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Rennanalyse GP Türkei

Debakel für Ferrari & BMW

Auch ohne Kollision mit Mark Webber war Michael Schumacher beim Rennen in Istanbul chancenlos. Bei Williams bleiben die Reifenschäden weiterhin ein Rätsel.

22.08.2005

Das ging in der Türkei alles ein bisschen zu schnell für Michael Schumacher. Zum einen konnte er bei den Rundenzeiten der Konkurrenz nicht mithalten, zum anderen war da noch Mark Webber, der quasi gleichzeitig rechts und dann plötzlich wieder links hinter ihm auftauchte.

"Ich war viel schneller als er", maulte Webber. "Dann sah ich, dass er in der Bremszone die Linie wechselte, obwohl wir alle überein gekommen sind, das nicht zu tun." Webber beschwerte sich, Schumacher hätte ihn zuvor fast bei Tempo 320 auf die Wiese gedrängt. Doch auf der Innenseite erging es dem Australier kaum besser. Schumacher zog nach innen, Webber ging der Platz aus und der Frontflügel war ab.

Ferrari zwei Sekunden zu langsam

Für beide war der Unfall dennoch bedeutungslos. Schumacher wäre an diesem Tag ohnehin ohne Punkte nach Hause gegangen. Selbst ohne den Fehler in der Qualifikation, den Motorwechsel und den Start von Platz 19 war für die Roten nichts drin. "Ich habe erwartet, dass wir uns hinter den Red Bull und den Sauber anstellen müssen. Schumacher meinte, er hätte viellleicht den Teamkollegen Barrichello noch einfangen können, aber mehr als Platz zehn wäre nicht möglich gewesen. Mit der besten Runde von 1:27,7 Minuten war der Ferrari 1,9 Sekunden langsamer als Spitzenreiter Kimi Räikkönen.

Bei Ferrari waren die Reifen nur zu langsam, bei Williams lösten sie sich auf. Nach einem Defekt im Training war das Team gewarnt. Die Ingenieure hatten zu scharfkantige Kurbs im Verdacht. Nick Heidfeld hielt sich in den ersten Runden bewusst von den Randsteinen fern, und erlitt dennoch einen Reifenschaden hinten rechts. An gleicher Stelle platzte später ein weiterer Pneu, auch Mark Webber hatte zwei Reifenschäden hinten rechts.

Michelin-Rennchef Pierre Dupasquier zuckte mit den Schultern. Kein anderes Michelin-Team litt unter dem Phänomen. Er ließ Reifendrücke und Sturzwinkel prüfen. Beide Werte bewegten sich im normalen Rahmen. Bei Williams vermutete man, die Reifen würden möglicherweise unter starker Verwindung am Diffusor schleifen, doch es fanden sich keine Spuren an den Flanken. Michelin kann das Problem nicht lösen. Die Williams-Ingenieure wollen der Sache nun mit Versuchen auf einem Prüfstand auf die Spur kommen.

Ein wenig erfreuliches Wochenende hatte auch Juan Pablo Montoya

Ein wenig erfreuliches Wochenende hatte auch Juan Pablo Montoya. Nichts liebt sein Chef Ron Dennis mehr als Doppelsiege, doch der Kolumbianer verschenkte den sicheren zweiten Platz bei einem zu knappen Überrundungsmanöver. "Plötzlich machte er mir ausgerechnet in der Bremszone die Tür zu", beklagte sich ein überraschte Tiago Monteiro, der Montoya prompt ins Heck rauschte und diesen in einen Dreher zwang. Der vorher chancenlose Fernando Alonso konnte so zum McLaren aufschließen. Montoya sah die Schuld natürlich eindeutig beim Jordan-Piloten: "Er hat wohl beim Bremsen die Räder blockiert."

Doch der Dreher war nicht das eigentliche Problem. Montoya hetzte weiter und rodelte in der langen Kurve acht noch einmal kurz ins Aus. Alonso bedankte sich, Ron Dennis reagierte säuerlich: "Wir hätten heute mehr Punkte holen können. Juan Pablo muss klar sein, dass er die Situation im Griff haben muss."

Die Entschuldigungen für den Südamerikaner reichten von einem Bremsplatten bis zu einem zerstörten Diffusor. "In den ersten Kurven schien das Auto noch normal zu funktionieren, dann kam ich plötzlich von der Strecke ab", sagte der überraschte Montoya. So zerstört kann der McLaren aber nicht gewesen sein. Fernando Alonso fuhr in der letzten Runde in 1:25,5 Minuten seine schnellste Runde, Montoya war im gleichen Umlauf zwei Zehntel schneller als der Spanier.

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