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Rennstrategie in Monza

Vettel und Rosberg mit Taktikpoker

Rosberg & Schumacher - GP Italien - Monza - 10. September 2011 Foto: xpb 61 Bilder

Sebastian Vettel und Nico Rosberg gehen mit einer alternativen Taktik in den GP Italien. Wenn bei Vettel alles nach Plan läuft, dann sieht ihn nach dem Start keiner mehr. Rosberg dagegen setzt auf den Überraschungseffekt. Ein Safety-Car oder hoher Reifenverschleiß.

10.09.2011 Michael Schmidt

Der Grand Prix von Italien könnte eines dieser Rennen werden, bei dem die wichtigsten Entscheidungen schon vor dem Abschlusstraining getroffen worden sind. Sebastian Vettel und Nico Rosberg taktieren gegen den Trend. Doch während Vettel auf ein Rennen ohne Zwischenfälle setzt, hofft Rosberg auf ein bisschen Chaos. Der eine fährt auf Sieg, der andere träumt von einem Podestplatz.

Vettel will vorne wegfahren

Das Rätsel um den enttäuschenden Top-Speed von Sebastian Vettel ist geklärt. Dass der Red Bull für seinen hohen Abtrieb bezahlt, ist eine Erklärung. Dass Vettel seinen siebten Gang extrem kurz übersetzt hat, die andere. Deshalb auch die 8,4 km/h Unterschied zu Teamkollege Mark Webber.

"Vettel plant einen Grand Prix von der Spitze weg", urteilt Ross Brawn aus der Ferne. "Wenn er den Start gewinnt, wird er vorne ein einsames Rennen fahren. Sein Auto ist auf Rundenzeit und nicht auf Top-Speed abgestimmt." Pirelli-Sportchef Paul Hembery glaubt: "Im Renntrim sind die Red Bull eine Sekunde pro Runde schneller. Wenn sie frei fahren können."

McLaren am Start chancenlos?

Das Schlimmste, was dem Trainingsschnellsten passieren kann, ist ein schlechter Start. "Wenn er mal hinten liegt, wird es schwer sein an den Gegnern vorbeizukommen", fürchtet ein Renault-Ingenieur. "Da fehlt ihm auf der langen Zielgeraden hinten raus der Top-Speed, weil er in den Begrenzer fährt." Er muss dannn darauf hoffen, dass ihn der geringere Reifenabbau wieder nach vorne bringt.

Die McLaren-Piloten glauben, dass Vettel sich verzockt hat. Doch der Deutsche geht ein kalkuliertes Risiko ein. Die Rennen, bei denen die McLaren einen besseren Start hatten als er, sind eher die Ausnahme. Im Beschleunigungsduell ist der Red Bull besser übersetzt. Der Top-Speed-Vorteil der McLaren beträgt außerdem nur sechs km/h.

Jenson Button und Lewis Hamilton haben ihre silbernen Raketen ebenfalls mehr Richtung Rundenzeit als Top-Speed abgestimmt. Ferrari hätte den nötigen Topspeed, wird aber wahrscheinlich nie in Vettels Nähe kommen.

Rosberg setzt auf Chaos-Rennen

Nico Rosberg spielt einen anderen Poker. Der Mercedes-Pilot schenkte ein paar Startpositionen her, um das Rennen mit den harten Reifen beginnen zu können und dann zwei Mal auf weiche Sohlen zu gehen. Dafür hat sich der Blondschopf zwei frische Satz weiche Reifen für den Grand Prix aufgehoben.

Der Unterschied zu den weichen Reifen beträgt auf eine Runde eine Sekunde. Doch die harten Reifen halten deutlich länger. Nach Berechnungen von Pirelli bis zu 25 Runden. Wer mit den weichen Reifen bei voller Benzinladung startet, riskiert möglicherweise Blasenbildung. Rosberg hat am Freitag in einem Dauerlauf gelernt: "Wir kommen mit den harten Reifen ohne Blasen durch den ersten Turn."

Der WM-Siebte hat ganz bewusst auf die Alternativstrategie gesetzt: "Wenn es ein ganz normales Rennen gibt, bin ich mit dieser Taktik so gut wie alle anderen auch gerüstet. Passiert aber irgendetwas Unvorhergesehenes wie zum Beispiel ein Safety-Car oder Probleme mit den Reifen, dann kann ich davon profitieren." Insgeheim hofft man bei Mercedes auf den ersten Podestplatz des Jahres.

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