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Rosberg

Glück im Unglück

Foto: Daniel Reinhard 56 Bilder

Williams feiert den zweiten Platz von Nico Rosberg beim GP Singapur wie einen Sieg. "Dieses Ergebnis hat unser Team gebraucht", freute sich Frank Williams. "Dieses Jahr haben wir ausgerechnet immer dann Punkte durch Fehler verschenkt, als das Auto stark war."

01.10.2008 Michael Schmidt

Auch diesmal sah es kurz so aus, als würde sich die Pechserie für den Traditionsrennstall fortsetzen. "Als das Safety-Car auf die Strecke ging, dachte ich, dass wir wieder Mal leer ausgehen würden", beschreibt Technikdirektor Sam Michael die Gefühle in der Williams-Box. "Wir mussten ihn in der 15. Runde zum Tanken holen, weil er sonst ohne Sprit ausgerollt wäre, und wir wussten, dass es dafür eine Strafe geben würde. Selbst wenn es die Rennleitung nicht gemerkt hätte, irgendein ein Team passt immer auf und hätte uns dann bei der Rennleitung verpfiffen."

Viel Arbeit für die Stewards

Der Tankstopp in Runde 15 hatte aber auch etwas Gutes: Rosberg kam so an die Spitze des Feldes, konnte also nach dem Re-Start mit einer freien Strecke vor sich Tempo machen. Die Benachrichtigung über die Strafe zog sich bis zur 25. Runde hin. Die Sportkommissare hatten viel zu tun. Es gab einen Rapport von Honda, dass Alonso durch den Notausgang einer Kurve überholt habe. Es gab das Tankchaos von Ferrari. Es gab eine Beschwerde, dass Massa beim Losfahren vom Tankstopp Adrian Sutil behindert habe. Und es gab mit Nico Rosberg und Robert Kubica zwei Fahrer, die "illegal" getankt hatten.

In der Williams-Box hielten sie den Atem an. "Wir haben gebetet, dass die Bekanntgabe der Strafe so spät wie möglich kommt. Jede Runde extra brachte Nico an der Spitze ein Polster von drei Sekunden. Er ist in dieser Phase exzellent gefahren. Das Tempo war nur drei, vier Zehntel von Ferrari und McLaren weg."

Als in der 25. Runde die Zehn-Sekunden-Strafe über die Bildschirme flimmerte, nutzte Williams die Karenzzeit von drei Runden bis zur Abwicklung des Stopps voll aus. In der 27. Runde, einen Umlauf vor dem Strafstopp hatte Rosberg einen Vorsprung von 13,2 Sekunden auf das Feld. Damit fiel er nach dem Absitzen der Strafe nur auf Rang drei zurück.

Weichenstellung in der siebten Runde

Entscheidend für den Erfolg von Williams war aber auch das Überholmanöver in der siebten Runde, in der es Rosberg an der Straßensperre Trulli vorbeischaffte. Das Team hatte seinem Fahrer über Funk gesagt, dass er sein Rennen vergessen könne, wenn er Trulli nicht knackt. Die Prophezeiungen, man könne auf dem Kurs nicht überholen, wurden von Rosberg widerlegt.

Noch einmal Sam Michael: "Die Ideallinie in der Bremszone von Kurve 7 war schon sehr wellig. Links davon war es noch etwas schlimmer. Trulli musste wegen seines schlecht liegenden Autos auf der Ideallinie bleiben. Er konnte es sich nicht leisten, links die Überholspur zu blockieren. Deshalb hatte Nico gute Chancen, dass das Manöver klappt. Unser Auto lag wesentlich besser auf den Wellen, und wir hatten viel weniger Benzin an Bord als Trulli."

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