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Rennanalyse GP Spanien 2014

Wurde Kimi von Ferrari verarscht?

Ferrari - GP Spanien 2014 Foto: xpb 59 Bilder

In unserer Rennanalyse klären wir die letzten offenen Fragen vom GP Spanien: Warum hat Rosberg das Silberpfeil-Duell verloren? Wie kam Alonso an Teamkollege Räikkönen vobei? Und hat Red Bull den Rückstand auf Mercedes mit den Updates von Spanien verkürzt?

11.05.2014 Tobias Grüner

Warum hat Rosberg das Silberpfeil-Duell verloren?

Wie in Bahrain musste Lewis Hamilton nach dem Rennen zugeben: "Nico war heute schneller als ich. Aber am Ende hat es trotzdem zum Sieg gereicht." Doch warum klappte es für Rosberg zum vierten Mal in Folge wieder nicht, seinen Teamkollegen zu bezwingen. "Es gibt nicht viel, worüber ich mich ärgern kann", erklärte der Geschlagene anschließend. "Es waren Nuancen, die den Ausschlag gegeben haben."
 
Der erste Knackpunkt war bereits das Qualifying. Was bisher noch nicht bekannt war: "Ich hatte ein kleines technisches Problem im Q3 mit dem Gaspedal. Das hat nicht 100 Prozent gegeben. Sonst wäre es um einiges enger gewesen", erklärte Rosberg. Das bestimmte die Taktik für das Rennen, wie Toto Wolff erklärt: "Wer am Start vorne steht, darf sich die Strategie aussuchen. Der andere muss eine Alternative wählen, wenn er vorbeikommen will."
 
Trotzdem war für Rosberg noch nichts verloren. "Leider hatte ich auch noch einen schlechten Start. Das ist eine Schwäche von uns als Team. Da sind wir nicht konstant genug. Leider hat es mich in letzter Zeit häufiger getroffen. Drei Mal hintereinander jetzt. Das ist einfach Pech." Dazu kam auch noch das unpassende Layout: "Auf der Strecke in Barcelona besonders nah an den Konkurrenten heranzufahren und zu überholen ist so schwierig wie sonst nirgendwo", erklärt Rosberg.
 
Mit der Taktik war der Mercedes-Pilot dagegen zufrieden. "Meine Strategie war in der Gesamtrennzeit um einige Sekunden langsamer. Aber nur damit hatte ich eine Chance in den letzten beiden Runden. So etwas kann man nur machen, wenn man insgesamt schneller ist. Lewis weiß, dass er langsamer war. Wenigstens habe ich da einen Haken reinbekommen. Das ist wichtig, um diese Serie irgendwann zu durchbrechen."

Wie kam Alonso an Räikkönen vorbei?

Im Ferrari-Lager herrschte nach dem Rennen schlechte Stimmung. Kimi Räikkönen fühlte sich von seinem Team verarscht. Fernando Alonso hatte ihm 3 Runden vor Schluss Platz 6 abgejagt. Den Iceman ärgerte vor allem, dass beim Spanier ohne Vorwarnung die Strategie geändert wurde. Eigentlich waren beide Fahrer vor dem Rennen auf eine 2-Stopp-Taktik angesetzt. Räikkönen hatte laut Plan eigentlich immer das Vorrecht bei den Stopps, weil er im Qualifying schneller war und auch im Rennen immer vorne lag.

Doch in der 16. Runde stand plötzlich Alonso als Erster bei den Mechanikern zum Gummi-Service. Räikkönen kam erst eine Runde später vorbei. Beim zweiten Stopp war der Finne sogar 8 Runden später dran. Alonso musste wegen der frühen Boxenbesuche allerdings einen Extra-Stopp einlegen. Trotzdem war die Strategie am Ende die bessere, weil der Lokalmatador damit im Schlussabschnitt freie Fahrt und frischere Reifen hatte. Nur so konnte sich der Spanier seinen finnischen Teamkollegen noch schnappen.

