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Rennanalyse GP USA 2015

Rosberg macht Hamilton zum Meister

Nico Rosberg - GP USA 2015 Foto: xpb 75 Bilder

Das Rennen in Austin hatte gleich mehrere Schlüsselszenen zu bieten. In unserer Analyse werfen wir wir noch einmal einen genauen Blick auf das Startduell der Mercedes-Piloten, den Ausrutscher von Nico Rosberg, die Kollision der Sauber-Piloten und den Ausfall von Nico Hülkenberg.

26.10.2015 Tobias Grüner
Warum drehte sich Nico Rosberg 8 Runden vor Schluss?

48 Runden lang sah es so aus, als würde die WM-Entscheidung noch einmal vertagt werden. Nico Rosberg zeigte ein beherztes Rennen mit zahlreichen Überholmanövern. Doch dann unterlief dem Mercedes-Pilot in Kurve 16 ein schwerer Fauxpas. "Ich kann mir das selbst nicht erklären. So etwas ist mir noch nie passiert. Die Reifen haben durchgedreht und ich habe das Auto nicht mehr einfangen können", zuckte der Zweitplatzierte mit den Achseln.

Die Mercedes-Analyse zeigte den kleinen Fehler, der große Auswirkungen auf das Rennergebnis und die Titelentscheidung hatte. "Es ist eigentlich ganz einfach. Nico ist mit dem Hinterrad auf eine feuchte Stelle auf dem Kerb gekommen", erklärte Niki Lauda. Das Auto war anschließend nicht mehr zu kontrollieren. Nur dank der weiträumigen Auslaufzonen endete der Ausrutscher nicht noch schlimmer.

War das Startmanöver von Lewis Hamilton zu hart?

Im Mercedes-Lager war man sich einig: Lewis Hamilton hatte seinen Teamkollegen in der ersten Kurve zu rücksichtlos aus der Bahn gerempelt. "Das war einfach zu aggressiv. Ich war am Scheitelpunkt vorne. Da muss er mir wenigstens ein bisschen Platz lassen. Er ist eindeutig einen Schritt zu weit gegangen", schimpfte Rosberg nach der Kollision.

Die Teamleitung stimmte dem Piloten zu. "Lewis war zu hart", so Lauda. "Er hat Nico keinen Raum gelassen um sich zu verteidigen. Er sieht den Fehler ein und hat sich entschuldigt." Toto Wolff sah es ähnlich, wollte das Thema aber nicht an die große Glocke hängen: "Heute ist nicht der Tag, Lewis zu kritisieren. Wir werden die Szene aber sicher noch diskutieren, damit daraus nicht etwas Größeres wird."

Warum war Red Bull in der zweiten Rennhälfte so langsam?

Red Bull machte vom Start weg ordentlich Druck auf die beiden Mercedes. Als Daniel Ricciardo in Runde 15 sogar in Führung ging, konnte er es zunächst selbst kaum glauben. "Wir wussten, dass wir auf feuchter Strecke stark sind", erklärte der Australier anschließend. "Ich hatte schon gehofft, dass wir mit der Spitze mithalten können. Aber dass wir sogar schneller als Mercedes waren, kam ziemlich überraschend."

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Kaum trocknete die Strecke ab, folgte der Silber-Konter. "Wir haben unsere Reifen einfach nicht auf Temperatur bekommen. Unsere Abstimmung war 60/40 auf Regen ausgelegt. Ich hatte immer gehofft, dass es noch einmal nass wird. Aber es kam leider nichts mehr", klagte Ricciardo. Dann krachte ihm auch noch Hülkenberg in die Seite und beschädigte den Unterboden.

5 Runden vor dem Ende sorgte eine weitere Kollision mit Carlos Sainz für einen Plattfuß und einen zusätzlichen Boxenstopp. Ricciardo zeigte auto motor und sport die Szene aus der Onboard-Perspektive auf seinem Handy. "Er hat mitten in der Bremszone die Spur gewechselt. Das geht einfach nicht", schüttelte Ricciardo den Kopf.

Warum kollidierten die beiden Sauber-Piloten?

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn traute ihren Augen kaum. Schon in Runde 2 krachten ihre beiden blauen Autos ineinander. Und das im 400. Grand Prix des Schweizer Traditionsrennstalls. Felipe Nasr rumpelte Teamkollege Marcus Ericsson ins Heck und beschädigte sich den Frontflügel. Ericsson wusste gar nicht, wie ihm geschah. "An der Stelle war gelb. Ich habe extra langsam gemacht. Und dann bekomme ich von hinten einen Schlag."

Die Schuld konnte Nasr nicht von sich weisen. Seine Erklärung für den Zwischenfall klang nicht sehr überzeugend. "Ich wollte ihn eigentlich gar nicht überholen. Es war ja sowieso gelb. Wir sind in dieser Kurve alle unterschiedliche Linien gefahren. Ich dachte, Marcus hat mich gesehen und passt auf, aber dann ist er reingezogen und ich konnte den Aufprall nicht mehr verhindern."

Beim anschließenden Boxenstopp holte sich Nasr nicht nur einen neuen Frontflügel, sondern auch noch frische Slick-Gummis. Die Strecke war aber noch viel zu feucht für Trockenreifen. Insgesamt musste der Brasilianer 5 Mal an die Box. Dank der Safety-Car-Phasen landete er aber immerhin noch auf Rang 9. Teamchefin Kaltenborn zog ein wenig begeistertes Fazit: "Es ist so ziemlich alles passiert, was bei einem solchen Rennen nicht passieren sollte. Das Ergebnis ist glücklich, aber auf so viel Glück darf man sich künftig nicht mehr verlassen."

Warum krachte Nico Hülkenberg in Daniel Ricciardo?

Als Nico Hülkenberg in Runde 35 in den Red Bull von Daniel Ricciardo rammte, sah die Sachlage zunächst klar aus. Doch den deutschen Force India-Pilot traf an der Kollision keine Schuld. In der Zeitlupe war zu erkennen, dass dem Rheinländer schon in der Anbremszone der Frontflügel gebrochen war. "Sonst hätte er die Kurve sicher bekommen", betonte Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Hülkenberg hatte sich den Flügel bei einem Zweikampf mit einem Toro Rosso in der Anfangsphase leicht angeknackst. Auf den Bodenwellen der langen Gerade hat sich das Bauteil dann ganz verabschiedet. Die Kommissare verzichteten nach kurzer Untersuchung auf eine Strafe. Auch Ricciardo war seinem Kontrahenten nicht sonderlich böse. "Er ärgert sich selbst genug darüber", so der Australier.

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Bilder eines denkwürdigen Rennens.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:50.52,703 Std.
2. Nico RosbergMercedes+ 0:02.850 Min.
3. Sebastian VettelFerrari+ 0:03.381
4. Max VerstappenToro Rosso+ 0:22.359
5. Sergio PerezForce India+ 0:24.413
6. Jenson ButtonMcLaren+ 0:28.058
7. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 0:30.619
8. Pastor MaldonadoLotus+ 0:32.273
9. Felipe NasrSauber+ 0:40.257
10. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:53.371
11. Fernando AlonsoMcLaren+ 0:54.816
12. Alex RossiManor+ 1:15.277
13. Daniil KvyatRed BullAusfall
14. Nico HülkenbergForce IndiaAusfall
15. Marcus EricssonSauberAusfall
16. Kimi RäikkönenFerrariAusfall
17. Felipe MassaWilliamsAusfall
18. Romain GrosjeanLotusAusfall
19. Valtteri BottasWilliamsAusfall
20. Will StevensManorAusfall
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