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Rennanalyse GP Spanien 2013

Formel 1 hat ein Rad ab

Start - Formel 1 - GP Spanien 2013 Foto: xpb 54 Bilder

In unserer Rennanalyse von Barcelona spielen natürlich die Reifen eine Hauptrolle. Wir sagen Ihnen, mit welcher Strategie man am schnellsten über die 66 Runden kam, wann sich Fernando Alonso einen Plattfuß einfuhr und mit welchen Problemen Sutil und Hülkenberg bei ihren Boxenstopps kämpften.

12.05.2013 Tobias Grüner

Welche Strategie war besser - drei oder vier Stopps?

Die Frage nach der Taktik lässt sich nicht einfach beantworten. Beide McLaren waren auf unterschiedlichen Strategien. Jenson Button hatte mit einem Stopp weniger als Teamkollege Sergio Perez ganz knapp die Nase vorn. Allerdings ging Perez nach dem Ärger in Bahrain auch sicher nicht volles Risiko beim Angriff auf den Teamkollegen. Button hatte bei seiner Taktik zudem den Vorteil, dass er nach dem Qualifying mehr frische Sätze Reifen übrig hatte. Außerdem beansprucht der Brite die Gummis nicht so stark.

Rennsieger Fernando Alonso kam mit vier Stopps über die 66 Runden. "Das war wohl die bessere Wahl", ärgerte sich Kimi Räikkönen später, der einmal weniger Reifen wechselte. "Mit mehr Boxenstopps kann man ständig Gas geben." Mit dem reifenschonenden Lotus war die Dreistopp-Strategie aber keine schlechte Wahl. Überrascht waren die Experten, dass auch Mercedes-Pilot Nico Rosberg verzweifelt an dieser Taktik festhielt. Der Wahlmonegasse verteidigte anschließend den riskanten Rennplan: "Dadurch konnte ich längere Zeit mein eigenes Tempo fahren. Bei vier Stopps ist die Gefahr größer in den Verkehr zu kommen."

Bei Pirelli rechnete man nach dem Rennen jedoch vor, dass der theoretisch schnellste Weg ins Ziel über vier Stopps geführt hätte. Die schlechteste Variante war eine geplante Dreistopp-Strategie, die dann während des Rennens auf vier Stopps umgestellt wurde - wie bei Paul di Resta oder Sebastian Vettel. "Wenn wir von vornherein auf vier Stopps gegangen wären, hätte ich Massa vielleicht bekommen", grübelte der Weltmeister später.

Warum hatte Fernando Alonso in der Anfangsphase Glück?

Fernando Alonsos Rennsieg in Barcelona hing am seidenen Faden. In der Anfangsphase fing sich der Spanier einen schleichenden Plattfuß ein. "Wenn sie ihn eine Runde später an die Box geholt hätten, wäre das wohl böse geendet", erklärte Pirelli-Sportchef Paul Hembery, nachdem seine Ingenieure den rechten Hinterreifen begutachtet hatten. Viel kostete der Defekt nicht. Der Reifen hatte zum Zeitpunkt des Wechsels noch nicht viel Luft verloren. Eine Runde später wäre der spätere Rennsieger nach Plan sowieso reingekommen.

Werden die Autos durch die neuen Pirelli-Reifen eingebremst?

Nach dem Rennen hörte man von vielen Fahrern wieder das alte Lied vom Reifenschonen. Schnell fahren verboten, so die Devise vom Kommandostand. Doch werden die Autos wirklich durch die neue Pirelli-Generation übermäßig eingebremst? Ein Vergleich mit dem Rennen aus dem Vorjahr gibt die Antwort: Danach lag die Gesamtzeit des Rennens 2013 nur 7,4 Sekunden über der von 2012.

Vor zwölf Monaten musste Rennsieger Pastor Maldonado allerdings über 66 Runden Vollgas fahren, während Alonso 2013 in den letzten Runden austrudeln ließ. Außerdem ging der Ferrari-Pilot dieses Jahr einmal mehr an die Box - was normalerweise rund 20 Sekunden extra kostet. Rechnet man die raus, wäre die neue Formel 1 sogar schneller.

Warum fiel Adrian Sutil weit zurück?

Adrian Sutil hat momentan wirklich das Pech an den Hacken kleben. Nach der Kollision mit Gutierrez in China und dem Zusammenprall mit Massa in Bahrain war der Punkte-Traum auch in Barcelona schnell ausgeträumt. Beim ersten Stopp setzte der Mechaniker hinten rechts den Schlagschrauber nicht korrekt an, wodurch die Schraube auf dem Gewinde verkantete und sich festbiss. Drei Mal musste neu angesetzt werden. Dadurch ging beinahe eine Minute verloren.

"Das ist doch Kindergarten", schimpfte der genervte Pilot später. "Das Team gibt soviel Geld dafür aus, das Auto schneller zu machen. Aber einen Boxenstopp hinzubekommen, scheint unmöglich." Wie ärgerlich der Fehler war, zeigt eine Berechnung seiner Ingenieure. Trotz der aussichtslosen Situation gab Sutil nicht auf. Nach dem Pech in der achten Runde fuhr er das viertschnellste Rennen bis ins Ziel. Damit hätte er nach seinem guten Start theoretisch mit Mark Webber um Rang fünf kämpfen können.

Warum krachte Hülkenberg nach dem Boxenstopp in Vergne?

Eine Verkettung von mehreren Fehlern sorgte für die Boxen-Kollision von Nico Hülkenberg mit Jean-Eric Vergne. Im engen Kampf um WM-Punkte wollte Sauber seinen Piloten noch vor Vergne wieder auf die Bahn schicken, obwohl klar war, dass sich die beiden Autos sehr nahe kommen können. Doch das Risiko war zu groß. Die Ampel war grün, als der Pilot losfuhr. Doch erst kam Hülkenberg beim Anfahren nicht richtig aus der Parklücke. Dann war er so auf die Kupplung konzentriert, dass er den Verkehr übersah. Die Folge: kaputter Frontflügel, Reparatur-Stopp plus Durchfahrtsstrafe.

In unserer Bildergalerie haben für Sie noch einmal die Highlights des Rennens in Barcelona gesammelt.

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