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GP China 2016 (Rennen)

Rosberg gewinnt China-Spektakel

GP China 2016 - Podium Foto: xpb 62 Bilder

Drittes Rennen, dritter Sieg: Nico Rosberg war auch beim GP China 2016 das Maß der Dinge. Hinter dem Mercedes-Piloten landete Sebastian Vettel in einem chaotischen und spannenden GP auf Rang zwei. Vor Daniil Kvyat im Red Bull.

17.04.2016 Andreas Haupt

Die Formel 1 steht in der Kritik. An den Rennen der bisherigen Saison liegt das aber nicht. Der GP China war der dritte WM-Lauf des Jahres. Und es war der Dritte mit einem spektakulären Verlauf - inklusive unzähliger Überholvorgänge und zahlreicher Kollisionen. Aber trotzdem ohne Ausfälle. Bemerkenswert.

Ferrari-Kollision am Start

Der Name des Siegers blieb aber am Ende derselbe wie schon zum Auftakt in Australien und Bahrain: Nico Rosberg. Nur am Start musste der Mercedes-Pilot seine Führung kurz abgeben. Daniel Ricciardo katapultierte sich in seinem Red Bull am Mercedes vorbei und bog als Erster in die bekannte Schneckenkurve. Dahinter ging es rund und die Carbon-Teile flogen.

Im Parallelflug schossen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen in die Kurve. Doch Vettel rechnete nicht mit Daniil Kvyat, der innen reingrätschte. "Wie ein Verrückter. Mit diesem Speed konnte er die Kurve nicht bekommen", schimpfte der Ferrari-Pilot. Ein Funkspruch in der Hitze des Gefechts. Und etwas unnötig. Denn der Russe bekam die Kurve, ohne den Ferrari zu berühren. Als Vettel den Red Bull bemerkte, lenkte er nach links und traf Räikkönen. Das Auto mit der Nummer 5 rasierte seinem finnischen Teamkollegen den Frontflügel weg.

Weiter hinten musste Felipe Nasr zuerst einem Trümmerteil und dann Kimi Räikkönen ausweichen. Sein Manöver wurde Lewis Hamilton zum Verhängnis, der vom letzten Startplatz aus schon ein paar Fahrer überholt hatte. Hamilton fuhr sich unverschuldet am Sauber den Frontflügel ab. Zudem erwischte es in den ersten Kehren Romain Grosjean.

Auch danach kehrte keine Ruhe ein. In der dritten Runde überholte Rosberg mit DRS seinen Vordermann. Just in diesem Moment platzte an Ricciardos Auto der linke Hinterreifen. Die vielen Trümmerteile auf der Strecke hatten den Gummi aufgeschlitzt. Die Rennleitung reagierte und schickte Bernd Mayländer im Safety Car raus. Ricciardo rettete sich in die Box.

Vettel mit Überholmanöver vor Boxengasse

Die meisten Fahrer nutzten die Chance, um die Supersofts abzulegen. Dabei kam es zu einer spektakulären Szene. Nico Hülkenberg nahm bei der Einfahrt zur Box Tempo raus, um Abstand zu Sergio Perez zu schaffen. Während sich Carlos Sainz brav anstellte, rauschte Vettel links an beiden vorbei und scherte vor der Boxenlinie wieder auf die Ideallinie ein.

Ein bisschen erinnerte das Manöver an jenes von Fernando Alonso aus dem Jahr 2010 gegen Felipe Massa. Mit dem Unterschied, dass sich der Spanier damals in der Linkkurve vor der Einfahr vorbeiquetschte. Die Rennleitung belegte Hülkenberg später mit einer Fünfsekundenstrafe, weil er zu viel Geschwindigkeit rausgenommen hatte.

Nico Rosberg brauchte das nicht zu interessieren. Als das Safety Car reinkam, flog er in seinem Silberpfeil der Konkurrenz davon. Kontinuierlich baute er seinen Vorsprung aus und verlor die Führung auch nicht während seiner zwei Boxenstopps. Nach 56 Runden fuhr er zu seinem dritten Saisonsieg. Es war zudem der sechste in Serie. "Das war wahrscheinlich die beste Balance, die ich je in einem Auto hatte. Einfach unglaublich", lobte der Sieger sein Team über Funk.

