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Risiko-Strategie wurde belohnt

Warum splittet Ferrari Taktik nicht?

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Russland 2015 Foto: Ferrari 69 Bilder

Sergio Perez und Jenson Button wurden für ihre Risiko-Strategie belohnt. Daniel Ricciardo und Carlos Sainz hatten Pech. Doch warum sind nicht mehr Teams dem Beispiel der 4 gefolgt? Ferrari hätte seine Strategie splitten müssen, meinen Experten.

12.10.2015 Michael Schmidt

Für 4 Teams war die zweite Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Romain Grosjean das Kommando zum Pokern. Sergio Perez, Jenson Button, Daniel Ricciardo und Carlos Sainz holten sich schon nach 12 Runden die harten Reifen, Marke "soft" ab. Und mussten fortan 41 Runden mit dieser Garnitur überstehen. Nico Rosberg hatte im Vorjahr sogar 52 Runden geschafft. Doch diesmal waren die beiden Reifenmischungen eine Stufe weicher. Und das Rennen war schneller.

Sogar Force India bekam Angst vor der eigenen Courage. "Wir dachten, dass die Reparatur der Absperrungen 4 Runden länger dauern würde. Als das Rennen dann früher als erwartet freigegeben wurde, wussten wir, dass es eng wird. Perez musste schon zwischendrin Reifen schonen", erzählte Teammanager Andy Stevenson. Die Reifenspezialisten des Teams hatten zu dieser Taktik geraten. Sie hatten ausgerechnet, dass Perez am Ende auf Platz 5 landen würde. Der dritte Rang war dann ein Geschenk.

Ferrari sieht Taktik-Fehler nicht ein

Hinterher fragten sich alle, warum Ferrari nicht die Strategie gesplittet hat. "Sie hätten Räikkönen auf Risiko setzen müssen, um Mercedes so unter Druck zu setzen. Das hätte am Ende Vettel helfen können", warfen die Experten ein.

Mercedes-Chefstratege James Vowles gab zu: "Wenn Kimi in Runde 12 reingekommen wäre, hätten wir uns gegen zwei Taktiken absichern müssen. Die von Vettel und die von Räikkönen. Das ist immer schwierig. Für uns kam der frühe Stopp nicht in Frage, weil wir nur noch ein Auto im Rennen hatten. Da tust du das, was nahe liegt. Also draußenbleiben."

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene wollte Kritik an Ferraris Marschroute nicht gelten lassen. Er dankte plakativ seinem Strategen Inaki Rueda. "Wenn Kimi in der letzten Runde an Bottas vorbeigekommen wäre, hätten uns alle für zwei Podiumsplätze gefeiert." Technikchef James Allison erklärte: "Wir dachten zu dem Zeitpunkt, dass Draußenbleiben die richtige Strategie sei. Das haben die anderen Autos vor uns ja auch gemacht. Also haben wir beide Autos auf der Strecke gelassen."

Bei anderen Teams ging die Doppelstrategie aber auf. Daniel Ricciardo wäre ohne sein Aufhängungsproblem vor Daniil Kvat gelandet. Carlos Sainz ohne seinen Bremsdefekt vor Max Verstappen. Jenson Button landete sicher in den Punkten. Mit etwas mehr Motoren-Power in der Verteidigungsschlacht hätte es am Ende sogar noch mehr werden können als Platz 9.

Sauber hoffte auf Unterbrechung

Sauber überlegte kurz, ob man mit Felipe Nasr nicht auf die Boxenstopps seiner Gegner hätte reagieren sollen. Zum Schluss entschied man sich aus zwei Gründen dagegen. "Wir haben uns nicht zugetraut, 41 Runden auf einem Satz zu fahren. Das sind noch mal 7 Runden mehr als die 34 Runden, die Felipe im ersten Stint abgespult hat. Und diese Reifen waren wirklich am Minimum. Da hätte er keine weitere Runde mehr fahren können", erklärte Teammanager Beat Zehnder.

Die zweite Überlegung war ein Poker in die andere Richtung. "Die Bande sah nach Grosjeans Unfall stark beschädigt aus. Wir haben darauf spekuliert, dass die Rennleitung das Rennen unterbricht. Das macht sie immer dann, wenn die Safety-Car-Phase besonders lang dauern würde. In dem Fall wären die frühen Stopper angeschmiert gewesen, und wir hätten Positionen und einen Boxenstopp geschenkt bekommen." Bei einer Unterbrechung sind Reifenwechsel erlaubt.

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