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Rosberg hadert mit Reifen

"Ich war heute einfach nicht gut"

Nico Rosberg - Formel 1 - GP USA - 2. November 2014 Foto: xpb 110 Bilder

Die Formel 1-WM 2014 wird im letzten Rennen entschieden. Das ist die beste Nachricht für Nico Rosberg nach fünf Niederlagen in Folge gegen Lewis Hamilton. Der Herausforderer hat seine Chance in Austin nicht genutzt. Weil er die Reifen zu aggressiv angefahren hat.

03.11.2014 Michael Schmidt

In dieser Weltmeisterschaft ist alles klar. Es kann nur noch ein Mercedes-Fahrer Weltmeister werden. Die WM entscheidet sich im Finale von Abu Dhabi. Und Nico Rosberg kann nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden. Wenn er zwei Mal gewinnt und Lewis Hamilton zwei Mal Zweiter wird, wäre trotzdem Hamilton mit 370:367 Punkten Champion. Rosberg muss hoffen, dass sein Rivale ein Mal ein Problem bekommt. Denn wenn die Mercedes durchhalten, landen sie automatisch einen Doppelsieg.

Beim GP USA hatte es Rosberg in der Hand, den Rückstand von 17 Punkten zu verkürzen. Stattdessen wuchs er auf 24 Zähler an. Rosberg stand auf der Pole Position, er hatte den besseren Start, und er ging mit 2,021 Sekunden Vorsprung zum ersten Reifenwechsel an die Boxen. In den letzten Runden auf den weichen Reifen zog der Deutsche seinem Verfolger leicht davon. "Das war zu erwarten. Lewis hing mir die ganze Zeit im Getriebe. Klar, dass da mal seine Reifen nachlassen."

Hamilton stellte den Frontflügel zwei Mal flacher

Der Umschwung kam mit den härteren Gummimischungen. Hamilton ließ in weiser Voraussicht seinen Frontflügel um zwei Klicks flacher stellen. Damit der Heckflügel besser angeströmt und das mit den harten Reifen erwartete Übersteuern korrigiert wird. Beim zweiten Boxenstopp ging Hamilton vorne noch einmal eine halbe Stufe tiefer. Rosberg ließ seinen Mercedes beim ersten Stopp so, wie er vom Start gerollt war.

Und dann passierte ihm der entscheidende Fehler. "Ich fand lange keinen Rhythmus mit diesen Reifen." Rosberg gab sich selbst die Schuld: "Es hat nichts mit dem Setup zu tun. Ich war heute einfach nicht gut." Dann geht der WM-Zweite ins Detail: "Diese verflixten Reifen sind wirklich eine Wundertüte. Ich bin am Anfang des Stints zu aggressiv in die schnellen Kurven. Das hat vorne Rutschen erzeugt und die Oberflächentemperatur nach oben getrieben. Dann hat das Auto nur noch untersteuert."

Rosberg drückt den falschen Knopf

Die Renningenieure bestätigten Rosbergs Diagnose. "Nico war in den Kurven 17 und 18 zu schnell. Da haben die Reifen zu stark gelitten." Hamilton holte wie der Wirbelwind auf und ging in der 24.Runde im ersten Versuch problemlos vorbei. "Nico wehrte sich nicht allzu sehr. Ich glaube, er hat meinen Angriff dort nicht erwartet." Rosberg gab zu, dass er in dem Moment vielleicht zu sehr über seine Reifenprobleme nachgedacht hatte. "Ich habe gesehen, dass Lewis nach links ausgeschert ist und bin auch nach links, um ihm zu zeigen, dass er es gar nicht probieren muss."

Trotzdem hielt Rosberg nicht mit letzter Konsequenz bis zum Kurveneingang dagegen. Das hatte auch technische Gründe. Nach dem Briefing mit den Ingenieuren war Rosberg schlauer. "Als Lewis angriff, habe ich am Lenkrad extra Elektro-Power angefordert." Rosberg wählte dafür den Schalter hinter dem Lenkrad. Er hätte lieber den Knopf auf der Lenk-Konsolen nehmen sollen. "Die Ingenieure haben mir gesagt, dass mit der Wippe die Power mit Verzögerung einsetzt. Mt dem Knopf kommt sie sofort. Das habe ich leider nicht gewusst. Es ärgert mich, weil ich mich wirklich hundertprozentig in die Materie reindenken, und dann fehlt dir so ein kleines Detail."

Rosberg versuchte im letzten Stint den Schaden dadurch zu minimieren, dass er seinen Frontflügel um eineinhalb Stufen steiler stellte. Das kurierte das Untersteuern. Und er stellte seinen Fahrstil um. In den schnellen Kurven lenkte er weniger aggresiv ein. "Das hat gewirkt. Ich hatte ein viel besseres Gefühl für das Auto." Zunächst konnte er den Rückstand auf Hamilton von 3,6 auf 2,4 Sekunden verkürzen, doch dann war die Munition verschossen.

Den WM-Titel will Rosberg dennoch nicht abschreiben. "Es gilt weiter volle Attacke. Die WM bleibt bis zum Schluss offen. Das ist die gute Nachricht. Es liegen noch 75 Punkte auf der Straße, und in zwei Rennen kann viel passieren." Die größte Chance dafür ist wohl der GP Brasilien nächste Woche. Für Sao Paulo ist wechselhaftes Wetter mit Regen angesagt.

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