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Robert Kubica - Rallye-Unfall in Italien

Arzt rechnet mit langer Heilungszeit

Robert Kubica Foto: xpb 19 Bilder

Update ++ Robert Kubica ist am Sonntag (6.2.) bei einer Rallye in Italien schwer verunglückt. Der Renault-Pilot zog sich schwere Verletzungen an der Hand und den Beinen zu. Nach der mehr als siebenstündigen Operation rechnen die Ärzte mit einer langen Pause.

06.02.2011

Nach einem schweren Rallye-Unfall bleibt Formel-1-Pilot Robert Kubica die zunächst befürchtete Handamputation erspart - der Pole muss aber um die Fortsetzung seiner Rennfahrer-Karriere bangen. Gut einen Monat vor dem Saisonstart am 13. März in Bahrain hatte sich der Lotus-Renault-Fahrer bei dem Unfall in der Nähe von Genua am Sonntagmorgen zahlreiche Bein- und Armbrüche zugezogen. In einer siebeneinhalbstündigen Operation rettete das siebenköpfige Ärzteteam danach die zertrümmerte rechte Hand.

Er sei zuversichtlich, dass Kubica seine Hand innerhalb eines Jahres wieder vollständig gebrauchen kann, sagte Hand-Spezialist Igor Rossello am späten Sonntagabend dem Sender Sky Italia. "Es war ein wirklich schwieriger Eingriff und es bestand das Risiko, dass er seine Hand verlieren würde", so der Mediziner. Es werde noch einige Tage dauern, bis sie das ganze Ausmaß der Verletzung erkennen könnten.

Kubicas Manager Daniele Morelli hatte zuvor mitgeteilt: "Die Chirurgen versuchen, die Funktionsfähigkeit der rechten Hand wiederherzustellen." Zunächst seien die Knochenbrüche behoben worden. Nun kümmerten sich die Ärzte um die verletzte Muskulatur. Kubicas Eltern seien bereits auf dem Weg zu ihrem Sohn. Der Pole schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte ein Sprecher der Klinik Santa Corona in Pietra Ligure.

Schwere Verletzungen nach Rallye-Crash

Kubica war bei der Rally "Ronde di Andora" am Steuer eines Skoda Fabia 2000 in der Gemeinde San Lorenzo in der Nähe von Genua auf nassem Asphalt ins Schleudern geraten und gegen eine Leitplanke gekracht. Diese bohrte sich in das Auto. Der Wagen schleuderte anschließend weiter und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen die Mauer einer Kirche. Während sein Co-Pilot Jacub Gerber unverletzt aus dem Auto stieg, erlitt Kubica schwere Verletzungen.

Rettungskräfte konnten den Polen erst eine Stunde nach dem Unfall aus dem Auto schneiden. Anschließend wurde Kubica intubiert und per Hubschrauber ins Krankenhaus Santa Corona nach di Pietra Ligure gebracht. Der Formel 1-Pilot sei dabei bei Bewusstsein gewesen, teilte sein Team mit.

Hand durchblutet und warm

Erst bei der Untersuchung im Krankenhaus wurde das gesamte Ausmaß der Verletzungen klar. Der rechte Arm und das rechte Bein waren gleich mehrfach gebrochen. Am Unterarm erlitt Kubica zudem zwei tiefe Schnittwunden, die die Beweglichkeit seiner Hand gefährdeten. Auch für Handspezialist Igor Rossello war es keine gewöhnliche Operation. "Es gab ernste Verletzungen an den Knochen und Bändern", erklärte der Arzt. "Nach der Operation war Roberts Hand durchblutet und warm, was Mut macht."

Über Nacht blieb Kubica zunächst im künstlichen Koma. Nach den Plänen der Mediziner sollte er am Morgen aufgeweckt werden. Nach dem Crash von Kubica wurde die Rallye mit 115 Teilnehmern unterbrochen. Die Polizei beschlagnahmte wie üblich in solchen Fällen das Auto, um es zu untersuchen.

Mit den berichteten Verletzungen wird Kubica defintitiv nicht beim Formel 1-Saisonauftakt in Bahrain am Start stehen können. Über mögliche Ersatzfahrer kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden. Zwar hat Renault mit Bruno Senna und Romain Grosjean gleich zwei dritte Piloten, allerdings haben beide noch nicht bewiesen, dass sie einen Kubica qualitativ ersetzen können.

Chance für Heidfeld?

Eine mögliche Lösung ist, dass der deutlich erfahrenere Nick Heidfeld das Cockpit übernimmt. Der ehemalige Sauber-Pilot hatte im Herbst lange mit der Teamleitung über einen Platz im zweiten Renault verhandelt. Am Ende entschied sich der Rennstall dann aber doch für Vitaly Petrov und gegen den Routinier. Auch Nico Hülkenberg wäre eine Option. Das Supertalent aus dem Rheinland ist aktuell als dritter Fahrer bei Force India im Einsatz.

Noch am vergangenen Donnerstag hatte Kubica in Valencia zum Abschluss der ersten Formel-1-Testfahrten des Jahres die Bestzeit gefahren. Er und Lotus Renault gelten als Geheimtipp für die kommende Weltmeisterschaft.

Kubica mit Crash-Vergangenheit

In der Formel 1 hatte der Pole 2007 einen der spektakulärsten Crashs überlebt. Beim Grand Prix von Kanada in Montréal war er im BMW-Sauber abgeflogen. Sein Auto wurde komplett zerstört, er blieb fast ohne Blessuren. Ein Jahr später holte er an gleicher Stätte seinen ersten und bisher einzigen Grand-Prix-Sieg.

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