Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP Ungarn

Nur die Roten hatten Spaß

22 Bilder

Warum Ferrari-Fahrer nicht alles wissen müssen und die Konkurrenz Gummi-Sorgen plagen. Bei den Roten gab es Blasen in der Zapfsäule und bei den Silbernen auf den Reifen.

16.08.2004

Nach 70 ereignisarmen Runden feierte Ferrari den Gewinn der sechsten Konstrukteurs-WM in Folge und auch in puncto Fahrertitel konnten die Roten aufatmen: "Jetzt steht fest, dass einer der beiden Ferrari-Piloten auch den Titel in der Fahrer-WM holen wird", koketierte Schumacher übermütig grinsend. "Wir werden sehen, wer das sein wird. Auch auch wann und wo das sein wird, bleibt abzuwarten." Tatsächlich kann der Weltmeister bereits beim nächsten Rennen, am 29. August in Spa seinen siebten Titel holen.

Trotz krasser Feldüberlegenheit: Schumacher empfand den Fahrt zu seinem zwölften Sieg des Jahres, seinem 82. insgesamt, durchaus als strapaziös: "Bei den ersten drei Stints habe ich voll attackiert. Erst beim vierten habe ich es etwas lockerer angehen lassen. Und auch wenn man zehn Sekunden vorne liegt, muss man immer aufpassen. Denn ein solcher Vorsprung ist ganz schnell verspielt.“ Doch alle Welt weiß: Solche Schnitzer unterlaufen dem Rennautomaten aus Kerpen höchstens in jedem Schaltjahr.

Großen Anteil am Ferrari-Sieg auf jener Piste, auf der Schumacher vor Jahresfrist überrundet worden war, hat Bridgestone. Die Japaner brachten einen neuen Hinterreifen mit steiferer Flanke. So wurde der Einsatz einer weicheren Gummimischung möglich. Schumacher probierte den neuen Reifen bereits beim Jerez-Test Mitte Juli aus und war begeistert. Trotzdem lehnte Ferrari-Technikchef Ross Brawn die mögliche Premiere in Hockenheim ab und vertagte den Einsatz der neuen Reifen auf Ungarn.

Große Aufregung gab es in Ungarn vor dem ersten Boxenstopp, als Barrichellos Tankwart ein Leck in der Zapfanlage feststellte. Die Mechaniker schwangen mit großer Energie die Schraubenschlüssel, wechselten das Innenleben der Tankanlage in Windeseile aus und hatten Erfolg: Die Stopps klappten allesamt wie am Schnürchen. "Die Fahrer haben wir über dieses Problem gar nicht informiert“, grinste Technikchef Ross Brawn nach dem Rennen. "Wir wollten sie nicht beunruhigen.“

Briatore kritisiert Michelin

Trotz Platz drei für Fernando Alonso zogen dunkle Wolken auf bei Renault: Denn Jarno Trulli musste seinen R24 mit sinkendem Öldruck parken. Missmutig stellte Renault-Teamchef Flavio Briatore klar: "Wenn wir Platz zwei in der Konstrukteurs-WM wollen, dann müssen wir bei jedem Rennen mit beiden Autos in die Punkteränge fahren.“

Und weil er gerade dabei war, sich kräftig zu ärgern, stellte der Italiener auch gleich auch noch seinen Reifenpartner an den Pranger: "Die Reifen werfen überall Blasen." Fernando Alonso, in Ungarn als Dritter bester Jäger der Ferrari, krittelte an Michelin herum: "2005 werden wir einen hervorragenden Motor haben und das Chassis ist sowieso toll. Um Ferrari zu schlagen, bräuchten wir aber schon ein klein bisschen Unterstützung von unserem Reifenpartner." An Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier prallen diese Vorwürfe ab: "Einen so guten Reifen kann man gar nicht bauen, um Ferraris strukturelle Vorteile wettzumachen", beschied er seinen Kunden.

Norbert Haug: "Schlechtes Wochenende"

Am Ergebnis gab es nichts zu beschönigen: "Ein schlechtes Wochenende“, stellte Mercedes-Sportchef Norbert Haug klar. Zum fünften Mal in diesem Jahr blieben die Silbernen ohne WM-Punkte - zu wenig, wenn man von Platz fünf in der Konstrukteurs-WM noch nach oben streben will.

Kimi Räikkönen musste den siebten Ausfall des Jahres erdulden. Im Gegensatz zu Hockenheim, als er nach Heckflügelbruch spektakulär in den Reifenstapeln landete, verabschiedete er sich diesmal diskret, mit schadhafter Motorelektronik. Es war sein fünfter Ausfall des Jahres wegen eines Problems mit dem Mercedes-V10.

David Coulthard robbte von zwölften Startplatz auch bloß auf Platz neun nach vorne. Teamchef Ron Dennis nahm den Schotten in Schutz: "Wir haben die falschen Reifen ausgewählt. Dies war eine Entscheidung des Teams.“ Mit harten Michelins war Coulthard noch chancenloser gegen Ferrari als diejenigen Michelin-Teams, die die weiche Mischung bevorzugten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden