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Rosberg hakt Monaco ab

"Ich verliere meine Moral nicht"

Nico Rosberg - Mercedes - GP Kanada - Montreal - 9.6.2016 Foto: sutton-images.com 132 Bilder

Das Rennen in Monte Carlo war eines zum Vergessen für Nico Rosberg. Für den Grand Prix in Kanada blickt der Wahlmonegasse aber nach vorn. Doch Vorsicht: Sein Teamkollege Lewis Hamilton ist ein Montreal-Spezialist.

09.06.2016 Andreas Haupt

Bis Russland lief es für Nico Rosberg wie geschmiert. Vier Rennen, vier Siege, 100 Punkte. Seither sammelte der WM-Führende aber nur sechs weitere Zähler ein. In Barcelona crashte er mit Teamkollege Lewis Hamilton und schied aus. In Monaco erlebte Rosberg das nächste Rennen zum Vergessen. Das Resultat: ein siebter Platz, während Hamilton siegte. Dennoch ist das Selbstvertrauen nicht angekratzt. „Ich verliere meine Moral nicht. Es war nicht das erste schlechte Rennen in meinem Leben. Und es wird auch nicht das letzte gewesen sein.“

Das Problem mit den Reifen- und Bremstemperaturen

Rosbergs großes Problem im Fürstentum waren die Bremsen und Reifen. Er brachte beide nicht auf Temperatur. Weder auf nasser noch auf trockener Bahn. Weder auf Regenreifen noch mit Intermediates oder Slicks. „Zusammengefasst waren es viele kleine Dinge, die zum selben Zeitpunkt passiert sind“, sagt Rosberg, der zunächst nicht ins Detail gehen möchte.

Der Monaco-Spezialist steckte in einem Teufelskreis. Die kalten Bremsen und Reifen ließen sein Vertrauen schwinden. Also nahm Rosberg im Leitplankendschungel weiter Tempo raus. Was die Bremsen und Reifen noch weiter abkühlte. Im Gegensatz zu Rosberg stellte sich Hamilton besser auf die Gegebenheiten ein. Doch warum? „Ich hatte ganz andere Probleme als er. Ich fuhr in freier Luft, niemand war vor mir. Lewis half die heiße Abluft von meinem Auto“, lautet ein Teil der Erklärung von Rosberg.

Mercedes befahl den Platztausch. Und Rosberg gehorchte. Dafür kritisierten nicht wenige den Silberpfeil-Piloten. Nach dem Motto: Was passiert, wenn er die WM um ein paar Punkte verliert? Rosberg verteidigt sich. „Emotional war es schwer, klar. Aber rational gesehen war es die richtige Entscheidung. Ich stehe auch heute voll dahinter. Das ist Teil einer WM. Ich habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass das Team in Monaco gewinnen konnte.“

Red Bull oder Ferrari: Wer ist der erste Verfolger?

Hätte Hamilton seinen Rivalen ebenfalls passieren lassen? „Es gibt eine Regel bei uns, wenn jemand so viel langsamer fährt“, erzählt der Weltmeister. Also, ja. Dass sein Teamkollege ihm zum Monaco-Sieg geholfen hat, darüber denkt Hamilton nicht nach. „Warum auch? Das macht kein Fahrer, nachdem er ein Rennen gewonnen hat.“

Durch seinen ersten Saisonsieg verkürzte der Brite den Rückstand auf Rosberg auf 24 Punkte. Es steht vor dem GP Kanada 106 zu 82. Die Chance ist groß, dass sich Hamilton weiter heranpirscht. Mit vier Erfolgen darf er sich getrost Spezialist für die Highspeed-Strecke auf der Ile Notre-Dame nennen. „Das wusste ich gar nicht“, spielt Rosberg, der in Kanada noch nicht triumphierte, die Topbilanz seines größten Gegners herunter. „Ich mag die Strecke auch.“

In Barcelona und Monaco schob sich Red Bull vor Ferrari und forderte Mercedes heraus. Rosberg ist sich nicht sicher, welches der beiden Teams in Kanada gefährlicher werden wird. „Wir fühlen, dass Red Bull kommt. Aber Monaco war eine spezielle Strecke. In Barcelona war der Abstand noch größer“, sagt er. Die Tendenz geht aber Richtung Ferrari. „In Montreal ist Motorleistung gefragt. Da ist Ferrari stärker als Red Bull.“ Um die Konkurrenz fern zu halten, bringt Mercedes das nächste Update-Paket. Bestehend aus einem neuen Front- und Heckflügel, einem neuen Monkey-Seat sowie Modifikationen an den Leitblechen unter der Nase und am Unterboden.

Am Donnerstag grüßte Montreal mit Temperaturen um zehn Grad. Für die Trainings, das Qualifying und Rennen sind keine großen Temperatursprünge vorhergesagt. „Es dürfte schwieriger als sonst werden, die Reifen aufzuwärmen. Vielleicht muss man zwei Runden drehen, bevor man die schnelle in Angriff nimmt“, erklärt Rosberg einen möglichen Zugang für das Qualifying. Sollte es regnen, könnten den vierfachen Saisonsieger sogar die Monaco-Probleme wieder einholen. Ausgeschlossen ist es nicht. „Im Regen ist es nicht einfach, das wegzukriegen.“

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