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Rennanalyse GP Ungarn

Das Ende der Ferrari-Krise?

Foto: dpa 24 Bilder

Michael Schumacher machte nach einem heißen Arbeitstag am Hungaroring eine freundliches Gesicht. Mit empor gerecktem Daumen signalisierte er seiner Crew im Parc fermé: Es geht aufwärts.

01.08.2005

Schumachers Trainingsbestzeit vom Samstag hatte in vielen Motorhomes für hochgezogene Augenbrauen gesorgt, vor allem, weil der Vorsprung mit neun Zehntelsekunden so üppig ausgefallen war. Am Sonntag, dem Tag der Wahrheit, stellte sich heraus: Bereinigt um die Benzinlast war Schumacher absolut auf der Höhe: Der Gewichtsnachteil von Juan Pablo Montoya wegen des Mehrgewichts von 19 Kilo Sprit für sieben Mehr-Runden betrug 0,8 Sekunden; 0,9 Sekunden war der Rückstand des Kolumbianers im Einzelzeitfahren. Ein fairer Vergleich zwischen Schumacher und Kimi Räikkönen war nicht möglich, da der Finne als Erster in das Einzelzeitfahren gehen musste. Zu diesem Zeitpunkt war die Piste wesentlich langsamer.

Trauer um vermeintlche Siegchance

Der GP Ungarn zeigte: Zumindest wenn es heiß ist, können Ferrari und Bridgestone beim Einzelzeitfahren wieder mit den besten Michelin-Teams mithalten. Im Rennen sieht es jedoch nach wie vor ein bisschen anders aus: Nachlassender Grip hatte Schumacher schon vor Wochenfrist in Hockenheim von Platz drei auf Rang fünf zurück geworfen.

Am Hungaroring zeigte Schumacher mit dem geduldig hinterherfahrenden Räikkönen am Heck bis zur der 35. von 70 Runden eine Verteidigungsschlacht: Zur Rennmitte kam der Finne kam eine Runde später zum Tanken als der Deutsche. Genug zum Überholen. "Als ich gesehen, habe, dass ich gegen die McLaren auf verlorenem Posten stand, habe ich Tempo herausgenommen“, erklärte Schumacher. Erwartungsgemäß hatte der ältere Schumacher keine Probleme, seinen Bruder Ralf im Toyota, sich der in den letzten Runden vorwitzig in den Ferrari-Rückspiegeln breit machte, zu kontrollieren und auf Rang drei zu verweisen.

Ein wenig trauerte der Weltmeister der entgangenen vermeintlichen Siegchance nach: "Wäre ich beim Stopp vor Kimi geblieben, hätte ich gewinnen können. Überholen ist in Ungarn fast unmöglich. Ich hatte ja sogar Schwierigkeiten beim Überrunden von Rubens Barrichello.“

McLaren-Mercedes: Sieg mit Schönheitsfehler

Fünf Siege hat McLaren-Mercedes in diesem Jahr schon geholt. Doch auch in Kimi Räikkönens Triumph von Ungarn mischte sich ein Wermutstropfen: "Wir hätten einen Doppelsieg holen müssen“, nörgelte der Räikkönen.

Der Bruch der linken Antriebswelle hatte den Silberpfeil von Juan Pablo Montoya lahm gelegt. "Kann vorkommen, wenn man ans Limit geht“, zuckte der Kolumbianer die Schultern. "Ich hätte gewinnen können.“ Peinlich für McLaren: Der gleiche Defekt hatte bereits im Imola im April den führenden Silberpfeil von Kimi Räikkönen lahm gelegt. Damals konnte aber nicht der zweite Fahrer in die Bresche springen. Vielmehr erbte Fernando Alonso den Sieg beim GP von San Marino.


Ralf rehabilitiert sich im Rennen

11: 1. Das ist eine deprimierende Bilanz. Es ist das Ergebnis im Toyota-Trainingsduell Jarno Trulli gegen Ralf Schumacher. Doch das Einzelzeitfahren ist eine Sache, das Rennen eine andere.

Auf dem Hungaroring drehte der jüngere Schumacher den Spieß um und holte Rang drei vor seinem Teamkollegen. Trulli mußte allerdings nach einem unbeabsichtigten Rammstoß von achtern durch Rubens Barrichello mit einem schweren Handicap leben: "Der Diffusor war beschädigt“, jaulte der Italiener. "Deshalb hat sich das Auto ziemlich unberechenbar benommen.

Für Ralf war es war das erste Mal, dass er im Toyota-Dress das Siegerpodest besuchen durfte. In der Startkurve bewies er Durchsetzungsvermögen: Seinerseits bedrängt von dem links längsseits liegenden Trulli drückte er WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf den Grünstreifen neben der Piste ab. "Hab ich gar nicht bemerkt“, sagte Schumacher nach dem Rennen.

Nach seiner Fahrt auf Rang drei vor Trulli freute sich der Deutsche vor allem darüber, dass man es den Kritikern im Fahrerlager mal ordentlich gezeigt habe. Viele hatten bemängelt, dass die Toyota im Rennen lahme, aber trotzdem quasi unüberholbare Strassensperren seien. "Heute haben wir gezeigt, dass wir so schnell sind wie die anderen auch.“

Elf Punkte sammelte Toyota in Ungarn für die Konstrukteurs-WM - mehr als jede andere Mannschaft. So festigten die Kölner den vierten Platz in der Meisterschaft.

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