In dem ereignisreichen Rennen kam Sebastian Vettel trotz des frühen Zwischenfalls mit seinem Stallgefährten noch auf den zweiten Rang. Dabei musste sich der viermalige Weltmeister immer wieder von weiter hinten durch das Feld wühlen. Und das mit einer demolierten Endplatte an seinem Frontflügel nach einem Kontakt mit Valtteri Bottas.

Den entscheidenden Überholversuch setzte er in der 36. Runde gegen Daniil Kvyat, nachdem beide Piloten zuvor das dritte Mal die Reifen gewechselt hatten. Ferrari wählte die weicheren Softs, während Red Bull die Medium-Mischung aussuchte, auf die zuvor die Mehrzahl des Feldes gegangen war. An den Sieg war nicht zu denken: Im Ziel fehlten Vettel 37,7 Sekunden. Über Funk entschuldigte er sich in der Auslaufrunde noch für den Zusammenstoß mit Räikkönen. "Der zweite Platz ist ein tolles Ergebnis aufgrund der zahlreichen Vorfälle", meinte Vettel in der Pressekonferenz.

Ricciardo trotz Reifenpanne Vierter

Trotzdem durfte sich auch Kvyat freuen. Seine beherzte Fahrt führte ihn auf das Podest. Das zweite Mal in seiner Karriere nach dem GP Ungarn 2015. Dahinter überquerte Daniel Ricciardo trotz seiner frühen Reifenpanne den Zielstrich. Wieder einmal zeigte der Australier, dass er zu den besten Überholern im Feld gehört. Mit 27 Punkten reist Red Bull mit der dicksten Ausbeute des bisherigen Jahres aus China ab.

Auch Kimi Räikkönen ließ sich von seinem Pech in der Anfangsphase nicht aus der Ruhe bringen. Der Iceman quetschte seinen Ferrari voll aus und erreichte noch den fünften Platz. Vor Felipe Massa und Lewis Hamilton, die er beide in der Schlussphase kassierte. Der Weltmeister kämpfte aber mit stumpfen Waffen. Sein Mercedes war am Unterboden und Frontflügel beschädigt.

In dem chaotischen GP kam Hamilton insgesamt fünf Mal an die Box. Vor diesem Hintergrund und seinem letzten Startplatz war der siebte Rang noch ein ordentliches Resultat. Allerdings muss er in der WM aufpassen, dass ihm Rosberg nicht weiter enteilt. Der Abstand beträgt schon 36 Zähler (75 zu 39).

Auf der achten und neunten Position kamen die Toro Rosso-Piloten Max Verstappen und Carlos Sainz ins Ziel. Der Niederländer profitierte von einem späteren Reifenwechsel und gewann das teaminterne Duell der Youngster. Den letzten Punkt räumte Bottas ab.

Nico Hülkenberg ging dagegen als 15. leer aus. Genau wie Pascal Wehrlein als 18. Dennoch erlebte der 21-Jährige einen auch für ihn ereignisreichen GP. Weil seine Manor-Truppe ihn während der ersten Safety-Car-Phase auf der Piste ließ, belegte er zwischenzeitlich gar den vierten Rang. Mit unterlegenem Material konnte sich Wehrlein gegen die Konkurrenz aber nicht dauerhaft zur Wehr setzen.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Nico RosbergMercedes1:38:53.891 Std.
2. Sebastian VettelFerrari+ 0:37.776
3. Daniil KvyatRed Bull+ 0:45.936
4. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:52.688
5. Kimi RäikkönenFerrari+ 1:05.872
6. Felipe MassaWilliams+ 1:15.511
7. Lewis HamiltonMercedes+ 1:18.230
8. Max VerstappenToro Rosso+ 1:19.268
9. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+1:24.127
10. Valtteri BottasWilliams+ 1:26.192
11. Sergio PerezForce India+ 1:34.283
12. Fernando AlonsoMcLaren+ 1:37.253
13. Jenson ButtonMcLaren+1:41.990
14. Esteban GutierrezHaas+ 1 Runde
15. Nico HülkenbergForce India+ 1 Runde
16. Marcus EricssonSauber+ 1 Runde
17. Kevin MagnussenRenault+ 1 Runde
18. Pascal WehrleinManor+ 1 Runde
19. Romain GrosjeanHaas+ 1 Runde
20. Felipe NasrSauber+ 1 Runde
21. Rio HaryantoManor+ 1 Runde
22. Jolyon PalmerRenault+ 1 Runde
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