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Richards will McLaren-B-Team

Foto: dpa

Prodrive-Chef David Richards streckt die Fühler nach dem gescheiterten Direxiv-Projekt von Jean Alesi aus, das berichtet die britische "Autosport". Mancher abgelehnte Bewerber um einen Formel 1-Platz 2008 orientiert sich dagegen in ganz andere Richtungen, eines davon in die DTM.

20.07.2006 Markus Stier

Kaum sickerte durch, dass Jean Alesis Geldgeber Direxiv Pläne für ein von McLaren betreutes Formel 1-Team begraben hat, scheint sich ein Interessent für das Projekt gefunden zu haben. Laut "Autosport" will David Richards, der den einzig freien zwölften Formel 1-Platz 2008 ergatterte, mit McLaren-Chassis und Mercedes-Motoren in die Königsklasse zurückkehren.

Der Online-Dienst des Magazins berichtet, dass Richards von jeher die Überzeugung vertreten habe, es sei leichter, mit einem Kundenteam in die Formel 1 einzusteigen, als das komplette Team selbst aufzuziehen. "Wir wollen einen neuen, weniger arbeitsintensiven Weg finden, der einige in Stein gemeißelte Grundsätze, wie ein Formel 1-Team strukturiert zu sein hat, erschüttern wird", kündigte Richards an. Der Engländer weilte am vergangenen Wochenende beim GP Frankreich. Angeblich traf sich Richards schon mit McLaren-Mitarbeitern zu konkreten Verhandlungen.

Stoddart will in die Champcar-Serie

Der frühere Minardi-Besitzer Paul Stoddart war mit seiner Bewerbung gegenüber Richards bei der FIA durchgefallen und scheint nun eine Ersatzbefriedigung gefunden zu haben, um seiner Rennleidenschaft weiter zu frönen. Der Australier will in die amerikanische Champcar-Serie einsteigen.

"Da ist schon was dran, aber wir stehen noch ganz am Anfang", sagt Stoddart, der bestätigt, dass er mit der niederländischen Muerman-Gruppe als Geldgeber verhandelt. Muerman war bereits Sponsor bei Minardi, unterstützt zur Zeit ebenso den Belgier Jan Heylen in der aktuellen Champcar-Saison wie Formel 1-Testfahrer Robert Doornbos, der bei Stoddart als möglicher Champcar-Fahrer gehandelt wird. Aber Stoddart kann sich auch ehemalige Minardi-Männer wie Bas Leinders oder Zsolt Baumgartner vorstellen.

Carlin mit Honda oder Toyota?

In England wurde vor der Entscheidung für Prodrive der ehemalige Lotus-Manager Trevor Carlin als starker Formel 1-Bewerber gehandelt. Der aktuelle Formel 3-Teamchef plant aber nun mit geschlossenen Autos weiter: "Ich würde wirklich gerne in die DTM einsteigen", gesteht Carlin und signalisiert, dass ihm jeder Partner gerade recht wäre, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Sollte er einen Partner finden, wäre der Brite auch bereit, der britischen Formel 3-Serie den Laufpass zu geben, um mit seinem Formel 3-Team in die Euro-Serie zu wechseln, die im Rahmenprogramm der DTM fährt. Die zu klärende Frage ist nur, welchen Hersteller Carlin zum Einstieg bewegen kann. In der Formel 3 ist er mit der Honda-Tochter Mugen verbandelt, doch ein DTM-Einstieg von Honda lag bisher in weiter Ferne. Angeblich will die Toyota-Luxus-Marke Lexus noch in diesem Monat über ein DTM-Engagement entscheiden.

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