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Ricciardo rein, Kvyat raus

"Die Geraden wurden immer länger"

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Russland - Sochi - Samstag - 10.10.2015 Foto: xpb 44 Bilder

Das Sochi Autodrom ist keine Strecke für Red Bull. Zwei lange Geraden, 61 Prozent Vollast, dazu viele 90 Grad-Kurven. Daniel Ricciardo schaffte den Sprung in die Top 10, Daniil Kvyat nicht. Dabei hatte Ricciardo ein schlechtes und Kvyat ein gutes Gefühl.

10.10.2015 Michael Schmidt

Sechs Geraden, zwei davon über einen Kilometer Länge, 18 Kurven, 12 davon im rechten Winkel. Das ist keine Strecke für Red Bull. Im Topspeed fehlten Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat zwischen 11 und 16 km/h auf die schnellsten Piloten mit Mercedes-Motoren. "Dazu gibt es so viele 90 Grad-Kurven. Das ist nicht ideal für uns, weil wir langsam auf die Gerade raufkommen. Und dann spielt der Power-Faktor eine größere Rolle. Ich hatte das Gefühl, die Geraden wurden immer länger", lachte Ricciardo mit Galgenhumor.

Setup-Änderung in die falsche Richtung bei Red Bull

Monza ist aus Sicht von Red Bull die schlechteste Strecke. Doch dann kommt bereits Sochi. Auch, weil es der Kurs mit dem höchsten Spritverbrauch ist. Ricciardo: "Wir werden im Rennen fast jede Runde lift and coast machen müssen. Ich kann nur hoffen, den anderen geht es nicht besser." Red Bull hat wie Toro Rosso die Flügel flacher geastellt. "Dabei ist das eine Strecke, auf der du eigentlich maximalen Anpressdruck fahren willst." Und warum ist ToroRosso dann schneller: "Das Auto hat ein bisschen weniger Luftwiderstand als unseres." Die Topspeeds unterstreichen das. Max Verstappen war auf den beiden Geraden um 3 bis 5 km/h schneller.

Für Red Bull war der Sprung ins Q3 ein Kampf. Ricciardo hat ihn als Neunter geschafft. Kvyat verfehlte die Hürde knapp. Obwohl er nur 0,209 Sekunden langsamer war. "Mein Auto fühlte sich gut an", meinte der Russe. "Nur im entscheidenden Versuch habe ich die Reifen nicht ganz in ihr Fenster gebracht. Es war mit den wenigen Runden im Freien Training schwer abzuschätzen, welche Strategie besser war. Sollte ich in der ersten Runde die Zeit holen, in der dritten oder vielleicht erst in der fünften? Wäre ich ins Q3 gekommen, hätte ich es wahrscheinlich mit nur einer Runde probiert."

Teamkollege Ricciardo baute sein Auto für die letzte K.O.-Runde im Rahmen des Erlaubten noch um. "Zuerst hat das Auto untersteuert. Wir haben dann mit dem Flügel und den Reifendrücken gespielt. Leider ging der Schuss nach hinten los. Ab Kurve 4 ist das Heck nur noch herumgerutscht. Ich war im Q3 sieben Zehntel langsamer als im Q2." Der Ärger des Australiers hielt sich in Grenzen: "Besser als Platz 8 wäre es heute sowieso nicht geworden. Ich hoffe, dass wir im Renntrim etwas stärker aussehen, zweifle aber, dass wir es in die Top 5 schaffen."

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