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Rennanalyse GP Spanien

Willkommen auf der Erde

Foto: dpa 66 Bilder

Die in der Eifel so erfolgreiche Ferrari-Strategie blieb in Katalonien wirkungslos. Es fehlte vor allem die Überlegenheit der Reifen. Immerhin Nick Heidfeld erlebte eine Wende zum Guten.

15.05.2006 Markus Stier

"Unsere Strategie war perfekt, nur war unser Auto nicht schnell genug“, sagte Michael Schumacher nach der Niederlage von Barcelona. So kann man es auch ausdrücken. Ferrari wandte im Alonso-Land die gleiche Strategie an wie am Nürburgring: Mit mehr Benzin an Bord starten als der Weltmeister und ihn während seiner frühen Boxenstopps mit schnellen Runden übertölpeln.

Es hätte theoretisch trotz Fisichella klappen können. Schumacher kam nach dem ersten Stopp plangemäß vor dem Italiener aus der Box. Doch dann hätte er zügig die Zehnsekunden-Lücke auf Alonso schließen müssen, und das gelang nicht einmal ansatzweise. Im zweiten Abschnitt fuhren beide Kontrahenten auf frischen Reifen, im letzten Drittel hatte Schumacher noch einen neuen Satz zur Verfügung, Alonso nur noch gebrauchte Gummis, doch auch damit war der Spanier nicht langsamer. Flugs reduzierte Schumacher das Tempo, um seinen Motor für das nächste Rennen in Monaco zu schonen.

Ferrari ließ sich durch die Trainingsergebnisse blenden. Da die Roten in den freien Trainings und besonders in den Dauerläufen so schnell aussahen, dass Teams wie McLaren oder Honda sie als klaren Favoriten sahen, verließ sich die Mannschaft von Ross Brawn auf die eigene Stärke und füllte reichlich Benzin in den Schumacher-Ferrari.

Pat Symonds: "War nicht optimistisch"

Doch die Bridgestone-Reifen waren den Michelin an diesem Wochenende nicht überlegen. Erst als man am Ferrari-Kommandostand realisierte, dass Schumacher nicht einmal an Fisichella herankam war klar, dass es eine Niederlage setzten würde. „Wir müssen jetzt analysieren, wie es dazu kam“, sagt Michael Schumacher. Selbst die Renault-Oberen waren über Ferraris Schwäche überrascht. Chefingenieur Pat Symonds gesteht: „Ich war gar nicht besonders optimistisch. Doch als es darauf ankam, hatten wir den Speed.“

Verrechnet hatten sich auch die Strategen bei Bridgestone. Der zu Saisonbeginn bei den Tests gewonnen Eindruck: Je heißer es ist, umso besser für unsere Reifen, verflüchtigte sich in Barcelona trotz 42 Grad Asphalttemperatur. Ganz anders Renault: Als klar war, dass Alonsos Reifen halten und Schumacher wehrlos ist, verwarfen sie eine ursprünglich geplante Dreistoppstrategie und tankten nur zwei Mal.

Nick Heidfeld: "Totaler Blödsinn"

Ferrari kann dabei noch froh sein, dass die Michelin-Teams – wie auch das Bridgestone-Lager - fast ausnahmslos die harte Mischung wählten. Nur die BMW-Fahrer setzten auf weich und boten eine eindrucksvolle Vorstellung. Jacques Villeneuve fuhr trotz einer Einstoppstrategie erst vier Runden vor Rennende seine schnellste Runde, Nick Heidfeld gelang sein schnellster Umlauf kurz vor dem zweiten Boxenstopp mit abgefahrenen Reifen – von Verschleiß keine Spur.

Der Mönchengladbacher meldete sich nach zwei schwachen Rennen im Vorderfeld zurück. In der Qualifikation schlug er Teamkollege Villeneuve und zog ins Topqualifying der letzten Zehn ein. Der Startplatz und die weichen Pneus waren en wichtiger Grundstein zu einem WM-Punkt. Zudem fuhr Heidfeld mit einem neuen Chassis, mit dem er deutlich besser zurecht kam als zuletzt. „Wenn du die Ingenieure fragst, werden die wahrscheinlich sagen, dass das totaler Blödsinn ist“, gestand Heidfeld, aber wenn es auch nur der Placebo-Effekt war - er wirkte.

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