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Robert Kubica

Der Mann der Stunde

Foto: dpa 41 Bilder

Für Robert Kubica ist die Welt wieder in Ordnung. Der Pole stand zwei Mal auf dem Siegerpodest, und seit dem GP Bahrain hat er auch seine erste Pole Position auf dem Konto.

11.04.2008 Michael Schmidt

Am Ende war er über Platz drei fast ein bisschen enttäuscht: "Ohne den schlechten Start und das Problem in der zweiten Runde, das mich Platz zwei gekostet hat, hätten wir vielleicht mit Räikkönen um den zweiten Platz kämpfen können." Kubica hatte seinen Ingenieuren schon in der Formationsrunde von stark durchdrehenden Hinterrädern berichtet, immer wenn er versuchte, die Reifen durch Burnouts auf Temperatur zu bringen. "Sie haben stärker durchgedreht als normal. Beim richtigen Start war es dann genauso. Ich gab Gas, aber das Auto rührte sich nicht von der Stelle."

Und was war in der zweiten Runde los? "Erst fuhr ich über Trümmerteile, dann über Öl. Das Auto rutschte, und ich dachte, dass ich mir einen Reifenschaden eingehandelt habe. Bis ich merkte, dass alles in Ordnung war, hing Kimi schon voll in meinem Getriebe. Ich konnte mich nicht wehren. Wichtig für Kubica ist, dass er in der Punktetabelle zu Nick Heidfeld aufgeschlossen hat und im Trainingsduell mit 3:0 gegen den Teamkollegen führt.

Kubica kontert

Im letzten Jahr hatte der Deutsche noch mit 12:4 im Training und mit 61:35 nach Punkten die Nase klar vorn. Für Kubica war es wichtig, in diesem Jahr zu kontern, denn Ende 2008 ist der 23-jährige Schlacks aus Krakau unter Umständen auf dem Markt, wenn BMW seine Option nicht zieht. Die Entdeckung des Jahres 2006 hat sich anders vorbereitet als in der Vergangenheit. Weniger PR- und Marketingtermine, mehr Freizeit. Das sollte ihm helfen, sich voll auf den Job zu konzentrieren.

Seit Anfang Februar hungert er. "Die Ingenieure haben mir erklärt, dass ein paar Kilogramm weniger einen großen Unterschied ausmachen können." Mehr Ballast bedeutet, dass der Schwerpunkt sinkt, und dass man mehr Freiheiten bei der Gewichtsverteilung hat. Bis zum Saisonbeginn in Melbourne hatte Kubica sechs Kilogramm abgespeckt, nur von Obst, Gemüse und Fisch gelebt. "Brot, Reis und Nudeln waren tabu." Dafür belohnte er sich mit einem neuen Kampfgewicht von 73 Kilogramm. "Nicht schlecht für einen, der 1,85 Meter lang ist", lacht Kubica gequält.

Zurück zu alter Form

Nach dem Rennen in Bahrain war es mit der Enthaltsamkeit erst einmal vorbei. Kubica saß vor einem riesigen Berg Nudeln und einem großen Stück Fleisch. Es gibt noch andere Gründe dafür, dass er zu alter Form zurückgekehrt ist. Mit seinem neuen Renningenieur Antonio Cuquerella findet er wieder das Setup, das er für seinen wilden Fahrstil braucht. Und der Pole profitiert auch vom Wegfall der elektronischen Hilfen. "Seit die Motorbremse verschwunden ist, blockieren beim Anbremsen nicht mehr die Hinterräder. Das klingt unlogisch, weil die Motorbremse genau das verhindern sollte, ist aber so. Vielleicht war unser altes System zu kompliziert."

Kubica steht sich aber immer noch manchmal selbst im Weg. Beim geringsten Problem hat er den Verdacht, dass sich alles und alle gegen ihn verschwören. Dann fährt er aus der Haut, ohne lang nachzudenken. Wie in Melbourne, als er die Strategieänderung während des Rennens kritisierte, dabei aber vergaß, dass der Plan aufgegangen wäre, wenn die Rennleitung nicht den Fehler gemacht hätte, Sebastien Bourdais gegen alle SafetyCar-Regeln tanken zu lassen. Und genau dieser Bourdais machte Kubica das Rennen kaputt.

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