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Formel 1: Rennanalyse des GP Australien 2009

Button hätte beinahe verzockt

GP Australien 2009 Foto: dpa 41 Bilder

Mit dem Doppelsieg feierte Brawn GP am Sonntag (29.3.) einen Traumstart in die neue Saison. In unserer Rennanalyse klären wir alle Fragen, die nach dem Auftaktrennen in Melbourne noch offen blieben.

29.03.2009 Tobias Grüner

Welches war die richtige Taktik mit den weichen Reifen?
 
In Melbourne war es eindeutig besser, die weichen Reifen schon am Start zu montieren. Nach nur wenigen Runden stellten die Teams fest, dass die supersoften Gummis noch weniger aushalten, als befürchtet. Nach nur fünf Runden waren die Slicks am Ende. "Eigentlich halten sie nur eine einzige schnelle Runde", erklärte Nico Rosberg. Nur wer sie vorsichtig behandelt, kann den Zeitverlust in Grenzen halten.
 
Als Ferrari bemerkte, dass Felipe Massa und Kimi Räikkönen nach gutem Start fast vier Sekunden pro Runde verloren, wurden die Piloten eilig an die Box gerufen. Auch bei BMW-Sauber gab man zu, die Haltbarkeit zu optimistisch eingeschätzt zu haben: "Wir mussten bei Robert Kubica zwei Runden fürher als geplant wechseln", erklärte Teamchef Mario Theissen.

Die Teams am Ende hatten diesen Spielraum nicht mehr. Sebastian Vettel hätte 13 Runden auf den abgewetzten Slicks rumeiern müssen, bis er von der Zielflagge erlöst worden wäre. Beim Rennen in Melbourne war es sowieso besser, die weichen Bridgestones früh wieder loszuwerden. Die Safety-Car-Phase in der 19. Runde egalisierte alle zuvor eingefahrenen Rückstände. Wer die weichen Reifen da noch nicht verwendet hatte, war klar im Nachteil.
 
Wie hätte Jarno Trulli eine Bestrafung verhindern können?
 
Das Wochenende von Jarno Trulli glich einer Achterbahnfahrt. Das gute Qualifying-Ergebnis wurde per Disqualifikation von den Stewards wieder ausgelöscht. Nach einer fulminanten Aufholjagd beendete der aus der Boxengasse gestartete Italiener das Rennen auf dem Podium, nur um kurz danach erneut von einer Rückstufung zu erfahren.
 
Dabei war er selber Schuld an dem Malheur: Als das Safety-Car schon auf der Strecke war, musste Trulli in der vorletzten Kurve über die Wiese. Der dahinter liegende Hamilton hatte keine andere Chance, als den Italiener zu passieren. Dann kam das entscheidende Missverständnis: Hamilton befürchtete selbst bestraft zu werden und fuhr an den Rand der Strecke um den Platz wieder herzugeben.

Trulli wusste nicht, wie ihm geschieht und nahm das Angebot an. "Ich dachte, er hätte ein Problem, also habe ich ihn einfach überholt, als wäre nichts weiter dabei." Der Toyota-Pilot hätte mit allen Mitteln versuchen müssen, hinter Hamilton zu warten. Notfalls bis zum Stillstand. So blieb den Stewards nichts anderes übrig, als eine Strafe auszusprechen.
 
War Jenson Buttons Sieg wirklich gefährdet?
 
Die Verfolger von Jenson Button äußerten nach dem Rennen den Verdacht, dass der Brawn GP an der Spitze das Feld nach Belieben kontrolliert hat "Der hat mit uns gespielt", erklärte Sebastian Vettel. Sein Teamchef Christian Horner schlug in die selbe Kerbe: "Der hat einen Vorsprung rausgefahren und diesen dann verwaltet."

Vielleicht hätte Button lieber ein paar Sekunden mehr zwischen sich und die Konkurrenz legen sollen. Am Ende verlor er zunächst durch einen missglückten Boxenstopp wertvolle Zeit, dann schrumpfte der Vorsprung durch die weichen Reifen. Bei BMW ist man sich sicher, dass man den Auftaktsieger geschlagen hätte, wenn nicht der Unfall mit Sebastian Vettel dazwischen gekommen wäre.
 
Warum schieden gleich beide Ferrari beim Saisonauftakt aus?
 
Das Rennen von Ferrari war von Beginn bis Ende eine Katastrophe. "Bei Felipe Massa haben wir eine zu aggressive Strategie mit den Reifen gewählt", gab Teamchef Stefano Domenicali zu." Am Ende spielte es allerdings keine Rolle mehr. Felipe Massa fiel mit einem defekten Radträger aus, Kimi Räikkönen stoppte zuerst ein Dreher, dann ein gebrochenes Differential. "Das Rennen war nicht Ferrari-würdig", fasste Domenicali die mangelhafte Zuverlässigkeit einfach zusammen.

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