Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP USA 2013

Webber steht schnell, Vettel dreht schnell

Sebastian Vettel - GP USA 2013 Foto: xpb 70 Bilder

Als Sebastian Vettel in Austin die Ziellinie überquerte, war es in Deutschland bereits spät am Abend. Nach dem Rennen kamen aber noch einige interessante Dinge ans Tageslicht. In unserer Rennanalyse bringen wir Sie auf den letzten Stand.

18.11.2013 Tobias Grüner

Warum hatte auch Mark Webber nach dem Rennen Grund zu Feiern?

Für die Mechaniker gab es in Austin nur wenig zu tun. Weil Pirelli aus dem Reifenregal die harten Sorten ausgewählt hatte, kamen fast alle Piloten nur ein einziges Mal an der Box vorbei. Bei Mark Webber fiel der Service besonders schnell aus. Zum ersten Mal wurden unter Rennbedingungen 4 Reifen unter 2 Sekunden gewechselt. Nach Auswertung der Daten gab Red Bull 1,932 Sekunden Standzeit als neuen Rekordwert an.
 
Zuletzt hatte es Streit gegeben, wer vor Red Bull die schnellsten Schrauber hatte. Ferrari gab an, dass Alonso in Japan in 1,95 Sekunden abgefertigt wurde. Nach Analyse der TV-Bilder wurde die Messung von Mercedes jedoch bezweifelt. Das Silberpfeil-Team reklamierte damals den Rekord für sich. Rosberg war in Japan gleich zwei Mal mit 2,02 Sekunden gestoppt worden. Mit der neuen Bestmarke beendete Red Bull somit die Diskussionen.

Warum war Heikki Kovalainen so langsam?

Heikki Kovalainen durfte in Austin für den frisch operierten Kimi Räikkönen bei Lotus einspringen. Platz 15 war sicher nicht das Ergebnis, das sich der Finne dabei erhofft hatte. Allerdings war der Pilot schuldlos daran, dass es nichts Zählbares gab. "Von Beginn an ließ der Grip auf der Vorderachse immer mehr nach. Es wurde immer schlimmer", klagte der Ersatzmann. Die Ingenieure sahen in den Daten, dass auf der Vorderachse Abtrieb fehlt.
 
Obwohl eine Beschädigung des Frontflügels nicht zu erkennen und Kovalainen auch nirgends angestoßen war, wechselte man in der 31 Runde die Nase. "Danach wurde es direkt wieder normal", so der Pilot. Die Techniker vermuten, dass ich ein Gummischnipsel unglücklich verfangen hatte und die Aerodynamik störte. Damit war Kovalainens Rennen allerdings gelaufen. Dass nach dem zweiten Stopp auch noch das KERS ausfiel, spülte den Comebacker noch weiter zurück.

Warum bog Adrian Sutil in die Leitplanke ab?

Adrian Sutils Rennen war schon nach einer halben Runde beendet. Auf der langen Geraden bog der Deutsche plötzlich in die Leitplanke ab und löste damit eine Safety-Car-Phase aus. Der heftige Crash hatte einen Grund und der hieß Maldonado. "Auf den Telemtrie-Daten kann man sehen, dass ich das Lenkrad gerade gehalten habe. Er ist mir einfach auf den Hinterreifen gefahren." Mit dem Plattfuß bei 300 km/h konnte der Pilot das Auto nicht mehr auf der Piste halten.
 
Für den Unfallverursacher hatte Sutil keine guten Worte übrig. "Ich bin echt schockiert. Die Strecke ist an dieser Stelle so breit und er schafft es, einfach in mich reinzufahren. Das war höchst gefährlich. Es ist ja nicht das erste Mal, dass sowas mit ihm passiert. Bei ihm muss man immer besonders aufpassen. Er lebt irgendwie auf einem anderen Planeten." Schon in Spa hatte Force India Ärger mit Maldonado. Damals war der Venezolaner Paul di Resta ins Heck gekracht.

Warum konnte Sebastian Vettel hemmungslos Donuts drehen?

