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Formel 1: Rennanalyse GP Malaysia 2009

Button gewinnt Regen- und Reifenlotterie

GP Malaysia Foto: dpa 55 Bilder

Auch wenn am Sonntag (5.4.) in Sepang bereits nach 31 Runden Schluss war, konnten sich die Zuschauer nicht über mangelnde Action beklagen. Wir sagen Ihnen, wer in der Reifen- und Regenlotterie das große Los gezogen hat.

05.04.2009 Tobias Grüner

Warum wechselte Ferrari so früh auf Regenreifen?
 
Die Szene wirkte bizarr: Die Strecke noch staubtrocken schickte Ferrari Kimi Räikkönen beim ersten Service mit Regenreifen auf die Piste. Force India vollzog nur wenig später den gleichen Reifenpoker. "Wir hatten die Information, dass der Sturm in kürzester Zeit eintreffen sollte", rechtfertigte  Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali anschließend die Entscheidung.

Mangels Regen ging das Spiel nicht auf. Binnen weniger Runden verloren die Profilgummis auf dem griffigen Untergrund an Haftung. Als der Regen dann kam, waren die Reifen hinüber. "Da war mein Rennen dann so gut wie beendet", erklärte Räikkönen nach dem Rennen. Nach aussichtsreichem Start beendete der Finne das Rennen auf Rang 14. Daran hätte auch ein Restart nichts mehr geändert. Wegen eines Problems mit der KERS-Isolierung musste das Auto in die Garage geschoben werden.
 
Warum ging kaum jemand auf Intermediates?
 
Als der Regen endlich einsetzte waren sich die Teams bei der Reifenwahl einig. Bridgestone-Pneus mit viel Profil mussten her. Obwohl der erwartete Niederschlag nur zögerlich einsetze, wagte kaum jemand den Einsatz von Intermediates. Nur Timo Glock riskierte das Vabanque-Spiel. "Ich habe einfach gesagt: Lasst uns das Risiko eingehen. Das war lange Zeit bevor der Regen richtig runter kam und ich wusste nicht, was die anderen Teams machen."

Zu seiner Freude bemerkte der Toyota schnell, dass die Konkurrenz auf den Regenreifen bis zu acht Sekunden langsamer war. "Da habe ich einen nach dem anderen überholt." Am Ende des Husarenritts waren die Gummis allerdings völlig abgewetzt. Aber dann setzte endlich der erwartete Monsun ein und Glock wechselte doch noch auf die Regenreifen. Warum sich nur Glock auf das Spiel mit den Intermediates eingelassen hat? Wenn es in Malaysia regnet, dann normalerweise von Beginn an richtig. Aber am Rennsonntag war nur wenig normal und so tröpfelte es sehr zur Freude von Glock rundenlang vor sich hin.
 
Warum wurde das Ergebnis nach der 31. Runde gewertet?
 
Als das Rennen in der 33. Runde hinter dem Safety-Car abgebrochen wurde, lag Timo Glock wieder vor Nick Heidfeld. Auch die Strategen an der Boxenmauer gingen vom zweiten Platz für den Kölner aus. Erst auf dem Weg zum Podium erfuhr Glock, dass doch "nur" der unterste Platz auf dem Treppchen für ihn reserviert war. "Ich bin trotzdem happy", sagte der Toyota-Pilot. Der Grund ist einfach: Bei einem Rennabbruch kommt immer die vorletzte Runde in die Wertung. Da hatte Glock kurz zuvor auf Regenreifen gewechselt und musste Heidfeld vorbei lassen. Der BMW-Sauber-Pilot verzichtete seinerseits auf den fälligen Stopp und rettete sich mit abgefahrenen Reifen in die Safety-Car-Phase.

Warum gab es schon in den ersten Runden viele spannende Duelle?
 
Auch ohne den Regen wäre der Grand Prix von Malaysia zu einem echten Highlight geworden. Vom Start weg entwickelten sich viele spannende Zweikämpfe mit spektakulären Überholmanövern. Die Grundlage für die engen Duelle bildete der Mix aus der neuen Aerodynamik, dem Hybrid-System KERS und unterschiedlichen Benzinmengen. Beim elektrisierenden Duell Webber vs. Hamilton kam alles zusammen. Über mehrere Runden führten die Beiden einen verbissenen aber immer fairen Zweikampf auf der Strecke.
 
Hamiltons Silberpfeil mangelt es an Abtrieb, zudem war er mit 32 Kilogramm mehr Sprit deutlich schwerer unterwegs als sein australischer Widersacher. Doch durch den geschickten Einsatz des Hybrid-Boosts konnte sich der Weltmeister immer wieder wehren und die verlorene Position zurückerobern. Vor allem beim Beschleunigungsduell hatte der Red Bull trotz leichterem Auto ein ums andere Mal das Nachsehen. Ähnlich gut konnten sich lange auch Nick Heidfeld, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen gegen die KERS-losen Herausforderer wehren. Dabei spielte ihnen natürlich auch die Streckencharakteristik mit den zwei langen Geraden in die Karten.

War es sinnvoll das Rennen auf 17 Uhr zu verschieben?
 
Die Entscheidung, den Start europafreundlich in den späten Nachmittag zu legen, sorgte im Fahrerlager nach dem Rennen für Kritik. Die Regenwahrscheinlichkeit sei zu später Stunde zu hoch, die Lichtverhältnisse bei geschlossener Wolkendecke zu schlecht, lautete der Vorwurf. Am Rennsonntag wäre es aber wohl egal gewesen. Zur üblichen Startzeit nach dem Mittagessen wurde die GP2 ins Rennen geschickt und verwandelte sich ebenfalls in eine Regatta.

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