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Rosberg gegen Hamilton

Foul oder nicht Foul?

Lewis Hamilton - Nico Rosberg - Start - GP Kanada 2016 - Montreal Foto: xpb 65 Bilder

Lewis Hamilton und Nico Rosberg ziehen sich an wie zwei Magneten. Wieder kam es zu einer Berührung. Hamilton setzte sich durch, Rosberg nahm eine Abkürzung duch die Wiese. Obwohl ihm die Kollision die Siegchance klaute, gab Rosberg dem Teamkollegen keine Schuld.

13.06.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Die Szene erinnerte an die Starts von Suzuka und Austin im letzten Jahr. Lewis Hamilton innen, Nico Rosberg außen. Und am Ende geht Rosberg die Straße aus. Weil sein Teamkollege sein Auto weit aus der Kurve treiben ließ. Und diesmal kam es sogar zum direkten Kontakt. Rosberg blieb nichts anderes übrig als nach rechts auf die Wiese auszuweichen. Das alte Schlitzohr Hamilton erklärte: „Ich wollte nach meinem schlechten Start meinen Platz gegen Vettel verteidigen, habe spät gebremst, aber die Reifen waren noch kalt, und so bekam ich massives Untersteuern. Es war keine Absicht.“

Rosbergs sah gleich nach dem Rennen nicht so aus, als wäre er der gleichen Meinung. Doch als der WM-Spitzenreiter im Privatjet von Niki Lauda Montreal verließ, hatte er sich bereits wieder gefasst: „Lewis hatten einen schlechten Start, ich einen ordentlichen, und Vettel ist wie eine Rakete weggekommen. Ich wollte wie in Barcelona außen an Lewis vorbei. Dort hat es funktioniert, hier nicht. Es war ein hartes Manöver von Lewis, aber echtes Racing. Ich muss es halt beim nächsten Mal besser machen.“

Lauda und Berger verteidigen Hamilton

Niki Lauda sah es wie Rosberg, obwohl er vor dem Start genau dieses Szenario befürchtet hatte: „Ich hab den beiden gesagt, dass zwei Dinge vermeiden müssen: Sich ins Auto fahren und den anderen in die Wiese abdrängen. Dann dürfen sie meinetwegen 70 Runden lang ein Rennen fahren.“ 70 Runden später hörte sich das Urteil so an: „Das war ein ganz normaler Rennunfall, wie er beim Start passieren kann. Vettel ist nach seinem Superstart innen reingestochen, und das Lewis am Kurveneingang eine andere Linie aufgezwungen. Er wollte sich gegen Vettel verteidigen und ist dabei nach außen gerutscht. Ich sehe da nichts Unfaires dabei.“

Teamchef Toto Wolff will trotzdem sichergehen. „Wir werden uns die Daten anschauen, ob es da ein Untersteuern gab. Aber von dem, was wir gesehen haben, war es ein hartes, aber faires Manöver unter Teamkollegen. Wenn außerhalb der Kurve noch Platz ist, darf er das machen. Steht eine Mauer da, dann nicht.“

Auch Gerhard Berger gibt Hamilton keine Schuld. „Lewis muss in der ersten Kurve so fahren. Er hat nur seine Linie verteidigt. Nico haben vielleicht 20 Zentimeter gefehlt. Dann hätte Lewis auch nicht rüberziehen können.“

Ricciardo war das Opfer der Mercedes-Kollision

Daniel Ricciardo saß bei dem Startdrama erste Reihe Mitte und hoffte vom Zoff der Mercedes-Piloten zu profitieren. Tatsächlich saß er im gleichen Boot mit Rosberg. Das Ausweichmanöver des Deutschen hat auch sein Rennen zerstört. „Als ich gesehen habe, dass die Mercedes-Piloten schlecht weggekommen sind, wollte ich an beiden vor der ersten Kurve vorbei. Doch dann war da plötzlich noch Seb, und zu dritt nebeneinander haben sie mir die Straße versperrt.“

Rosberg wurde für Ricciardo zum Problem, als er ausgangs Kurve 2 vom Gras zurück auf die Strecke fuhr. Der Australier musste vom Gas. So rutschte ihm Teamkollege Max Verstappen durch. Ricciardo verlor trotzdem nicht seinen Humor: „Ich habe Nico bei seinem Ausflug aufs Gras beobachtet. Er kam in einem ziemlich steilen Winkel auf die Straße zurück. Ich dachte, er räumt jetzt gleich ein paar ab und bin vom Gas. Soll er doch Max treffen, der links neben mir war. Blöderweise hat Nico gerade noch die Kurve gekriegt und ist direkt vor mir eingebogen.“

Was ging beim Start schief?

Auslöser für die erneute Mercedes-Kollision war der schlechte Start von Hamilton. Toto Wolff lieferte ein Bonmot, das nur in englischer Sprache funktioniert: „We have to look, whether there was a slip from the clutch or a sleep from the driver.“ Frei übersetzt: Wir müssen prüfen, ob die Kupplung zu viel Schlupf hatte oder der Fahrer den Start verschlafen hat.„

Hamilton gestand Vettel in der Sieger-Lounge: “Ich glaube ich habe gepennt, als du losgefahren bist.„ Später korrigierte er sich: “Der Probestart in die Formationsrunde war super. Beim richtigen Start habe ich nichts anders gemacht. Ich lasse die Kupplung aus und komme einfach nicht vom Fleck.„ Später fanden die Ingenieure heraus: Die Kupplung war zu warm und hat deshalb das Drehmoment nicht richtig übertragen.

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sehe ich auch so, einfach reinhalten, wie damals Senna und Prost aber auch Herr Lauda war kein Kind von Traurigkeit

kdammenh 14. Juni 2016, 19:10 Uhr
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