Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse Grand Prix Monaco

Glück und Pech im Reifenroulette

GP Monaco 2009 Foto: dpa 64 Bilder

Der Grand Prix von Monte Carlo geht nicht gerade als spannendstes Rennen aller Zeiten in die Formel 1-Annalen ein. Die Entscheidung über Erfolg und Misserfolg fiel schon in den ersten Runden.

24.05.2009 Tobias Grüner

Warum waren die weichen Reifen am Ende des Rennens besser als am Start?

Genau wie Adrian Sutil und die beiden Brawn GP ging Sebastian Vettel auf der weicheren Mischung ins Rennen. Binnen weniger Runden bildete sich hinter dem Deutschen eine lange Schlange: "Die Reifen haben stärker abgebaut als wir dachten", erklärte Teamchef Christian Horner den Haftungsverlust. "Wir mussten sogar unseren ersten Boxenstopp vorziehen." Teamkollege Mark Webber ließ sich erst am Ende des Rennens die weichen Reifen aufziehen und war mit dieser Taktik deutlich besser bedient. "Mark verlor deutlich weniger Zeit."

Auch Nico Rosberg kam mit dieser Taktik gut zurecht. "Wir haben unseren Mittelstint extra noch verlängert, weil wir Angst vor den weichen Reifen hatten. Aber dann lief es am Ende besser als erwartet." Aber warum waren die Reifen der Marke "supersoft" zu Beginn des Rennens so schlecht und hinten raus nicht mehr? Die Lösung liegt im Reifenabrieb auf der Straße: "Nach 40 Runden lag so viel Gummi, dass die Reifen viel besser arbeiten konnten", erklärt Rosberg. "Hätten wir das gewusst, wären wir wohl früher zum Wechsel gekommen."

Warum verlor Rubens Barrichello so viel Zeit hinter Jenson Button?

Nachdem Barrichello den Ferrari von Kimi Räikkönen schon vor der ersten Kurve überholt hatte, machte er sich auf die Verfolgung von Teamkollege Jenson Button. Aber schon nach wenigen Runden musste der Brasilianer abreißen lassen. "Durch den mangelnden Abtrieb im Windschatten habe ich Zeit verloren. Meine Reifen waren dadurch ziemlich schnell hinüber."
 
Button konnte an der Spitze das Tempo diktieren und seine Gummis schonen. "Ich dachte erst, Rubens will hinter mir Sprit sparen, bis die Box mir mitteilte, dass er ein Problem mit körnenden Reifen hat." Von dem Rückstand vor dem ersten Boxenstopp erholte sich Barrichello nicht mehr. "Von da an war mein Rennen gelaufen. Eigentlich war es schon im Qualifying entschieden, als Jenson mit einer fantastischen Runde vor mich fuhr. Bei ihm läuft es zur Zeit eben einfach perfekt."

Warum verlor Kimi Räikkönen trotz KERS am Start einen Platz gegen Barrichello?

In Barcelona hatte es noch anders ausgesehen. Dank der 82 zusätzlichen PS aus dem Hybrid-System konnten die Ferrari-Piloten am Start Plätze gutmachen. In Monaco verlor Räikkönen dagegen eine Position gegenüber Barrichello. "Ich stand leider auf der dreckigen Seite. Da war es sehr rutschig. Außerdem waren die Brawn auf weichen Reifen unterwegs, was ihnen am Start sicher auch half." Das größte Problem war allerdings, dass Räikkönen sein KERS nicht richtig nutzen konnte. Bis zur ersten Kurve sind es nur 150 Meter.

Zu wenig um vom KERS-Boost zu profitieren:"Ich habe kurz den Knopf gedrückt, aber da war schon nichts mehr zu machen", sagte Räikkönen enttäuscht. Auch anschließend kam der Finne nicht vorbei, obwohl er über die Zusatzpower verfügte und Barrichello mit abbauenden Reifen kämpfte. Nur Teamkollege Felipe Massa konnte sein KERS einmal effektiv nutzen. Am Start hatte er eigentlich schon einen Platz gegen Nico Rosberg verloren. Doch der Williams-Pilot wurde auf dem Weg zu Sebastian Vettel von seinem Landsmann clever nach außen gedrückt. "Dadurch habe ich in der Kurve Speed verloren. Massa war dann auf einer Höhe und konnte den Berg hoch mit seinem KERS vorbeiziehen."

Wie kam Rosberg dann doch noch an Massa vorbei?

Es war die spektakulärste Szene des ganzen Rennens. Massa verbremst sich beim Versuch Vettel zu überholen und schießt über die Hafenschikane. Nach dem Reglement muss der Brasilianer den Deutschen danach wieder vorbeilassen. "Ich habe gesehen, dass er die Schikane abgekürzt hat", berichtet Rosberg. Der Deutsche klemmte sich ans Heck seines Landsmannes und zog zusammen mit Vettel innen in der Tabak-Kurve am Ferrari vorbei.
 
"Das war ein Fehler von mir", erklärte Massa nach dem Rennen. "Normalerweise muss ich direkt nach innen gehen, damit Vettel außen an mir vorbei muss. Dann kann kein zweites Auto vorbei." Trotzdem versuchte der Brasilianer alles, um seinen Platz zu halten. "Da ist mir kurz das Herz stehen geblieben", berichtet Rosberg. "Ich habe aber Verständnis für Massa. Das ist mir auch schon einmal passiert. Daraus lernt man eben." Für den Verlauf des Rennens spielte das Manöver keine große Rolle. Dank einer besseren Strategie landete Massa am Ende wieder vor Rosberg im Ziel.

Umfrage
Kann die Formel 1 ohne Ferrari leben?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden