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Rennanalyse Grand Prix Italien

Hamilton schmeißt Podium in die Mauer

GP Italien 2009 Foto: dpa 51 Bilder

Das Rennen von Monza war vor allem für Taktik-Feinschmecker ein Leckerbissen. Spektakuläre Szenen waren dagegen Mangelware. Nur Lewis Hamilton sorgte in der allerletzten Runde noch einmal für einen Aufreger und brachte die Tifosi zum Jubeln.

13.09.2009 Tobias Grüner

Ein Stopp oder zwei Stopps - welche Strategie war schneller?

Die Berechnungen der Teams sprachen vor dem Rennen von einem engen Duell zwischen den Einstoppern und den Zweistoppern. Im Rennen wurde es dann schnell eindeutig, dass die beiden Brawn-Boliden auf die richtige Karte setzten, als sie nur einmal ihre Box ansteuerten. "Ich hatte die perfekte Strategie und ein perfektes Autos", strahlte Sieger Rubens Barrichello anschließend. Lewis Hamilton hätte auch ohne seinen Unfall in der letzten Runde keine Chance gehabt. "Meine Strategie war nicht optimal", klagte der Weltmeister.

Auch Adrian Sutil auf Rang drei haderte mit der Taktik. "Da haben wir vielleicht einen Fehler gemacht. Wir dachten, dass noch mehr Teams sich für zwei Stopps entscheiden. Das Team hat unsere Autos gesplittet. Ich hatte wohl die falsche Strategie." Nur der dritte Zweistopper, Kimi Räikkönen, verteidigte seine Wahl. "Ich denke, wir haben das Maximum rausgeholt. Wir mussten versuchen, weit vorne in der Startaufstellung zu stehen und mit KERS noch ein paar Plätze zu gewinnen. Mit einer Einstoppstrategie hätten wir die Brawn heute auch nicht geschlagen."

Warum bog Sebastien Buemi schon eine Runde vor Schluss in die Boxengasse ab?

Der Hamilton-Unfall in der letzten Runde hat zu einiger Konfusion geführt. Die Rennleitung schickte das Safety-Car auf die Strecke, das Sebastien Buemi direkt vor die Nase fuhr. Während die Spitze abgewingt wurde, bog das Safety-Car nach nur einer Runde direkt wieder in die Boxengasse ein. Allerdings waren dabei noch die Lichter angeschaltet, was den Piloten signalisierte, hinterherzufahren.

Und so folgte Buemi auch brav, als der silberne Mercedes von Bernd Mayländer in die Boxengasse abbog. Dummerweise befindet sich der Parc Fermé vor der Ziellinie, weshalb der Schweizer das Rennen offiziell nicht beendet hat. Er verlor dadurch auch noch einen Platz an Hamilton. "Ich habe bei meiner Box nachgefragt und mir wurde gesagt, ich soll dem Safety-Car hinterherfahren", verteidigt sich der Pilot. Einen offiziellen Protest wollte das Team allerdings nicht einreichen.

Warum konnten die beiden Brawn am Start an Heikki Kovalainen vorbei gehen?

In den letzten Rennen hatten die KERS-Autos am Start immer einen riesigen Vorteil. In Monza war das nicht so eindeutig. Rubens Barrichello konnte ohne Hybrid-Antrieb an Heikki Kovalainen vorbeiziehen. "Das hätte ich früher auch nicht für möglich gehalten", staunte der Finne. "In der Einführungsrunde sind die Reifen leider zu stark abgekühlt. Ich hatte absolut keinen Grip und konnte mich nicht wehren." Mit der Strategie und dem Speed des Autos hätte Kovalainen sicher um den Sieg mitfahren können. Doch der Start verhagelte dem Silberpfeil ein gutes Ergebnis.

Wie konnte Hamilton noch in der letzten Runde einen Unfall bauen?

Während das Rennen 52 Runden lang mit Highlights geizte, brachte der letzte Umlauf die Tifosi auf der Haupttribüne plötzlich noch einmal zum Jubeln. Lewis Hamilton verlor in der ersten Lesmo-Kurve die Kontrolle über seinen Silberpfeil. Drei Kilometer fehlten zur Ziellinie. "Ich gab alles, um näher an Jenson Button heranzukommen und ihn mit Hilfe unseres KERS Hybrid vielleicht noch überholen zu können. Dann brach urplötzlich das Heck aus und ich drehte mich in die Streckenbegrenzung."

Ob Hamilton Button so kurz vor dem Ziel noch eingefangen hätte, ist mehr als fraglich. Adrian Sutil nahm seinen Kumpel dennoch in Schutz. "Ich habe es nur aus der Ferne gesehen. Er war wohl schon so nah an Button dran, dass er im Luftstrom Abtrieb verloren hat. Die Ecke ist etwas tückisch. Es tut mir leid für ihn." Hamilton schmiss damit den sicheren Podiumsplatz weg und ging als Zwölfter in die Wertung ein.

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