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Rosberg und Hamilton vor WM-Showdown in Abu Dhabi

Hamilton deutet Geheimnis an

Nico Rosberg - Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi 2016 - F1 Foto: sutton-images.com 71 Bilder

Vor dem Duell auf der Strecke lieferten sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg auf der FIA-Pressekonferenz einen ersten verbalen Schlagabtausch. Einen Handschlag verweigerten die Piloten. Die Atmosphäre war frostig.

24.11.2016 Tobias Grüner 2 Kommentare

Lewis Hamilton und Nico Rosberg hatten die Bühne am Donnerstag (24. November 2016) ganz für sich alleine. In der offiziellen FIA-Pressekonferenz mussten die beiden Titelanwärter Stellung beziehen. Wie eisig die Stimmungslage im Silberpfeil-Team ist, wurde den Medienvertretern gleich zu Beginn der Runde vorgeführt. Rosberg und Hamilton sollten für die Fotografen mit Handschlag posieren. Doch dann standen die WM-Kandidaten steif wie zwei Zinnsoldaten nebeneinander.

Um das Eis zu brechen, wurden beide Piloten gefragt, welche Leistungen des anderen dieses Jahr besonders beeindruckend waren. Doch beide taten sich schwer, positive Worte über den Stallrivalen zu finden: „Er war immer ein harter Konkurrent, aber das war ja vorher klar“, gab sich Rosberg einsilbig. Hamilton gab zurück: „Nico war auf vielen Strecken schnell unterwegs. Da gibt es wohl kein Rennen, das herausragt.“

Rosberg weicht Fragen wieder aus

Rosberg wollte sich mit hintergründigen Titel-Fragen wie üblich nicht lange herumschlagen. Ob es ihm etwas ausmacht, dass er zum dritten Mal Vizeweltmeister werden könnte, wurde er zum Beispiel gefragt. Oder ob es ihm etwas ausmache, wenn der Titel als unverdient bezeichnet wird? Keine Antwort. Stattdessen wiederholte der Deutsche seine Standardsätze: Er wolle sich wie immer nur auf den Sieg im Rennen konzentrieren und sonst mit nichts anderem beschäftigen.

Beide Fahrer wurden außerdem gefragt, welches ihre schlechtesten und besten Rennen waren. Doch an negative Leistungen konnten sich beide natürlich nicht erinnern. „Eins meiner Highlights war Singapur“, drehte Rosberg die Frage ins Positive. „Da konnte ich trotz des Drucks von Red Bull den Sieg holen. Da erinnere ich mich gerne zurück.“ Dass es sich wohl um das schlechteste Rennwochenende des Teamkollegen handelte, ließ Rosberg unausgesprochen.

Aber Hamilton hatte den Konter schon parat. „Eins meiner besten Rennen war sicher Monaco. Bei schwierigen Bedingungen im Regen und auf halbtrockener Strecke bin ich draußen geblieben und konnte mich vor Daniel (Ricciardo) halten. Das war eine echte Herausforderung, die mir Spaß gemacht hat.“ Auch hier blieb unerwähnt, dass der Stallrivale bei diesem Rennen nicht gut aussah.

Hamilton erinnert an Brasilien

Beide Fahrer versicherten, dass sie in Abu Dhabi hart um den Sieg kämpfen werden. „Natürlich alles im Rahmen des Erlaubten“, betonte Rosberg. Hamilton wurde stattdessen gefragt, ob er Rosberg einbremsen will, wenn er nach dem Start vorne liegt. So könnte er seinen Gegner in die Fänge der Konkurrenz zwingen. Doch Hamilton hält nichts von solchen Ideen. Er will auf der Strecke fair kämpfen. Dafür setzte er verbal zum Tiefschlag an.

„Über Renntaktik habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich finde, dass es für den Gegner die schmerzhafteste Erfahrung ist, wenn man einfach weit vorne liegt. Man muss nur auf das letzte Rennen schauen: Ohne die roten Flaggen hätte ich einen Vorsprung von 30 Sekunden herausgefahren. Das ist eine größere Leistung als den Gegner einzubremsen. Außerdem klingt Einbremsen in der Theorie ja ganz sinnvoll, aber mit den 2 langen DRS-Zonen ist das hier sicher nicht sehr klug“, so Hamilton.

Welches Geheimnis steckt hinter Mechaniker-Tausch

Ein Thema in Abu Dhabi war auch nochmal der Mechaniker-Tausch zu Saisonbeginn. Rosberg bezeichnete die von der Teamführung angeordnete Maßnahme als gute Entscheidung. „Unser Teamgeist ist besser als jemals zuvor. Wir haben in letzter Zeit einige tolle Partys gefeiert. Alle halten zusammen. Es war also der richtige Schritt aus Sicht des Teams – auch wenn es sich am Anfang komisch angefühlt hat. Es brauchte ein bisschen Zeit, bis man sich aneinander gewöhnt hat.“

Hamilton scheint die Entscheidung zum Mechaniker-Wechsel jedoch immer noch nicht nachvollziehen zu können. „Was war die Begründung, die Sie Dir damals gegeben haben“, stellte er seinem Teamkollegen eine Frage, die unbeantwortet blieb. Hamilton deutete an, dass sich dahinter eine spannende Story verbirgt: „Da müsst ihr aber irgendwann in 10 Jahren mein Buch kaufen. Da sag ich Euch dann, was genau passiert ist. Das ist eine interessante Geschichte.“

Rosberg hat sich verändert

Hamilton erzählte auch nochmal, wie sich das Verhältnis der beiden Piloten im Laufe der Zeit verschlechterte: „Als wir noch klein waren, kamen wir gut miteinander aus. Wir hatten einfach Spaß. Wir haben Playstation gespielt, sind Einrad gefahren. Wir hatten viel gemeinsam. Wir haben Pizza geliebt und Kellogs Frosties gegessen. Wir haben einfach verrückte Sachen gemacht, wie zum Beispiel Motorrad-Ausflüge. Ich mache diese Sachen heute noch, aber Nico hat sich verändert. Er ist jetzt nur noch auf sich konzentriert.“

Dann fand Hamilton aber auch noch ein paar nette Worte über seinen alten Kart-Kumpel: „Ich denke, wir sind mit der ganzen Sache gut umgegangen. Ich freue mich für ihn und seine Familie. Ich bin stolz, wie er dieses Jahr gefahren ist und generell gesehen ist es eine Freude, ihn als Teamkollegen zu haben.“ Daraufhin rang sich auch Rosberg noch ein Lob über den Stallrivalen ab: „Wir haben seit den alten Tagen im Kart einen großen Respekt voreinander. Das ist die Basis, die uns auch durch schwierige Momente gebracht hat. Ich denke, wir haben Fortschritte gemacht. Das Verhältnis ist neutral. Aber die Umstände sich ja auch schwierig.“

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Proesterchen 25. November 2016, 09:47 Uhr
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