Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Romain Grosjean im Interview

"Natürlich will ich zu Ferrari"

Romain Grosjean - Haas F1 - Präsentation - 2015 Foto: Haas F1 27 Bilder
03.12.2015 Michael Schmidt
Wie schwierig war es, von hinten auf Platz 9 zu fahren?

Grosjean: Sehr schwierig. Weil ich während des Rennens auch noch lernen musste, meine Reifen zu lesen. Wegen der vielen technischen Probleme im Training mit den Bremsen und dem Getriebe konnten wir die Reifen nicht so testen wie sonst. Das Auto war zum Glück gut ausbalanciert. Deshalb konnte ich zu 98 Prozent des Rennen Attacke machen ohne die Reifen zu überfordern.

Wie sehr am Limit waren die Reifen?

Grosjean: Wenn du zu frontlastig gefahren bist, haben die Vorderreifen sofort gekörnt. Zu hecklastig, und die Hinterreifen hätten überhitzt. Es war schon eine Gratwanderung. Die Grund-Balance des Autos passte. Den Rest habe ich mit den Knöpfen hingetrimmt, die wir im Auto haben. Der erste Stint hat gepasst. Ich konnte schnell fahren, ohne dass die Reifen zu viel Grip verloren haben. Das war die Basis. Der Schlüssel aber war der letzte Abschnitt mit den Supersoft-Reifen. Ich musste eine 10-Sekunden-Lücke zu Sainz schließen. Mit dem Reifentyp hatte ich noch weniger Trainingserfahrung. Ich musste Druck machen und beten, dass er mir zum Schluss nicht einbricht. Es hat aber alles gepasst. Ich bin relativ einfach an Sainz und Kvyat vorbei und hätte fast noch Massa gekriegt.

Zwang Ihnen ihr schlechter Startplatz die Alternativ-Strategie auf?

Grosjean: Absolut. Von meiner Startposition aus gab es keinen anderen Weg als alles anders zu machen als der Rest. Um möglichst lange ohne Verkehr fahren zu können. Aber vielleicht hätte ich es auch vom elften Startplatz aus so gemacht.

Haben Sie sich an Vettel orientiert? Er hatte ja die gleiche Aufgabenstellung.

Grosjean: Nein, er war definitiv zu schnell für mich. Im ersten Stint konnte ich ihn noch beobachten. Aber dann zog er weg.

Früher war Abu Dhabi kein Kurs für einfache Überholmanöver. Und diesmal?

Grosjean: Es war auch diesmal schwierig. Schauen Sie sich die Phase an, als Hülkenberg, Kvyat und Massa mir gefolgt sind. Sie waren schneller als ich, kamen aber nicht vorbei. Am Ende ging es nur so einfach, weil ich auf relativ frischen Supersoft-Reifen unterwegs war und meine Gegner auf alten harten Reifen.

Lotus war in diesem Jahr knapp bei Kasse. Wie schwer war es wirklich?

Grosjean: Das größte Problem war, dass wir kaum Upgrades ans Auto bringen konnten. Das Auto unterscheidet sich nicht so viel von der Melbourne-Version. Bei einer normalen Saison hätten wir mit Force India um Platz 5 in der WM kämpfen können. Wir hatten 4 Getriebeschäden, in Barcelona, Spielberg, Spa und hier in Abu Dhabi. Das warf uns immer wieder zurück. Ich glaube, wir haben 100 Prozent aus unseren Möglichkeiten gemacht. Die Tatsache, dass wir unsere Garage oder die Pavillons erst am Donnerstag beziehen konnten, hatte auf das Ergebnis weniger Einfluss. Wir waren in Abu Dhabi spät dran und sind trotzdem in den Punkten gelandet - wie in Spa oder in Suzuka.

Es war Ihr letztes Rennen für Lotus. Mit welchen Gefühlen gehen Sie?

Grosjean: Ich werde die Jungs vermissen. Nach 6 Jahren ist das mehr als ein Team. Es ist wie eine Familie. Wir haben zusammen Erfahrungen gemacht, die ich nicht vergessen werde. Aber ich freue mich jetzt auch auf 2016 und mein neues Team Haas F1.

Teams wie Force India fürchten Haas F1 bereits jetzt als potenziellen Gegner. Macht Ihnen das Mut?

Grosjean: Ich glaube, wir werden dank der Partnerschaft mit Ferrari ein gutes Auto haben. Das ist auch der Grund, warum ich mich diesem Team angeschlossen habe. Ich bin nicht verrückt und kann auch mein Hirn einschalten: Als mir Gene Haas und Guenther Steiner das Projekt gezeigt haben, war mir früh klar: Dort will ich hin.

Ist im Hinterkopf, dass sie damit schon einen Fuß in der Ferrari-Tür haben?

Grosjean: Es ist ein Traum für jeden Fahrer. Jeder will dort wenigstens ein Mal in seiner Karriere fahren. Natürlich auch ich. Aber jetzt will erst einmal der Fahrer sein, der ein amerikanisches Team auf die Erfolgsstraße bringt.

Wann beginnt dort Ihre Arbeit?

Grosjean: Schon im Dezember.

Und wo: In den USA oder in England?

Grosjean: In Maranello. Dort steht unser Windkanal und unser Simulator.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden