation des Feldes bringt in der Regel immer Gewinner und Verlierer mit sich. In Singapur war das allerdings nicht so deutlich. Große Sprünge machte niemand. Deutlichster Verlierer war Nico Rosberg, der mit seiner Durchfahrtsstrafe nun doppelt leiden musste und richtig an Boden verlor. Von Rang zwei ging es zurück bis auf Position 14. Robert Kubica zählt mit einem Verlust von zwei Plätzen sicher auch nicht zu den Gewinnern.

Einer der Profiteure ist ganz klar Jenson Button. Der Brite ging auf Rang zehn liegend sofort an die Box zum Nachtanken und stand nach der Strafe von Rosberg plötzlich auf Position sieben. McLaren-Pilot Heikki Kovalainen gewann in den zehn Umläufen zwischen Runde 18 und 28 wie Button drei Plätze. Rubens Barrichello jammerte nach dem Rennen dagegen, dass die Safety-Car-Phase ihn benachteiligt habe. Die Reihenfolge davor und danach bestätigte diese These nicht. Neben dem Platz von Rosberg rückte der Brasilianer auch noch vor Webber.

Warum war Timo Glock so viel schneller als Jarno Trulli?

Es war die selbe Strecke, das gleiche Auto und sogar das identische Setup. Am Ende landete Timo Glock auf dem zweiten Platz von vorne, Trulli auf dem dritten Platz von hinten. Selbst in Trullis Spezialdisziplin, dem Qualifying, war der Italiener chancenlos. Glock versucht das zu erklären. "Mir liegt die Strecke einfach. Ich habe sie schon im Vorjahr gemocht. Hier ist ein Fahrstil gefragt, der mir und bestimmt 18 anderen Fahrern entgegenkommt. Jarno hat nun mal einen Fahrstil, der besonders ist. Das hilft ihm auf anderen Kursen oft, besonders im Qualifying, aber hier war es wohl nicht sein Ding." Toyota-Chef John Howett will das Ergebnis nicht überbewerten. "Wenn wieder schnelle Kurven im Layout sind, kommt Jarno wieder."

Warum fiel bei Sebastian Vettel plötzlich der Außenspiegel ab?

In der 36. Runde brach an Vettels Red Bull der rechte Spiegel samt Leitblech ab. In der 40. Runde beschädigte er sich den Diffusor auf dem Randstein von Kurve 5. "Da ging so viel Abtrieb verloren, dass konstante Rundenzeiten nicht mehr möglich waren." Der abgebrochene Spiegel hat eine Vorgeschichte. Bei der fahrt auf den Startplatz, ließ ein Mechaniker das Auto hart vom Wagenheber fallen. Dabei wurden das Leitblech, in das der Spiegel integriert ist, beschädigt. "Die Mechaniker haben zwar in der Hektik noch versucht, daran herum zu operieren, doch das war nur ein Provisorium", erzählte Vettel.

War Lewis Hamilton in Singapur zu schlagen?

Rubens Barrichello besiegelte mit seinem Crash im Qualifying das Schicksal all derer, die sich Hoffnungen auf den Rennsieg gemacht hatten. Von der Pole Position aus gab es keine Chance gegen den Weltmeister. "Ich bin gut weggekommen am Start und habe das Rennen dann kontrolliert", berichtet der Silberpfeil-Pilot. "Ich wusste, dass ich länger fahren kann, als meine direkten Konkurrenten." Mehr musste der Brite auch nicht machen, denn Vettel und Rosberg elimierten sich mit ihren Durchfahrtsstrafen selbst.

Rosberg zollte seinem Kontrahenten allerdings Respekt: "Ich bin ja lange hinter dem McLaren hinterhergefahren und konnte das genau beobachten. Hamilton ist wirklich ein sehr gutes Rennen gefahren. Das war ganz sauber, er musste nie ans Limit gehen. Vor seinem Boxenstopp hat er etwas mehr Tempo gemacht, ansonsten fuhr er das sicher nach Hause." An Überholen war nie zu denken. "Sein Auto lag wirklich sehr gut. Und dann hatte er ja auch noch KERS zur Verteidigung." Auch Glock war am Ende chancenlos. "Ich habe noch mal kurz Druck gemacht, aber schnell eingesehen, dass es heute kein Sinn hatte."

Welcher Reifen war am Rennsonntag der bessere?

Nach den Trainings lautete die einhellige Meinung im Fahrerlager, dass die weichen Reifen zu schnell an Qualität verlieren und die harten Gummis auf die Distanz im Vorteil sind. Nach dem Rennen hörte sich das etwas anders an. Kimi Räikkönen klagte: "Ich war auf den Weichen am Ende schneller. Statt zweimal hart und einmal weich hätten wir es vielleicht besser anders herum gemacht."

Nico Rosberg verkürzte seinen zweiten Stint, um verzweifelt verlorenen Boden gutzumachen. "Wenn die weichen Reifen bis zum Ende gehalten hätte, wäre ich so vielleicht noch in die Punkte gekommen. Haben sie aber leider nicht." Williams-Technikchef Sam Michael erklärt. "Sieben Runden haben wir profitiert. Dann waren sie gleich und die letzten sieben Runden sind sie eingebrochen. Sie hielten damit aber länger, als wir zunächst gedacht hatten. Die beste Strategie wären wohl drei gleichmäßig lange Stints, davon zwei mit weichen Reifen, gewesen.

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