Normalerweise versucht Vettels Renningenieur Guillaume Rocquelin seinen Piloten nach dem Rennen einzubremsen. Bitte keine schnellste Rennrunde. Und bitte keine Donuts drehen. Doch in Austin konnte Vettel nach Belieben kreiseln und Rauch produzieren. "Das war das letzte Rennen für das Getriebe", erklärte Teamchef Christian Horner. "Das wurde schon mit den Donuts in Indien, Abu Dhabi und jetzt hier gequält. Zum Glück gibt es für Brasilien ein neues."
 
Das Gummiverbrennen in der Auslaufzone könnte zu Vettels neuem Markenzeichen werden. Der Heppenheimer gibt dabei übrigens nicht einfach nur wild Gas. "Da gibt es ein paar Tricks", erklärt der Dauersieger. "Zum Glück haben wir jedes Jahr ein paar Showruns, wo man seine Fähigkeiten in Sachen Donuts und Burnouts trainieren kann. Man muss es ganz sanft machen, sonst gibt es Ärger mit den Ingenieuren, weil ich nicht auf das Getriebe und den Motor aufpasse. Auf der anderen Seite will man aber auch etwas Rauch produzieren und Spaß haben."

Warum hatte das Rennen für Vergne ein übles Nachspiel?

Jean-Eric Vergne musste nach der Zieldurchfahrt noch zu den FIA-Kommissaren. Der Franzose hatte sich in der Schlussrunde mit Esteban Gutierrez angelegt. Auf der Strecke hatte Vergne das bessere Ende für sich. Der Angriff des Saubers endete in einer Kollision mit anschließendem Dreher für den Mexikaner. Doch das Büro der Stewards verließ der Toro Rosso-Pilot als Verlierer.

Die Kommissare, darunter Nigel Mansell als Fahrer-Steward, erkannten Vergne als Verursacher der Rempelei und verdonnerten ihn zu einer Durchfahrtsstrafe - die nach dem Rennen als 20 Sekunden-Zeitstrafe angerechnet wurde.

War bei der Boxenausfahrt von Vettel alles sauber?

Nachdem Sebastian Vettel von seinen Mechanikern mit frischen Gummis versorgt wurde, fädelte er sich direkt vor dem Marussia von Max Chilton in die Boxengasse ein. Hatte er den Briten dabei regelwidrig behindert? War das nicht ein sogenanntes "Unsafe Release", fragten sich einige vor dem Bildschirm. Die Rennleitung verzichtete auf eine Strafe. Sauber-Teammanager Beat Zehnder sah die Szene vom Kommandostand. "Ich habe mich extra umgedreht. Chilton musste nicht abbremsen und ist direkt hinter Vettel an seine Box abgebogen. Also war alles in Ordnung."

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die besten Fotos vom Rennsonntag in Austin.

FahrerTeamZeit/ Rückstand
1. Sebastian VettelRed Bull1:39.17,148 Std.
2. Romain GrosjeanLotus+ 0:06.284 Min.
3. Mark WebberRed Bull+ 0:08.396
4. Lewis HamiltonMercedes+ 0:27.358
5. Fernando AlonsoFerrari+ 0:29.592
6. Nico HülkenbergSauber+ 0:30.400
7. Sergio PerezMcLaren+ 0:46.692
8. Valtteri BottasWilliams+ 0:54.509
9. Nico RosbergMercedes+ 0:59.141
10. Jenson ButtonMcLaren+ 1:17.278
11. Daniel RicciardoToro Rosso+ 1.21.004
12. Felipe MassaFerrari+ 1:26.914
13. Esteban GutierrezSauber+ 1:31.707
14. Heikki KovalainenLotus+ 1:35.063
15. Paul di RestaForce India+ 1:36.853
16. Jean-Eric Vergne*Toro Rosso+ 1:44.574
17. Pastor MaldonadoWilliams+ 1 Runde
18. Jules BianchiMarussia+ 1 Runde
19. Giedo van der GardeCaterham+ 1 Runde
20. Charles PicCaterham+ 1 Runde
21. Max ChiltonMarussia+ 2 Runden
22. Adrian SutilForce IndiaAusfall
* + 20 Sek. Strafe
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden