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Reifen-Platzer bei Nico Rosberg

Pirelli sieht Fremdkörper als Übeltäter

Nico Rosberg - GP Belgien 2015 Foto: xpb 81 Bilder

Die Pirelli-Untersuchung von Nico Rosbergs Reifenschaden in Spa hat ergeben, dass ein Fremdteil auf der Strecke den Platzer verursacht haben muss. Der Übeltäter konnte allerdings nicht ausfindig gemacht werden.

22.08.2015 Michael Schmidt

Nico Rosberg hatte Glück im Unglück, dass er bei seinem Highspeed-Dreher im zweiten Training zum GP Belgien nirgendwo anschlug. Die Telemetrie zeigte 306 km/h, als der Pilot auf der Anfahrt zur Blanchimont-Kurve hinten rechts einen Schlag spürte. Dann begann der Mercedes bereits zu kreiseln

"Es ist ein fürchterliches Gefühl, wenn bei dem Tempo etwas schiefgeht. Ich dachte, dass ich in der Mauer landen würde, und um ehrlich zu sein, war es pures Glück, dass ich sie verfehlt hab", rekapitulierte der Unfallpilot. Nico Hülkenberg kann mitfühlen: "Wenn dir das in Eau Rouge passiert, kann das anders ausgehen."

Als das Auto auf dem Lastwagen zurück an die Boxen kam, sammelte Pirelli sofort die Überreste des Reifens ein, um die Ursache zu ermitteln. Dochg zunächst liefen sämtliche Erklärungsversuche ins Leere.

Eine ersteTheorie, dass sich Rosberg den Reifen auf dem neuen Randstein ausgangs Eau Rouge aufgeschnitten hat, wurde selbst von Pirelli angezweifelt. "Er ist mit dem rechten Reifen gar nicht drüber gefahren", meinte ein Pirelli-Ingenieur. Sportchef Paul Hembery fügte hinzu. "Um da ein Loch reinzuschlagen, braucht es schon massiv Energie."

Reifen-Schaden entstand in Kurve 4

Sicher ist, dass der Schaden in Kurve 4 entstanden ist. Dabei handelt es sich um Radillon, den Ausgang von Eau Rouge. Man weiß auch, dass die Karkasse offenbar durch die Lauffläche gedrungen ist. Aber weder ein strukturelles Problem noch ein Schlag von außen schienen realistisch. Die rückwärtsgerichtete TV-Kamera zeigt, dass an der Innenschulter ein Teil des Reifenunterbaus aus der Gummischicht getreten war. Die muss offenbar vorher delaminiert sein.

Nach Angaben von Mercedes-Ingenieuren waren dabei aber keine typischen Anzeichen für eine Gummiabblösung zu erkennen. "Der Reifendruck ist nicht gefallen, und die Reifentemperatur ist nicht gestiegen. Sonst hätten wir Nico gestoppt." Dummerweise lagen die TV-Aufnahmen erst hinterher vor. "Hätten wir das Live-Bild gehabt, wäre auch noch die Chance gewesen, Nico zu warnen."

Erinnerungen an Silverstone werden wach

Der Reifenplatzer weckte Erinnerungen an Silverstone 2013, als bei Pirelli gleich serienweise die Hinterreifen zu Bruch gingen. Doch für eine Wiederholung der Misere gibt es keinerlei Anzeichen. Pirelli untersuchte alle anderen Reifen und fand nirgendwo ein Indiz für einen ähnlichen Schaden. Auch die Episode von 2011 kam wieder hoch. Damals hatten Red Bull und McLaren es mit den Radsturzwerten im Training übertrieben und dafür mit Blasenbildung auf der Innenschulter der Reifen bezahlt.

Seitdem schreibt die FIA für jedes Rennen Maximalwerte für den Radsturz, den Reifendruck beim Losfahren und die Temperatur in den Heizdecken vor. In Spa liegt der höchst zulässige Radsturz vorne bei 3,5 Grad. Hinten sind es 2,5 Grad am Ende der Geraden.

Pirelli sieht Fremdteil als Auslöser des Reifenplatzers

Weil man keine andere Erklärung für den Reifenplatzer fand, erklärte Pirelli am Samstag offiziell, dass ein Fremdteil für den Schaden verantwortlich gewesen sein muss. Doch obwohl der Gummi-Lieferant noch am Abend einen Suchtrupp über die Strecke schickte, konnte der Übeltäter nicht identifiziert werden.

"Wir haben eine gründliche Untersuchung durchgeführt, um genau herauszufinden, was mit dem Reifen von Nico passiert ist", erklärte Hembery. "Durch diese Untersuchung können wir ausschließen, dass es ein strukturelles Problem mit dem Reifen gab. Aufgrund der verfügbaren Daten kommen wir zu dem Schluss, dass die Quelle für die Beschädigung von außerhalb kam."

Weil sonst an keinen anderen Autos ähnliche Schadensbilder zu erkennen waren, scheint die Erklärung plausibel. Wie erwähnt fuhr Mercedes auch innerhalb der von Pirelli vorgegebenen Reifen-Parameter. Jetzt kann man nur hoffen, dass es keine Wiederholung gibt.

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