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Rennanalyse GP Ungarn

Button lacht zuletzt

Foto: dpa 42 Bilder

Nach dem Zeittraining sah es nicht gut aus für Jenson Button. Obwohl mit der viertbesten Zeit klassifiziert, konnte der 26-jährige Honda-Pilot das Rennen nur von der 14. Position aus in Angriff nehmen - Folgen eines Motortauschs nach dem Freien Training am Samstagvormittag (5.8.).

07.08.2006

Doch die chaotischen Wetterverhältnisse auf dem Hungaroring sorgten für ein ungewöhnliches Rennen mit ungewöhnlichem Ausgang - und mit Button als Sieger. Der Engländer siegte in seinem 113. Rennen zu einem Zeitpunkt, als es niemand von ihm erwartete. Zu oft hatte Button vermeintlich den Sieg auf dem Fuß gehabt. Drei Mal schon startete er aus der Pole Position. Acht Mal aus der ersten Reihe. Schon vor vier Jahren fuhr er vier Mal auf rang zwei. Aber ein Sieg sprang nie dabei heraus.

"Die letzten zehn Runden, als ich einen Vorsprung von 40 Sekunden hatte, waren die besten meiner Karriere“, jubelte Button nach dem Rennen, "einfach zu fahren und dabei zu wissen, dass ich nicht mehr zu viel Druck machen musste.“ Als Michelin-Pilot profitierte Button von seinen Reifen, die besonders in der sehr nassen ersten Rennstunde den Bridgestone deutlich überlegen waren. "Ungefähr nach 30 Runden habe ich mir gedacht: Hey, das Rennen könntest du gewinnen“, sagte Button, "aber unter diesen Umständen kann man nie wissen.“

Button hatte zunächst einen schwachen Start: "Alonso hat mich gleich überholt und verschwand sofort in der Ferne.“ Doch Button überholte in den ersten sechs Runden mindestens einen Konkurrenten. Ein Schlüssel zum Sieg war die Taktik, beim ersten Stopp (6. Runde) nicht die Reifen zu wechseln. Button nutze seine Intermediates weiter im zweiten Stint. Erst beim zweiten Stopp ließ er Trockenreifen aufziehen.

Der zweite Honda-Sieg der GP-Geschichte - den ersten erzielte John Surtees beim Grand Prix von Italien 1967 - kommt nicht von ungefähr. "Es wäre schwierig gewesen, im trockenen zu gewinnen“, gab Button zu. "Aber schon in Hockenheim waren wir schnell. Wir haben viel am Auto weiterentwickelt.“ Dazu zählt eine geänderte, stabilere Vorderradaufhängung, eine modifizierte Aerodynamik sowie eine verbesserte Traktionskontrolle.

Pedro de la Rosa erstmals auf dem Podium

So, wie es für Button die Premiere auf dem obersten Podest war, stand McLaren-Fahrer Pedro de la Rosa erstmals auf dem Podium. Und Nick Heidfeld komplettierte auf Rang die Premierengala mit dem ersten Podestrang für BMW.

De la Rosa, der sich in der Aufwärmrunde noch einen Dreher leistete, fuhr trotz Michelin-Bereifung von Beginn an ein starkes Rennen, konnte allerdings Teamleader Kimi Räikkönen nicht halten. Nach sechs Runden lag der Spanier 7,7 Sekunden hinter dem Finnen. Nach 23 Runden lag er hinter dem überragenden Alonso und Räikkönen mit 32 Sekunden auf Platz drei. In der 27. Runde führte der Unfall zwischen Tonio Liuzzi und Räikkönen zu einer weiteren Positionsverbesserung de la Rosas.

"Ich schaute gerade in die Rückpiegel, um zu sehen, was Pedro macht“, sagte Räikkönnen, der von heftigem Untersteuern geplagt wurde. Diesen Moment der Unaufmerksamkeit kostete den Finnen eine Podestplatzierung. Liuzzi im Toro Rosso wollte gerade die blauen Flaggen befolgen und nahm Gas weg, um das McLaren-Duo passieren zu lassen. Später überlegte es sich der Finne anders und gab dem Italiener die Schuld: "Ich konnte nichts machen, um dem Toro Rosso auszuweichen. Er hat auf der Ideallinie Gas weggenommen. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihm ins Heck zu fahren“, sagte Räikkönen, obwohl rechts die ganze Bahn frei war.

Teamkollege de la Rosa hatte einen tollen Kampf mit Michael Schumacher. In Riesenschritten kam der McLaren rund zehn Runden vor Schluss dem Ferrari näher: mal eine, dann anderthalb und dann fast drei Sekunden in aufeinander folgenden Runden fuhr der Montoya-Ersatzmann schneller. "Aber ich ließ mir Zeit“, sagte der Spanier weise.

"Eine Riesenschlacht war es nicht. Michael hat sich nur etwas zuviel verteidigt, für das Tempo, das er gehen konnte. Michael hat sowieso schon Wunder vollbracht, sein Auto auf der Straße zu halten. Ich hätte nicht erwartet, dass er so hart kämpft. Es gab nur eine trockene Spur, daneben war es noch zu nass. Michael war auf der Geraden sehr schnell, aber ich musste nur warten, warten, warten. Obwohl meine Mannschaft an der Boxenmauer schon leicht nervös wurde. Auf Intermediates-Reifen lag mein Auto sehr gut, die Reifenwahl war stets die richtige. Irgendwie war das ja heute wie ein Test-Grand Prix, weil wir ja alle Reifentypen, die wir haben, durchprobieren konnten.“

Schumi: "Ich kämpfe bis sich kein Rad mehr dreht."

Michael Schumacher konnte den ersten Ausfall von WM-Widersacher Fernando Alonso seit 23 Rennen nicht zu einer Reduktion seines Punkterückstands nutzen. In der drittletzten Runde kollidierte der siebenfache Champion mit BMW-Pilot Nick Heidfeld. Als Heidfeld vor der Schikane längs zog, versetzte es seinen BMW über den Randstein etwas, gerade als auch Schumacher einlenkte.

Bei der minimalen Berührung zwischen dem linken BMW-Hinterrad und dem rechten Ferrari-Vorderrad brach am Ferrari die Spurstange. Schumacher war der einzige der Top-Piloten, die in der trockenen Schlussphase noch auf Intermediate-Reifen unterwegs waren. Teamkollege Felipe Massa war da bereits drei Sekunden schneller pro Runde. "Hinterher kann man immer sagen: Okay, eins, zwei Positionen hätte man hergeben können, um einige Punkte sicher nach Hause zu bringen. Aber so bin ich nun mal. Ich kämpfe bis sich kein Rad mehr dreht. Deshalb habe ich so oft schon gewonnen. Noch ist nichts verloren, noch sind fünf Rennen zu fahren. Ich werde alles geben, um den Titel zu holen.“

Letztlich sprang für Schumacher doch noch ein Punkt heraus: Da der BMW des Grand Prix-Debütanten Robert Kubica wegen zwei Kilogramm Untergewicht disqualifiziert wurde, rückte Schumacher noch auf Rang acht nach vorne.

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