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Kubicas Reifengeheimnis

Weiche Mischung nur wegen Startvorteil

Renault F1 Foto: xpb 25 Bilder

Robert Kubica zählt nach dem Qualifying in Valencia zu den Geschlagenen. Der Pole galt nach der zweitbesten Zeit im dritten Training als Geheimfavorit. Doch als es um die Wurst ging, stürzte der Renault-Pilot auf Rang sechs ab. Und war genauso ratlos wie die Mercedes-Piloten.

27.06.2010 Michael Schmidt

Robert Kubica versuchte das Gute in seinem sechsten Startplatz zu sehen. "Ich bin nur sieben Hundertstel von der zweiten Startreihe entfernt." Prinzipiell ist ein sechster Startplatz für den WM-Siebten kein schlechtes Ergebnis. Aber in Valencia durfte er von der Pole Position träumen. Vor ihm hatten die Red Bull die meiste Angst. "Kubica macht uns Sorgen", gab Teamberater Helmut Marko zu. "Er kommt als einziger mit den weichen Reifen sofort auf Speed."

In der ersten K.O.-Runde der Qualifikation bestätigte Kubica seine Rolle als Geheimfavorit. Der Renault mit der Startnummer 11 stand ganz oben. Auch in Q2 hatte Kubica noch Sichtkontakt zur Spitze. Sebastian Vettel war nur um 0,047 Sekunden schneller.

Kubica auf weichen Reifen chancenlos

Dann sattelten die Top Ten auf weiche Reifen um. Und Kubica stürzte auf Rang sechs ab. Der Abstand zum Trainingsschnellsten Vettel betrug stolze 0,550 Sekunden. Der 25-Jährige aus Krakau schob das Ergebnis auf die weichen Reifen. "Mein Auto fühlte sich auf dem harten Gummi besser an. Auf den weichen Dingern hat sich das Auto zu stark bewegt." Und warum ist er dann überhaupt mit der Marke "supersoft" ins Top Ten-Finale gegangen, wenn er glaubt, der harte Reifen hätte für ihn eine bessere Rundenzeit gebracht? "Nur wegen dem Start. Da kann ich auf den Gripvorteil des weichen Reifens nicht verzichten."

Auch der Renault-Pilot hat das Reifenrätsel noch nicht vollständig entschlüsselt. Zwischen seiner Superrunde am Morgen und der entscheidenden Runde in der Qualifikation lagen nur drei Stunden. "Die Asphalttemperaturen sind gestiegen. Da reagiert der weiche Reifen empfindlicher als der harte. Je heißer es wird, umso mehr geht mir das Gefühl für den Reifen abhanden", erzählt Kubica. Deshalb hält er auch Kritik an Mercedes GP und Michael Schumacher für übertrieben. "Wir kämpfen alle mit ähnlichen Problemen. Die einen mehr, die anderen weniger. Das hängt vom Auto ab. Der Fahrer kann da höchstens ein Prozent dazu beitragen."

Renault-Fortschritt nicht genau erkennbar

Auch wenn die launischen Reifen die wahren Qualitäten der Autos überdecken, scheint sich herauszukristallisieren, dass Renault mit seinem Aerodynamikpaket einen Schritt nach vorne gemacht hat. Wie Ferrari und Mercedes folgte auch Renault dem Red Bull-Weg und bläst nun die Auspuffgase seitlich auf den Diffusor. Kubica hält sich mit einem endgültigen Urteil noch zurück: "Mein Gefühl sagt mir, dass es besser geht, und die Daten belegen das. Ob wir an Mercedes vorbeigezogen sind, werden wir erst in ein paar Rennen wissen, wenn wir mehr Ergebnisse auswerten können."

"Es kann hier in Valencia auch am Streckentyp gelegen haben, der unserem Auto einfach besser liegt. Oder an der Behandlung der Reifen. Da sind schnell mal ein paar Zehntel gewonnen oder verloren." Renault ist laut Kubica mit dem Prinzip des angeblasenen Diffusors noch nicht auf der sicheren Seite. "Dieses Konzept hat seine Vor- und Nachteile, und wir haben noch nicht alle Tücken, die sich bei dieser Lösung verbergen, unter Kontrolle."

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