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Rosberg dankt Mechanikern

Komplett-Reparatur in 125 Minuten

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 2. Juli 2016 Foto: xpb 22 Bilder

Nico Rosberg kann sich auf seine Mechaniker verlassen. In einem Kraftakt wurde sein schwer beschädigtes Unfallauto in 125 Minuten repariert. Die Red Bull-Piloten dagegen werden ihre Strategen hinterfragen. Daniel Ricciardo und Max Verstappen mussten zu lang in den Boxen warten.

02.07.2016 Michael Schmidt

Die Mercedes-Crew sind auch in der Garage weltmeisterlich. Nach dem Unfall von Nico Rosberg im dritten Training kam ein schwer beschädigter Mercedes in die Boxengasse zurück. 125 Minuten später fuhr Rosberg mit einem intakten Auto auf die Strecke und legte aus dem Stand mit 1.06,516 Minuten die Bestzeit im Q1 auf die Bahn. Die Mechaniker hatten eine Komplett-Reparatur hinter sich. „Sogar die Crew von Lewis hat mitgeholfen. Unglaublich, was die Jungs da geleistet haben“, staunte Rosberg. Er nahm die Qualifikation nur mit sechs Minuten Verspätung auf.

Teammanager Ron Meadows erzählt, was sich in der Garage abspielte: „Das Auto war an allen vier Ecken beschädigt. Wir mussten alle Aufhängungen neu aufbauen, eine neue Nase ans Auto schrauben, das Getriebe wechseln, die Lenkung, Leitungen und Kabel erneuern. Dazu wurden an beiden Autos rund um die Querlenker oben und unten an der Radträger-Seite Karbonverstärkungen laminiert. Und dann mussten wir Nicos Auto von der Abstimmung noch auf den Stand vom Vormittag bringen.“

Hamilton tastete sich an Rosbergs Speed heran

Rosberg kam nach einer turbulenten Qualifikation mit Unfällen, Unterbrechungen und einem Wetterwechsel auf den zweiten Platz hinter Lewis Hamilton. Der Unterschied fiel mit 0,543 Sekunden ungewöhnlich groß auf. Was aber nur marginal mit dem Unfall am Vormittag zu tun hatte. „Klar, hat der Crash meinen Rhythmus gestört. Ich konnte nicht mehr für die Qualifikation üben. Trotzdem war ich schnell wieder drin. Das Auto hat sich sofort wieder gut angefühlt. Zum Schluss war Lewis einfach schneller.“

Hamilton führte seine überlegene Bestzeit auf einen simplen Faktor zurück: „Ich habe wahrscheinlich ein bisschen mehr riskiert. Auf einer abtrocknenden Strecke geht es nur darum, wie du den Grip einschätzt. Du weißt ja nicht, um wie viel die Strecke in der letzten Minute wieder abgetrocknet und schneller geworden ist.“

Hamilton studiert Daten

Dann ging der Weltmeister ins Detail: „Nico ist am Freitag geflogen. Ich habe die Daten genau studiert, in welchen Kurven er schneller war als ich. Zuerst waren es 5 Kurven. Dann habe ich mich Schritt für Schritt herangetastet. Es wurden 4 Kurven, dann 2, dann eine. Zum Schluss war ich in einer Position, wo ich mit Nico um die Pole kämpfen konnte.“ Hamilton war über seine 54. Trainingsbestzeit doppelt froh: „Der Red Bull-Ring ist eine von Nicos stärksten und vielleicht meine schwächste Strecke.“

Vettel ging zu wenig Risiko ein

Sebastian Vettel war der Meinung, dass er bei einem perfekten Training um die Pole Position hätte kämpfen können. „Das Auto hat sich unglaublich gut angefühlt. Das hat sich schon im dritten Training gezeigt. Und da habe ich noch nicht einmal alles zusammengebracht.“ Und warum reichte es dann nur zum vierten Platz, ganze 1,8 Sekunden hinter Hamilton? „Bei diesen Bedingungen hängt alles vom Timing ab, und davon wie viel Risiko in die letzten Runde investierst. Weil du nie weißt, wie nass es noch ist. In meinem Fall bin ich einfach zu wenig Risiko eingegangen.“

Daniel Ricciardo und Max Verstappen hatten das Gefühl, dass mehr als die Startplätze 5 und 8 möglich gewesen wäre. „Auf Intermediates hätten wir um die Bestzeit mitgekämpft“, ist Ricciardo überzeugt. Als alle Fahrer auf Slicks umrüsteten und sofort wieder auf die Strecke stürmten, hielt Red Bull seine Piloten unverständlich lang in der Garage fest.

Erkundungsrunde fehlte bei Red Bull

Unverständlich auch für Ricciardo: „Ich muss das noch mit meinem Renningenieur besprechen. So blieb uns am Ende nur eine Runde. Okay, die Reifen waren neu zu dem Zeitpunkt. Doch der Vorteil wiegt den Nachteil nicht auf, dass dir eine Erkundungsrunde auf der Strecke fehlt. Wenn du vorher schon eine schnelle Runde gefahren bist, hast du mehr Zutrauen in die Bedingungen. Ich, für meinen Teil habe die ersten Kurve viel zu früh angebremst. Alle anderen sind zwei fliegende Runden auf Slicks gefahren. Das wäre wahrscheinlich die bessere Taktik gewesen.“

Unter dem Strich ist der Australier zufrieden: „Wir waren auf unserer Hausstrecke noch nie so gut unterwegs. Letztes Jahr hätten wir uns auf keinen Fall mit einem Supersoft-Reifen für das Q3 qualifiziert.“

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