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Rosberg enteilt Hamilton in der WM

"Ich habe keine Joker mehr"

Lewis Hamilton - Mercedes - GP China  2016 - Rennen Foto: sutton-images.com 62 Bilder

Nico Rosberg stürmt von Sieg zu Sieg. Der GP China 2016 war der sechste in Serie. Dagegen hat Lewis Hamilton das Pech an den Haken kleben. In der WM kann sich der Titelverteidiger keine Patzer mehr erlauben. Rosberg schreibt seinen Teamkollegen aber noch lange nicht ab.

17.04.2016 Andreas Haupt

Es war das Wochenende der Gegensätze bei Mercedes. Noch bevor die Silberpfeile auch nur einen Meter auf dem Shanghai International Circuit zurückgelegt hatten, war Lewis Hamilton schon fast geschlagen. Ein Getriebetausch im Vorfeld des Wochenendes brockte ihm eine Strafte von fünf Startplätzen ein. Was aber nach dem Qualifying nicht mehr relevant war. Da erwischte es den Briten noch schlimmer.

Im Zeittraining setzte die MGU-H den Mercedes mit der Startnummer 44 matt. Hamilton musste den GP China von ganz hinten in Angriff nehmen. Der 43-fache GP-Sieger brachte seinen Rennwagen zwar auf dem siebten Platz ins Ziel. Die Aufholjagd hätte aber ohne ein beschädigtes Auto noch weit besser ausfallen können.

Rosberg pusht das ganze Rennen

Völlig konträr zeigte sich das Bild auf der anderen Seite der Garage. Nico Rosberg holte sich in der Quali die Pole. Und an einem problemlosen Sonntag seinen 17. Karriere-Sieg. Im Rennen musste der WM-Führende die Spitze nur für die ersten zweieinhalb Runden abgeben. Daniel Ricciardo überrumpelte ihn mit einem besseren Start. Doch in der dritten Runde korrigierte Rosberg die Rangfolge auf der langen Geraden. Gleichzeitig platzte am Red Bull der linke Hinterreifen. Spätestens da konnte Rosberg auf dem Weg zum sechsten Sieg in Serie nur noch von einem technischen Defekt oder einer Unkonzentriertheit gestoppt werden.

37,776 Sekunden betrug der Vorsprung im Ziel auf Sebastian Vettel im Ferrari. "Die ersten drei Rennen des Jahres zu gewinnen, ist einfach unglaublich. Das habe ich nicht erwartet", freute sich der Sieger. Schon in der 18. Runde lag Rosberg mit 12,4 Sekunden vor seinem ersten Verfolger. Der hieß zu diesem Zeitpunkt Daniil Kvyat. Trotzdem nahm Rosberg nach eigenen Aussagen kein Tempo raus. "Ich bin das ganze Rennen voll gefahren. Ricciardos Reifenplatzer hat mir gezeigt, was passieren kann. Ich wollte die Zeit für einen Extra-Boxenstopp herausfahren." Es gab noch einen weiteren Grund: "Das Auto war heute einfach so unglaublich, dass es zu viel Spaß gemacht hat voll zu fahren.“

Bei der Strategie setzte Mercedes auf die Karte Sicherheit. In Runde 20 steckte man Rosberg die Medium-Gummis auf. Den ersten Teil des Rennens bestritt er auf Soft. "Ich war überrascht, wie gut der gehalten hat", berichtete Rosberg.

Während der WM-Zweite aus dem Vorjahr nur zweimal die Box ansteuerte, schaute Hamilton gar fünf Mal bei seinen Mechanikern vorbei. Zunächst, um einen neuen Frontflügel aufzufassen. Den zerstörte er sich unverschuldet im Startgetümmel. "Lewis war das Opfer des Zwischenfalls zwischen den Ferrari und Daniil Kvyat", urteilte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Hamilton mit beschädigtem Auto

Die beiden Ferrari rumpelten in Kurve eins aneinander. Als Kimi Räikkönen von der Auslaufzone auf die Bahn zurückkam, musste dem Finnen Felipe Nasr ausweichen. Da nahm das Unheil seinen Lauf für Hamilton. Nasr steuerte seinen Wagen direkt in den Weg des Weltmeisters. Ein Zusammenstoß war unvermeidbar. Der Frontflügel brach ab und rutschte unters Auto. Auf dem Weg zu Turn sechs entledigte sich der Mercedes des kaputten Teils.

In der frühen Safety-Car-Phase schaute Hamilton zweimal bei seiner Crew vorbei. Aus strategischen Gründen. Das Team wollte den Supersoft-Reifen einmal gefahren haben, um sich der zweiten Pflichtmischung zu entledigen. Der Plan sah danach nur noch Soft-Gummis vor.

Hamilton kämpfte sich nach dem Restart nach vorne. Obwohl die vordere Kufe des Unterbodens durch die Startkollision Schaden genommen hatte. "Das hat ihn viel gekostet. Die Konsequenzen für die Aerodynamik waren groß", berichtete Wolff. Hamilton meinte: "Das Auto hat sich ziemlich ähnlich angefühlt wie nach meinem Schaden in Bahrain." Damals verlor der Brite 0,8 bis 1,5 Sekunden pro Runde.

Die 20. Runde war das höchste der Gefühle. Weil einige Gegner zuvor die Reifen wechselten, belegte Hamilton für einen Umlauf den zwischenzeitlichen dritten Rang. Am Ende musste er sich nach zwei weiteren Boxenstopps mit dem siebten Rang begnügen. Im Schlussstint fasste Hamilton die Mediums auf. Sein angeschlagenes Auto forderte den weichen Pirelli stärker als erwartet. "Das hat Lewis beim Überholen eingeschränkt. Er konnte nicht dicht genug in den Kurven aufschließen, um dann auf der Geraden vorbei zu gehen", erzählte Wolff.

Hamilton sucht nach dem Positiven

Der Weltmeister versuchte, einem schwierigen Wochenende positive Seiten abzugewinnen. "Der Start war gut. Leider dann, wenn ich auf dem letzten Platz liege und nicht auf Pole. Ich konnte trotz des Autos immer noch überholen. So ein Wochenende schweißt meine Jungs um mich noch enger zusammen."

Den Stand der WM war dem Titelverteidiger nach dem Rennen nicht gleich bekannt. "Sind es 50 Punkte Rückstand?" Nein, 36. Es steht 75 zu 39 für Rosberg. "Ach, gar nicht so viel wie ich dachte." Hamilton ist aber klar: "Ich habe keinen Joker mehr." Rosberg redet seinen Teamkollegen stark: "Es sind erst drei Rennen. Ich fahre immerhin gegen Lewis Hamilton."

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