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Rennanalyse GP Ungarn

Favoriten-Sterben

Foto: Wolfgang Wilhelm 48 Bilder

Das Rennen in Budapest am Sonntag (3.8.) hatte einige überraschende Wendungen zu bieten. In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Momente.

04.08.2008 Tobias Grüner

Wie konnte Felipe Massa am Start gleich zwei Silberpfeile kassieren?

Der Brasilianer erlebte wahrlich einen Traumstart. "Ich habe mir schon vorher einen Plan zurecht gelegt", erklärte Massa anschließend. Von der besseren Seite aus ging der Ferrari-Pilot schon nach wenigen Metern an Heikki Kovalainen vorbei. "Anschließend konnte ich mich im Windschatten an Lewis Hamilton heransaugen." Mit einem riskanten Manöver drückte sich der Brasilianer dann außen am Silberpfeil vorbei.

"Ich wusste, dass sich das Rennen hier in Ungarn am Start entscheidet", so Massa. Im Gegensatz zum Brasilianer riskierte Hamilton bei dieser Aktion nicht alles und zog im entscheidenden Moment etwas zurück. Fast wäre der Mut des Ferrari-Piloten mit dem Sieg belohnt worden. Doch drei Runden vor Schluss lösten sich die Siegträume im Rauch des explodierenden Ferrari-Aggregats auf.

Warum gab es gleich bei vier Teams Probleme beim Tanken?

So unwahrscheinlich es klingen mag, aber die gehäuften Probleme an der Tankstelle scheinen tatsächlich ein Zufall gewesen zu sein. Bei Timo Glock sperrte ein Ventil, woraufhin der Tankmann auf die Anlage von Jarno Trulli ausweichen musste. Williams füllte dagegen den Tank von Nakajima ein wenig zu voll - was eigentlich nicht möglich sein dürfte. Am Ende lief der Tank über und der Sprit entzündete sich.

Toro Rosso untersucht noch den Grund dafür, dass Sebastien Bourdais gleich zweimal mit Löschmittel eingeschäumt wurde. Man vermutet allerdings ein bekanntes Problem: Im Tank des Boliden entwickelte sich ein Druck, der das Ventil sperrt. Wenn man mit den Rüssel dann mit Gewalt aufsetzt, spritzen einige Tropfen aus dem Füllstutzen nach außen. Honda erklärte das Feuer bei Rubens Barrichello mit einem Fehler der Crew: Beim Aufsetzen des Rüssels verkantete der Stutzen, so dass sich auch hier Benzin am Auspuff und den heißen Karosserieteilen entzündete.

Warum konnte McLaren die Pace von Massa im Rennen nicht mitgehen?

Im Rennen bewahrheitete sich die Vorhersage, dass die Italiener auf der reifenmordenden Piste schonender mit den Gummis umgehen. Die noch im Training deutlich überlegenen McLaren konnten Massa niemals wirklich unter Druck setzen. Da Räikkönen wegen seiner Qualifying-Probleme fast das ganze Rennen über im Verkehr feststeckte, konnte nur Massa die Stärken ausspielen.

Erst nach dem zweiten Boxenstopp ließ Kimi auf supersoften Reifen mit der schnellsten Rennrunde kurz das wahre Potenzial des Ferrari aufblitzen. Am Ende nahm der Finne allerdings nicht wie fälschlicherweise gemeldet wurde aus Vorsicht die Drehzahl zurück, sondern wurde von einem Aufhängungsschaden an der Hinterachse eingebremst.

Was verursachte den Reifenschaden von Lewis Hamilton?

Die genaue Ursache für den Plattfuß an Hamiltons Silberpfeil wird noch untersucht. Nach einer ersten Vermutung von Bridgestone-Sportchef Hirohide Hamashima könnte ein Stein die Beschädigung an der Reifenwand verursacht haben. Da das Loch an der Innenseite des vorderen linken Reifens auftrat, können ein Bremsplatten oder ein Verschleißproblem wie noch in der Türkei ausgeschlossen werden.

Warum war Glock deutlich stärker als Teamkollege Jarno Trulli?

Für Timo Glock stand das ganze Wochenende von Beginn an unter guten Vorzeichen: "Ich kam am Freitag an, setzte mich ins Auto und es lief direkt perfekt. Wieder zurück an der Box habe ich meinem Ingenieur gesagt: Bloß nichts ändern!", erklärte der Odenwälder sein Erfolgsrezept. Trulli seinerseits bastelte lange an dem richtigen Set-Up herum. Dabei konnte er bis zuletzt nicht annähernd die Zeiten von Glock fahren und blieb bis zu einer halben Sekunde pro Runde zurück.

Wo liegen die Gründe für das BMW-Debakel?

Die Weiß-blauen fanden auch nach dem Rennen noch keine wirkliche Erklärung für die mäßigen Rundenzeiten in Budapest. Robert Kubica vermutete, dass ein falscher Reifendruck zu massivem Untersteuern führte. Die gute Quali-Leistung konnte der Pole im Rennen überhaupt nicht nutzen und fiel von Rang vier auf acht zurück.

Nick Heidfeld entschuldigte die vergebliche Aufholjagd mit seinem vollgetankten und damit schwer zu steuernden Boliden. Ohne das Massa-Pech wäre BMW komplett leer ausgegangen. "Das Rennen ist komplett an uns vorbeigelaufen", klagte Teamchef Mario Theissen anschließend. Bis zum nächsten Rennen in Valencia in drei Wochen will man nun Ursachenforschung betreiben und dann wieder angreifen.

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