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Rosberg dominiert Quali

Hamilton gibt Setup Schuld

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi - 28. November 2015 Foto: Wilhelm 55 Bilder

Nico Rosbergs Siegeszug nimmt kein Ende. Der WM-Zweite fuhr in Abu Dhabi zu seiner sechsten Pole Position in Folge. Diesmal mit 0,377 Sekunden Vorsprung. Lewis Hamilton wird immer nervöser. Der Weltmeister sucht nach Gründen für die Niederlage und gibt dem Setup die Schuld.

28.11.2015 Michael Schmidt

Suzuka, Sochi, Austin, Mexico-City, Sao Paulo, Abu Dhabi: Immer hieß der Mann auf der Pole Position Nico Rosberg. In Abu Dhabi schmeckte der Trainingssieg über Lewis Hamilton besonders gut. Obwohl der Motor in Rosbergs Mercedes mittlerweile 1.473 Kilometer mehr auf der Uhr hat als das Triebwerk im Auto mit der Startnummer 44, war der Vorsprung von Rosberg auf seinen Teamkollegen so groß wie noch nie.

Rosbergs Traumrunde am Ende des Abschlusstrainings brachte Hamilton ins Wanken. Er unterbot die vorgelegte Zeit des Engländers um 0,377 Sekunden. Seine eigene Bestzeit sogar um eine halbe Sekunde. "Ich hätte nicht gedacht, dass es um so viel schneller geht. Die Runde vorher war schon gut. Ich dachte, sie könnte vielleicht sogar für die Pole reichen. Aber dann habe ich mich in jeder Kurve noch ein bisschen gesteigert."

Hamilton nimmt das Setup ins Visier

Hamilton war sprachlos. Die Niederlage tat weh. Der Abstand noch mehr. Und dann noch mit einem Motor, der wesentlich frischer ist. Das sollte ihm einen Vorteil von mindestens einer Zehntelsekunde in die Karten spielen. Und er war auf der Geraden um 3 km/h schneller. Zuerst spielte der Weltmeister die Schlappe herunter: "Ich habe mehr Siege und bin dreifacher Weltmeister. Das zählt."

Doch seit dem GP Japan kann Hamilton seinen Teamkollegen im Training nicht mehr bezwingen. Und es sieht auch nicht so aus, als könnte er es im letzten Rennen des Jahres. Dazu ist der Unterschied einfach zu groß. So wie Rosberg auf der Erfolgswelle schwimmt, so sehr kommt der Champion ins Grübeln. Weil er ganz genau weiß, dass Rosberg diesen Schwung in die nächste Saison mit hinüberretten könnte.

Jetzt sucht der 43-fache GP-Sieger nach Erklärungen. Manche nennen es Ausreden. In Mexiko waren die Turbulenzen beim Hinterherfahren schuld. In Brasilien die Strategie. Das Team versagte ihm Plan B. In Abu Dhabi nahm Hamilton die Fahrzeugabstimmung aufs Korn. Weil nicht sein darf, was nicht sein kann. Dass der Teamkollege im Moment eben einfach schneller ist.

Hamilton änderte Dämpfercharakteristik

Hamilton schaute sich die Saisonergebnisse durch und stellte fest: "In den ersten 12 Rennen habe ich Nico immer geschlagen. Ich war zwischen 3 und 6 Zehntel schneller. Für die Niederlage in Barcelona gab es einen Grund. Da stimmte etwas mit den Reifenheizdecken nicht." Das Pendel schlug laut Hamilton nach dem Rennen in Singapur um. Wir erinnern uns: Jener Grand Prix, bei dem Mercedes mit fliegenden Fahnen unterging.

Nach Hamiltons Aussage änderte Mercedes daraufhin das Setup der Autos. "Und damit kommt Nico besser zurecht als ich. Bei mir passt es seitdem mit der Balance nicht. Im Training mehr als im Rennen. Ich hatte keine gute Quali-Runde mehr." Der Champion führte weiter aus, dass ihm der Verdacht, es könne an der Abstimmung liegen, zwar schon früher gekommen sei, er aber nicht damit gerechnet habe, dass es einen so großen Unterschied ausmache. "Das Team hat mir aber nicht mehr erlaubt, zu den alten Setups zurückzugehen."

Hamilton ließ deshalb in Abu Dhabi "ein Teil in der Aufhängung" ausbauen, um das Setup zu simulieren, mit dem er sich vor Singapur wohler fühlte. "Der Schuss ging nach hinten los", gab Hamilton zu. Ein Zurück gibt es nicht mehr, weil die Abstimmung zwischen Training und Rennen nicht geändert werden darf.

Rosberg änderte Setup-Philosophie, Hamilton nicht

Ein Ingenieur schüttelte über diese Ausführungen nur den Kopf. "Man kann die Setups von Singapur und danach gar nicht vergleichen, weil es sich jedes Mal um eine andere Strecke handelt. Alles was wir danach gemacht haben, war die Fehler von Singapur zu vermeiden." Tatsächlich hat Rosberg seitdem die Abstimmungsphilosophie an seinem Auto leicht geändert und ist damit immer besser zurecht gekommen. Hamilton dagegen blieb seinem Weg immer treu. Erst jetzt schleicht sich Panik ein.

Es stimmt auch nicht, dass die Ingenieure einem Fahrer ein bestimmtes Setup verbieten, wenn er der Meinung ist, dass es ihm besser bekommt. Bei all diesen Indizien ist es wohl eher so, dass Hamilton für sich selbst eine Begründung sucht, warum er plötzlich immer nur zweiter Sieger ist. Die Abstimmung ist einer der Verdachtsmomente, der sich aber nicht erhärten lässt.

Bei dem ominösen Teil handelt es sich übrigens um einen Stoßdämpfer. Es gibt in einem Formel 1-Auto mehrere Dämpferelemente: Der klassische, der Massenträgheitsdämpfer und das dritte Element, das die Bodenfreiheit regelt. Bei einem dieser Dämpfer ließ Hamilton die Charakteristik ändern. Aus Teamkreisen war zu erfahren, dass er auch schon einmal vor Singapur mit dieser Konfiguration gefahren war. Mit dem Erfolg, dass er das Rennen dann gewonnen hat.

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