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Rennanalyse GP Spanien

Was Sie noch nicht über das Rennen wussten

Lewis Hamilton Foto: McLaren 50 Bilder

Die offenen Fragen nach dem Rennen von Barcelona klären wir wie immer in unserer Rennanalyse. Warum verzichtete Hispania auf einen Protest? Welche Strategie war die beste? Und warum war es für Red Bull so eng? Die Antworten gibt es hier.

23.05.2011 Tobias Grüner

Warum blieb der Hispania-Protest aus?

Colin Kolles kündigte schon vor dem Rennen gegenüber Williams-Teammitgliedern lautstark einen Protest gegen das Rennergebnis an. Der Hispania-Teamchef spekulierte darauf, dass die FIA-Stewards wegen der umstrittenen Motoreinstellungen das halbe Feld disqualifizieren. Doch nach dem Rennen richtete er Williams-Geschäftsführer Adam Parr aus, dass er seine Drohung nicht wahr machte.

Mit Gutmütigkeit hatte der Sinneswandel aber nichts zu tun. Auch nicht damit, dass sich Hispania nach dem Ausfall von Liuzzi und dem abgeschlagenen letzten Platz von Karthkeyan ziemlich lächerlich gemacht hätte. Der Grund ist einfach: Selbst wenn der Protest erfolgreich gewesen wäre, hätte sich HRT damit selbst ins Knie geschossen.

Es gab nur vier Teams, die in Barcelona auf das Anblasen des Diffusors beim Gaswegnehmen verzichtet haben: Sauber, Force India, Virgin und Hispania. Wären die anderen 16 Autos tatsächlich disqualifiziert worden, hätte der direkte Konkurrent Virgin viele Punkte gesammelt. Der Rückstand wäre im Rest der Saison nicht mehr aufzuholen. Wären die anderen Autos tatsächlich für illegal erklärt worden, hätte übrigens Sauber-Rookie Sergio Perez den Sieg geerbt. Mit Paul di Resta hätte ein weiterer Rookie auf dem virtuellen Podium gestanden.

Warum dauerten die Boxenstopps bei Williams länger als gewohnt?

Williams erlebte in Barcelona eine herbe Pleite. Wieder keine Punkte, obwohl Maldonado mit Startplatz neun gezeigt hatte, dass das Auto eigentlich schnell genug ist. Doch wieder einmal fraß das blau-weiße Auto im Rennen die Reifen auf. Beide Piloten mussten vier Mal an die Boxen. Das alleine wäre noch nicht so schlimm. Doch sowohl bei Barrichello als auch bei Maldonado brachen beim Reifenwechsel die Wagenheber.

Welche Strategie war besser - drei oder vier Stopps?

Von den 21 Autos, die in Barcelona ins Ziel kamen, entschieden sich zwei Drittel für eine Dreistopp-Strategie und ein Drittel für den Vierstopper. Welche Taktik die bessere war, lässt sich pauschal nicht sagen. McLaren und Toro Rosso waren die einzigen Teams, bei denen die Strategie gesplittet wurde.

Auf den ersten Blick scheint Hamilton auf Rang zwei mit vier Besuchen bei seinen Mechanikern die bessere Entscheidung getroffen zu haben. Doch bei genauerer Analyse fällt auf, dass Jenson Button nach seinem Katastrophenstart schon in Runde 15 einen Rückstand von 28 Sekunden auf die Spitze aufwies. Im Ziel waren es nur sieben mehr. Dazwischen machte der Engländer sieben Plätze gut. Die Überholmanöver kosteten natürlich Zeit. Wichtig für den Erfolg seiner Strategie war wieder einmal die schonende Fahrweise. Beide Piloten haben für sich wohl die richtige Taktik gewählt.

Bei Toro Rosso ist die Sache etwas einfacher. Als Sebastien Buemi in Runde neun in die Box gerufen wurde, lag er direkt vor seinem Teamkollegen Jaime Alguersuari. Der Vorsprung des Schweizers betrug gut drei Sekunden. Im Ziel war Alguersuari eine Runde weiter zurück und zwei Plätze weiter hinten. Zudem hatte Buemi bei einem Boxenstopp noch 15 Sekunden verloren. Hier war der Vierstopper also die bessere Variante.

Wie kam Nick Heidfeld nach vorne?

Nick Heidfeld war einer der Helden des Rennens in Barcelona. Nach seinem Feuerunfall im Training kämpfte er sich vom letzten Startplatz bis auf Rang acht in die Punkte. "Wäre das Rennen noch eine Runde länger gegangen, hätte ich auch noch einen Mercedes geschnappt", ist sich Heidfeld sicher. Doch wie konnte Heidfeld so viel Boden gutmachen und unter anderem auch den 18 Plätze weiter vorne gestarteten Teamkollegen Vitaly Petrov hinter sich lassen?

Das Geheimnis liegt wieder einmal in der Reifenstrategie. Wie Mark Webber in Shanghai nutzte der Mönchengladbacher die langsameren harten Reifen am Start, wo der Nachteil wegen der großen Spritlast nicht so groß ist. Vor dem ersten Boxenstopp in Runde 21 lag Heidfeld immerhin schon auf Rang 15. Am Start machte er bereits sieben Plätze gut. Bis zum zweiten Stopp in Runde 36 waren nur noch zwei weitere Plätze gewonnen. Im Schlussabschnitt machte er die meisten Positionen gut. Mit einem nagelneuen Satz weicher Reifen und wenig Sprit kämpfte er sich alleine in den letzten 14 Runden sechs Plätze nach vorne.

War Red Bull schlechter oder McLaren besser als im Training?

Wer im Rennen am Sonntag die große Red Bull-Show erwartete, der wurde enttäuscht. Der Vorsprung von über einer Sekunde auf die McLaren hatte sich komplett in Luft aufgelöst. Nach Analyse von Sebastian Vettel war Lewis Hamilton sowohl auf den weichen als auch auf den harten Reifen einen Tick schneller. Die Ursache dafür lag in der schlechten Rennpace bei den Bullen-Autos. Vettel verlor in seiner schnellsten Rennrunde 1,2 Sekunden mehr auf seine Quali-Zeit als Hamilton. Über die Gründe schweigt sich Red Bull aus. "Wir haben einen Verdacht", gibt sich Technikchef Adrian Newey gewohnt geheimnisvoll.

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