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Rennanalyse Grand Prix Bahrain

Start spielte Button perfekt in die Karten

GP Bahrain 2009 Foto: dpa 46 Bilder

Die Rennanalyse zeigt, dass der Ausgang des Rennens in Bahrain schon nach wenigen Kurven vorbestimmt war. Für Sieger Jenson Button lief dabei alles perfekt, Sebastian Vettel hatte weniger Glück.

26.04.2009 Tobias Grüner

Warum war die Startphase so wichtig für Button?

Strategie-Genie Ross Brawn hätte das Rennen von Jenson Button selbst nicht besser planen können. Schon am Start ging der Brite an Sebastian Vettel vorbei und konnte mit einem beherzten Manöver auch den Silberpfeil von Lewis Hamilton kassieren. "Das war die Grundlage für meinen Sieg", erklärte der Engländer anschließend zufrieden. Wäre Button hinter einem von beiden hängen geblieben, wäre das Rennen wohl ganz anders gelaufen.
 
Ein großes Problem für die beiden Brawn GP-Piloten waren die hohen Temperaturen. Die Ingenieure mussten sogar die Drehzahlen senken, um den Motor vor dem Überhitzen zu bewahren. Hätte Button rundenlang hinter einem Konkurrenten herfahren müssen, hätte ihn das doppelt getroffen. So jagte Button den beiden leichten Toyota mit Respektabstand hinterher. Ihren Anteil am dritten Saisonsieg haben auch Hamilton und Trulli, die den eigentlich favorisierten Vettel lange genug blockierten.

Was wäre für Vettel drin gewesen?

Trotz Rang zwei war Sebastian Vettel einer der Unglücksraben des Rennens. Am Start standen nur die beiden deutlich leichteren Toyota vor dem Youngster. Doch nach den ersten Kurven fand sich der 21-Jährige plötzlich auf Rang fünf wieder. Sowohl Jenson Button als auch Lewis Hamilton hatten sich vorbeigekämpft. Hinter dem Weltmeister hatte Vettel keine Chance: "Hinter einem anderen Auto bauen die Reifen innerhalb von vier Runden ab", erklärte der Deutsche.

Erschwerend kam hinzu, dass der fehlerlose Hamilton mit KERS ausgestattet jeden Angriff auf der Geraden locker abwehren konnte. Eine Sekunde hätte Vettel schneller fahren können. Als Hamilton endlich zur Box abbog, versperrte Jarno Trulli die Aufholjagd Richtung Button. Trulli war auf harten Reifen deutlich langsamer als der Brawn GP, aber immer noch zu schnell für einen Angriff Vettels. Als auch der Toyota endlich zum Tanken musste, war der Zug Richtung Spitze abgefahren. Wenigstens konnte sich Vettel auf harten Reifen bei Trulli revanchieren, indem er ihn nun seinerseits blockierte.

Warum konnte Timo Glock seine frühe Führung nicht besser nutzen?

Timo Glock wählte eine sehr aggressive Trainingsstrategie. Am Start konnte der mit nur sehr wenig Sprit betankte Toyota-Pilot an Teamkollege Jarno Trulli vorbeigehen. Doch dann ging alles schief. Nach seinem Tankstopp in Runde zwölf fiel der Deutsche auf Platz neun ins Mittelfeld zurück. Beim Service wurde der Kölner mit harten Reifen ausgestattet, mit denen er allerdings gar nicht zurechtkam.

"Wir müssen jetzt mal genau analysieren, warum ich da so viel langsamer war als Jarno", erklärte Glock anschließend etwas ratlos. Glock verlor immer weiter an Boden und kämpfte plötzlich um die letzten WM-Pünktchen. Den sechsten Platz schnappte ihm letztlich Kimi Räikkönen weg. Als der Finne aus der Box kam, behielt Glock zunächst die Oberhand. "Doch auf der nächsten Gerade hat er den Boost-Knopf gedrückt und dann ging nix mehr."

Warum blieb Massa deutlich hinter seinem Teamkollegen zurück?

Massa erlebte ein verkorkstes Rennen. Während Kimi Räikkönen auf Platz sechs die ersten Zähler für die Scuderia einfuhr, lief Massa unter ferner Liefen auf Position 14 ins Ziel. "Schon am Start war mein Schicksal besiegelt", klagte der auch nach vier Rennen noch punktlose Vizeweltmeister. Als die Ampeln ausgingen funktionierte das KERS nicht richtig: "Ich wurde zwischen Kimi und Rubens eingeklemmt und beschädigte mir den Frontflügel."
 
Mit neuer Nase machte sich Massa an die Aufholjagd, doch dann folgte schon das nächste Problem: "Im Rennen funktionierte meine Telemetrie-Datenerfassung nicht richtig", erklärte der Ferrari-Pilot. Das hatte zwei negative Folgen: Einerseits konnten die Ingenieure an der Box nicht bei der Abstimmung helfen, andererseits musste das KERS abgeschaltet werden. Ohne Überwachung der Daten war ein Einsatz des Hybrid-Antriebs zu gefährlich. So blieb Massa im Hinterfeld stecken.

Warum brach Fernando Alonso nach dem Rennen zusammen?

Fernando Alonso sorgte nach dem Rennen für eine Schrecksekunde. Im Parc Fermé klappte der Spanier plötzlich zusammen und musste von Helfern wieder auf die Beine gestellt werden. Auch wenn die Bedingungen mit 36°C Grad Außentemperatur sicher sehr hart für den Körper waren, konnte das alleine nicht der Grund für den Schwächeanfall gewesen sein. Die Erklärung lieferte der Spanier nach dem Rennen: Der Pumpmechanismus der Trinkflasche versagte im Rennen. Ohne Flüssigkeit dehydrierte der zweifache Weltmeister und wurde beim Aussteigen kurz bewusstlos. Zwei Stunden nach dem Rennen war der Renault-Pilot aber wieder auf voller Höhe.

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