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Rennanalyse Grand Prix China

Die Opfer der widrigen Bedingungen

Jarno Trulli Foto: Toyota 46 Bilder

Der Regen in Shanghai sorgte für Zwischenfälle der unterschiedlichsten Art. In unserer Rennanalyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen des Rennens und beantworten die wichtigsten Fragen.

19.04.2009 Tobias Grüner

Hätte Adrian Sutil den sechsten Rang nach Hause fahren können?
 
Nach Auskunft Sutils war zum Zeitpunkt des Unfalls noch genügend Sprit im Tank, um das Rennen zu beenden. "Ich denke schon, dass ich den Platz bis ins Ziel verteidigt hätte", sagte der enttäuschte Force India-Pilot nach seinem Ausfall. "Auf den Geraden war die Sicht schlecht und Überholen nur schwer möglich."
 
Nachdem Force India seinen Renner schon in der Startphase hinter dem Safety-Car auftankte, musste Sutil nur noch einmal in Runde 19, ebenfalls unter Safety-Car zum Service. Anschließend machte er Platz um Platz gut und überholte schließlich auch seinen Kumpel Lewis Hamilton auf Rang sechs. Dabei wusste Sutil zunächst gar nicht, dass es sich um den Silberpfeil von Hamilton handelte. "Ich dachte zunächst es war Kovalainen. Mein Team hat mir nichts gesagt."

Es sei "ganz nett" gewesen im McLaren-Sandwich, berichtet der Bayer. Allerdings zerstörte ein Abflug sechs Runden vor Schluss alle Hoffnungen auf die drei WM-Punkte. "Ich bin an der Stelle nicht schneller gefahren als in den Runden zuvor, aber plötzlich ist das Auto ausgebrochen und ich konnte es nicht mehr fangen", berichtet Sutil über den Unfall. Bei dem heftigen Abflug bohrte sich die Nase des Force India wie ein Dartpfeil in die Bande der Reifenstapel.
 
Warum ist Fernando Alonso so schnell in der Versenkung verschwunden?

 
Renault hat eine sehr aggressive Strategie gewählt. Da man nicht mit Regen im Rennen rechnete, tankte das Team im Qualifying nur wenig Sprit in den Tank. Alonso hätte mit seinem Sprit gerade einmal zehn Runden fahren können. Im Glauben, dass das Safety-Car noch mehrere Runden das Feld anführt, entschied sich das Team in Runde sieben reinzuholen. Fast zeitgleich kam die Nachricht, dass das Rennen schon in Runde acht freigegeben wird.
 
"Der frühe Regen hat unsere Strategie negativ beeinflusst und der Start hinter dem Safety Car noch mehr", erklärte Technik-Chef Pat Symonds. Nach seinem ersten Stopp fiel Alonso weit nach hinten zurück und musste sich durch das Feld kämpfen. "Heute hatten wir einfach kein Glück. Es war einer dieser Tage, an denen man die falschen Entscheidungen im falschen Moment trifft", so Alonso enttäuscht. "Wir waren ganz vorne in der Startaufstellung und dann plötzlich Letzter. Das war quasi das Ende des Rennens."

Warum krachte Sebastien Buemi auf der Geraden in Vettel?
 
Als das Safety Car auf die Strecke ging, hielt Sebastian Vettel Ausschau nach dem vor ihm liegenden Rubens Barrichello. Bei schlechter Sicht dachte der Red Bull-Pilot, dass der Brasilianer langsam vor ihm fährt und bremste ebenfalls ab. Allerdings handelte es sich bei dem Auto vor ihm um den lädierten Trulli-Toyota, der sich ohne Heckflügel an die Box schleppte.
 
Für Buemi tauchte der langsame Vettel vor ihm zu überraschend auf. "Ich versuchte noch nach rechts auszuweichen, aber es war nicht genug um an ihm vorbeizukommen", bedauerte der Schweizer. "Zum Glück habe ich nicht sein Rennen zerstört." Vettel selbst entschuldigte sich ebenfalls: "Das tut mir leid für Buemi. Aber ich habe einfach nichts sehen können und zur Sicherheit langsam gemacht."

Warum krachte Kubica auf der Geraden in Trulli?
 
Kubica wurde ein Opfer der Bedingungen und Toyota-Pilot Trulli war der Leidtragende. "Beim Bremsen bin ich in das stehende Wasser gekommen", klagt der BMW-Pilot über die Bedingungen. "Anstatt zu Verlangsamen ist das Auto immer schneller geworden." Der BMW stieg spektakulär über dem Heck des Italieners auf und zerstörte dessen Heckflügel. "Zum Glück ist niemand verletzt", sagte der Unfallverursacher. Trulli musste sofort aufgeben, Kubica musste gleich zweimal den Frontflügel auswechseln, nachdem der erste Tausch zu Vibrationen im Auto führte.
 
Warum verlor Rubens Barrichello in der Anfangsphase viel Zeit auf die Spitze?
 
Bis zur ersten Safety-Car-Phase verlor Regenspezialist Rubens Barrichello ungewöhnlich viel Zeit auf die Spitze und auf Teamkollege Jenson Button. "Bei uns haben bis zur 19. Runde nur drei Bremsen funktioniert", erklärte der Brasilianer anschließend. "Das machte es noch schwieriger, das Auto auf der Straße zu halten." Doch das Problem löste sich dann von selbst auf: "Beim ersten Stopp heizten die Bremsen auf und es ging wieder. Leider war es da schon etwas zu spät." Neben fünf Punkten für Rang vier ließ sich Rubinho auch die schnellste Rennrunde gutschreiben.

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