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Mexiko-Chef Rodrigo Sanchez im Interview

"Noch mehr Tribünen für Mexiko-GP"

Impressionen - Formel 1 - GP Mexiko - 31. Oktober 2015 Foto: xpb 57 Bilder
Interview

Der GP Mexiko 2015 war ein großes Fest mit 336.000 Zuschauern an 3 Tagen. Marketing-Chef Rodrigo Sanchez verspricht, dass die zweite Ausgabe noch besser wird. Im Gespräch mit auto motor und sport erklärt er warum.

09.08.2016 Michael Schmidt
Wie ist der Grand Prix Mexiko in Ihrem Land angekommen?

Sanchez: Für das Land war der Grand Prix ein riesiger Erfolg. In den letzten 15 Jahren hörte die Welt nur schlechte Nachrichten von Mexiko. Alles, was bei diesem Grand Prix passierte, war gut für unser Land. Und es hatte nichts mit Propaganda der Regierung zu tun oder einer privaten Firma. Wir hatten plötzlich überall freiwillige Botschafter. Niki Lauda, alle Fahrer, die Zuschauer: Alle waren begeistert. Wir sind stolz, dass wir unser Land gut präsentiert haben. Aber wir werden uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Wir wollen im zweiten Jahr noch näher an den Fans sein und versuchen zu verstehen, warum sie sich den GP Mexiko angeschaut haben. Oder was schlecht war.

Wie viele Leute kamen wirklich?

Sanchez: Über 3 Tage hatten wir 336.000 Zuschauer an der Strecke. Das war nach Silverstone das zweitmeistbesuchte Rennen der Saison 2015. Wir bekamen schon im Februar eine Vorahnung, als der Vorverkauf gestartet ist. Einige Tribünen waren Minuten später ausverkauft. Nach 5 Monaten waren alle Tickets weg. Wir mussten die Stadt um Erlaubnis für Zusatztribünen bitten. Die Strecke liegt in einem öffentlichen Park. Da darf man nicht einfach so umbauen. Wir haben dann eine Schweizer Firma gefunden, die flexible Tribünen herstellt. Also nicht nur quadratisch. Sie hat es uns erlaubt, die Tribünen auch in einer Kurve entlang der Streckenführung zu bauen. Das nimmt weniger Platz weg. So konnten wir in Kurve 1 und in Kurve 4 neue Sitzplätze erstellen. Wir haben die alten Tribünen durch neue mit 30.000 Plätzen mehr ersetzt und darauf geachtet, dass die Leute, die schon ein Ticket für den Bereich hatten, die gleiche Sicht haben würden wie vorher. Die Zusatztickets wurden im Juli auf den Markt geworfen und waren auch gleich wieder weg.

Was war das Erfolgsgeheimnis?

Sanchez: Die Leidenschaft der Leute. Das ist unsere Art. Wir sind begeisterungsfähig, emotional, machen gerne Party. Das passiert genauso beim Fußball, beim Baseball oder beim Wrestling. Das Bild auf den voll gepackten Tribünen mit all den Leuten, Flaggen und Wrestling-Masken war einfach einmalig.

Wie hat sich der Grand Prix für Mexiko-City gelohnt?

Sanchez: Der ökonomische Effekt für die Stadt und das Land lag knapp unter 800 Millionen Dollar. Zum Beispiel im Bereich der Hotels: Wenn wir die Auslastung mit der gleichen Zeit im Jahr davor vergleichen, dann haben sie 2015 rund 15 Millionen Dollar mehr eingenommen. Das multipliziert sich. Die Firmen oder Geschäfte, die irgendetwas mit dem Grand Prix zu tun hatte, haben Vertragspartner angestellt, und jeder von denen wieder 3 oder 4 weitere Firmen.

Die große Herausforderung wird das zweite Jahr. Wie schwer wird es, diesen Erfolg zu wiederholen?

Sanchez: Es gibt zwei Parameter. Die Zuschauer, die dabei waren, erwarten mindestens den gleichen Standard, den sie letztes Jahr bekommen haben. Aber die Leute, die sich durch die Begeisterung des ersten Events anlocken lassen, haben wahrscheinlich noch höhere Erwartungen. Deshalb haben wir während des Rennwochenendes 2015 viele Umfragen gemacht, um herauszufinden, warum die Zuschauer gekommen sind. Dabei kam heraus, dass es ganz unterschiedliche Gründe gibt. Da gibt es welche, die wollen einfach nur die Atmosphäre einatmen, das Drumherum erleben, mit anderen Leuten Spaß haben. Sie sind gar nicht so interessiert, was auf der Strecke passiert. Dann gibt es auch solche, die jede Rundenzeit stoppen und mit Teleobjektiven kommen um gute Bilder von den Autos zu machen. Daraus haben wir Profile erstellt. Wir versuchen jetzt 4 unterschiedliche Pakete für unsere Fans anzubieten. Eine Gruppe nennen wir die „Speed-Lovers“. Die wollen am Ende der langen Geraden sitzen und sehen wie die Autos mit 360 km/h anfliegen und sich dann auf 100 km/h runterbremsen. Dann gibt es die Gruppe derer, die gerne feiern und Stimmung haben wollen. Die sitzen lieber in unserem Baseball-Stadion und genießen dort den Überblick über die Strecke und die Siegerehrung.

Glauben Sie, dass auch der GP Mexiko 2016 wieder ausverkauft sein wird?

Sanchez: Der Vorverkauf läuft großartig. Wir haben sogar etwas mehr Kapazität als letztes Jahr. Insgesamt paasen rund 150.000 Leute rein. In diesem Jahr haben wir 2 mexikanische Fahrer im Feld. Wann gab es das schon? Sie haben ja die Begeisterung um Perez gesehen. Das wird bestimmt noch mehr. Wir versuchen Leute anzulocken, die bisher noch nichts mit der Formel 1 zu tun hatten, aber neugierig geworden sind. Dazu haben wir einige Projekte für Sicherheit auf der Straße angeworfen und gehen damit in Schulen, damit sich auch Kinder und Jugendliche für die Sache begeistern. Wir haben auch ein paar extra Elemente eingebaut. Wie sie wissen ist Wrestling eine ganz große Sportart in Mexiko. Es ist Teil unser Kultur. Wir haben uns mit dem Wrestling-Verband zusammengeschlossen und werden im Streckenbereich eine Arena aufbauen, wo die Leute mehr über den Sport lernen können.

Können Sie die Ticketpreise halten?

Sanchez: Wir halten die Preise, haben sie aber mehr aufgespreizt. Letztes Jahr gab es 3 Kategorien mit 100, 300 und 600 Dollar. Das haben wir in diesem Jahr in 50 Dollar-Schritten besser abgestuft.

Ihre Pläne?

Sanchez: Wir haben einen Fünfjahres-Vertrag und wollen aus dem GP Mexiko einen Klassiker machen.

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