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Formel 1: Rennanalyse GP Spanien 2010

Red Bull zeigt sich verwundbar

Formel 1 GP Spanien 2010 Foto: xpb 30 Bilder

Überlegen sicherte sich Mark Webber in Barcelona den ersten Saisonsieg. Sebastian Vettel konnte weder in puncto Speed noch bei der Zuverlässigkeit mit seinem Teamkollegen mithalten. In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die wichtigsten Szenen.

09.05.2010 Tobias Grüner

Warum konnte McLaren im Rennen mit Red Bull mithalten?

Im Qualifying fuhr Red Bull Kreise um die Konkurrenz, war am Ende eine knappe Sekunde schneller als der Rest der Welt. Doch im Rennen hatte Sebastian Vettel vom Start weg Probleme, sich von Lewis Hamilton abzusetzen. Eine genaue Antwort darauf hatte auch McLaren-Chef Martin Whitmarsh nicht. "Den Trend haben wir schon in den ersten Rennen gesehen, dass die Red Bull mit leichtem Auto im Qualifying sehr stark sind."

Bei McLaren legt man den Fokus dagegen auf eine gute Abstimmung im Renntrim. Nach dem missglückten Boxenstopp von Vettel konnte Hamilton sogar am Deutschen vorbeigehen. Die neue Reihenfolge geriet anschließend nicht mehr in Gefahr. In den Luftwirbeln des McLaren verhungerte Vettel regelrecht. Außerdem ist der Leistungsunterschied zum Red Bull auf harten Reifen noch geringer als auf den weichen Gummis. Mit 1:24.357 Min. fuhr Hamilton kurz vor seinem Crash sogar noch die schnellste Rennrunde.

Hat Sebastian Vettel mit seinem Stopp Platz zwei verschenkt?

Sebastian Vettel rödelte in der 53. Runde plötzlich durchs Kiesbett. Was zunächst nach einem Fahrfehler aussah, entpuppte sich schnell als Bremsdefekt am vorderen linken Rad. Um das Problem in Augenschein zu nehmen, beorderte Red Bull seinen Piloten direkt an die Box. Dort konnte man aber auch nicht mehr machen, als Vettel einen neuen Satz Reifen mitzugeben und ihn wieder loszuschicken.

In der Zwischenzeit erbte Fernando Alonso den (zu diesem Zeitpunkt) dritten Platz kampflos. Als sich das Problem nicht besserte, wollte der Kommandostand Vettel sogar zur kompletten Aufgabe bewegen. Doch Vettel kämpfte bis zum Schluss. Er stellte die Bremsbalance ganz nach hinten und betätigte das Bremspedal in den letzten fünf Runden gar nicht mehr. "Ich wusste, dass ich genug Vorsprung nach hinten habe." Einen heranstürmenden Fernando Alonso hätte er mit dem angeschlagenen Auto niemals halten können. Vettel wäre so oder so hinter dem Ferrari ins Ziel gekommen.

Waren die Strafen gegen die Toro Rosso-Piloten berechtigt?

In den ersten vier Rennen gab es gar keine Strafen, in Barcelona mussten gleich zwei Piloten eine Extrarunde durch die Boxengasse drehen. Mit Sebastian Buemi und Jaime Alguersuari traf es ausgerechnet zwei Teamkollegen. Toro Rosso-Teamchef Franz Tost hat zu beiden Szenen unterschiedliche Meinungen. Die Strafe für Alguersuari sei laut Tost angemessen. Der spanische Rookie war beim Überrunden zu früh zurück auf die Ideallinie gekehrt und kollidierte dabei mit dem HRT von Karun Chandhok. Für eine vergleichbare Szene wurde auch Felipe Massa schon mal bestraft. Er fuhr 2002 in Monza Pedro de la Rosa ins Auto.

Die Strafe gegen Buemi nimmt Tost nicht so locker. "Da hätte die Rennleitung nicht handeln müssen", findet der Österreicher. Buemi hatte im Duell mit Tonio Liuzzi die erste Kurve ausgelassen und war nach Ansicht der Kommissare zu forsch wieder auf die Strecke zurückgekehrt. Vettel bekam für eine vergleichbare Situation keine Strafe. Allerdings fuhr Buemi dem Lotus von Jarno Trulli vor die Nase. Bei Vettel war kein anderes Auto betroffen.

Ist Michael Schumacher schon wieder in alter Bestform?

In Barcelona sah man in vielen Szenen wieder den alten Michael Schumacher. Über alle Trainingstage hatte er seinen Teamkollegen im Griff. Im Rennen zeigte er sich gewohnt kompromisslos beim Überholmanöver gegen Button. Danach verteidigte er mit aller Routine seinen Platz und verpasste auf Rang vier das Podium nur knapp. Die Schumi-Fans sollten allerdings noch nicht in Euphorie verfallen. Barcelona war immer eine gute Strecke für den Deutschen. Teamkollege Rosberg konnte hier dagegen noch nie überzeugen. Um ein endgültiges Urteil abzugeben, muss man mindestens noch das Rennen in Monaco abwarten.

Warum verlor Button an der Box so viel Zeit?

Jenson Button lag vor seinem Boxenstopp deutlich vor Schumacher. Doch als er wieder auf die Strecke kam, wurde er vom Rekordchampion außen kassiert. Schuld war ein Defekt an der Kupplung und Mattscheibe auf seinem Display. "Die Kupplung ist beim Boxenstopp durchgerutscht, obwohl ich sie voll gezogen hatte. Dadurch hat sich die Achse gedreht und die Mechaniker konnten die Hinterräder nicht gleich draufkriegen." Bei der Fahrt aus der Box ging weitere Zeit verloren. "Weil auf dem Armaturenbrett die Anzeigen ausgefallen waren, war ich mir nicht sicher, ob ich die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten würde." Das Timing war laut Button richtig, auch wenn er zwei Runden später als Schumacher zum Reifenwechsel an die Box kam. "Ohne die Probleme wäre ich locker vor Schumacher geblieben."

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