Doch warum änderten die Ferrari-Strategen ohne Vorwarnung die Taktik? Alonso hatte der Teamleitung über Funk so lange die Ohren vollgejammert, dass seine Reifen zu stark abbauen würden und er im Verkehr feststecke. Die Verantwortlichen an der Boxenmauer hatten praktisch keine andere Wahl, ihn früher reinzuholen. In solchen Sachen ist Alonso ein cleverer Fuchs. Kein anderer Pilot kann ein Rennen aus dem Cockpit so gut lesen, wie der zweifache Weltmeister aus Oviedo.

Was war bei Romain Grosjean los?

Romain Grosjean konnte sich im ersten Stint noch locker gegen die Ferrari behaupten. Doch in Runde 24 und 25 zogen Räikkönen und Alonso praktisch mühelos vorbei am Lotus. "Wir hatten ein Problem im Antrieb. Das hat Romain massiv Leistung gekostet", erklärte Einsatzleiter Alain Permane nach dem Rennen. 7 Runden lang kämpfte Grosjean mit Motoraussetzern. Auf der Gerade kostete das ungefähr 10 km/h Top-Speed. Damit war der Franzose wehrlos.

Warum gab es bei Sebastian Vettel vor dem Rennen plötzlich Stress?

Bei Red Bull brach vor dem Rennen kurzzeitig Hektik aus. Sebastian Vettel beklagte sich auf dem Weg in die Startaufstellung über ein komisches Fahrverhalten seines Autos. Teamchef Christian Horner wollte mit der Wahrheit nicht recht rausrücken: "Wir hatten ein mechanisches Problem, das wir in der Startaufstellung aber noch beheben konnten." Vettel sorgte für etwas mehr Aufklärung: "Es war der Stabi. Meine Jungs waren natürlich heute Morgen wegen des Getriebewechsels am Anschlag und haben vergessen, den Stabi einzubauen."

Hat Red Bull auf Mercedes aufgeholt?

Lewis Hamilton kam 49,0 Sekunden vor dem ersten Red Bull ins Ziel. Pro Runde hat Daniel Ricciardo im Schnitt also 0,74 Sekunden verloren. Horner betonte nach dem Rennen jedoch, dass der Rückstand höchstens 6 Zehntel pro Runde betrage. "Daniel wurde im ersten Stint von Bottas aufgehalten und hat danach die Reifen geschont. Mercedes ist dagegen vorne Vollgas gefahren. Trotzdem konnten wir den Abstand am Ende in Grenzen halten."

Der Blick auf die Zeiten gibt dem Briten Recht. In Runde 46 hatten alle 3 Podiumskandidaten ihre Boxenstopps absolviert. Der Rückstand von Ricciardo auf Hamilton betrug bereits 40 Sekunden. In den 20 Runden bis zum Ziel kamen "nur" 9 Sekunden hinzu. Macht weniger als eine halbe Sekunde Zeitverlust pro Umlauf. "Die Lücke ist immer noch deutlich. Aber wir werden weiter Vollgas geben, um den Rückstand zu reduzieren", kündigte Horner an. In China lag der Abstand noch bei knapp einer Sekunde.

In unserer Galerie haben wir die besten Fotos des Rennens in Barcelona.

FahrerTeamZeit/Rückstand
1. HamiltonMercedes1:41.05,155 Std.
2. RosbergMercedes+ 0.636 Sekunden
3. RicciardoRed Bull+ 0:49.014 Minuten
4. VettelRed Bull+ 1:16.702
5. BottasWilliams+ 1:19.293
6. AlonsoFerrari+ 1:27.743
7. RäikkönenFerrari+ 1 Runde
8. GrosjeanLotus+ 1 Runde
9. PerezForce India+ 1 Runde
10. HülkenbergForce India+ 1 Runde
11. ButtonMcLaren+ 1 Runde
12. MagnussenMcLaren+ 1 Runde
13. MassaWilliams+ 1 Runde
14. KvyatToro Rosso+ 1 Runde
15. MaldonadoLotus+ 1 Runde
16. GutierrezSauber+ 1 Runde
17. SutilSauber+ 1 Runde
18. BianchiMarussia+ 2 Runden
19. ChiltonMarussia+ 2 Runden
20. EricssonCaterham+ 2 Runden
21. KobayashiCaterhamAusfall
22. VergneToro RossoAusfall
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