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Rosberg im Pech

WM-Zug fast abgefahren

Nico Rosberg - GP Italien 2015 Foto: xpb 22 Bilder

Für Nico Rosberg wurde die Reise nach Italien zu einem Desaster. Eine technische Panne folgte im Auto mit der Startnummer 6 auf die nächste - bis schließlich im Rennen der Motor hochging. Der erste Nuller der Saison wirft Rosberg in der WM beinahe aussichtslos zurück.

09.09.2015 Andreas Haupt

Nach dem GP Italien 2014 hatte Nico Rosberg die WM mit 22 Punkten vor Lewis Hamilton angeführt. Und wurde 6 Rennen später trotzdem nicht Weltmeister. Ein Jahr später sieht die Situation komplett anders aus. Mit seinem Ausfall in Monza hechelt der Wahlmonegasse seinem Teamkollegen um 53 Zähler hinterher. Es steht 252 zu 199.

Für viele im Fahrerlager war der GP Italien 2015 bereits die Vorentscheidung im WM-Kampf. Oder sogar schon die Entscheidung. Wie soll Rosberg diesen Punkterückstand noch wettmachen? Selbst wenn Hamilton zweimal ausfallen würde, wäre er immer noch in Führung. Dem Weltmeister würde es sogar reichen, in jedem der verbleibenden Rennen Zweiter zu werden, um den Titel zu verteidigen.

Rosberg will weiter kämpfen

Kleiner Lichtblick für Rosberg: Es bleiben ihm noch sieben Rennen, um das schier unmögliche doch noch möglich zu machen. "Macht unterm Strich 175 Punkte. Noch ist für Lewis also nichts gewonnen", rechnet Toto Wolff vor und macht seinem Fahrer Hoffnung. Der Unglückspilot selbst übte sich in Durchhalteparolen. "Das ist natürlich ein großes Desaster für mich. Ich hätte an diesem Wochenende eigentlich aufholen müssen. Das Pech kam zum schlechtesten Zeitpunkt. Aber ich werde weiter kämpfen."

Das Wochenende war für den WM-Zweiten durchzogen von technischen Pannen. Am Samstagmorgen entdeckten die Mercedes-Ingenieure in Rosbergs Antriebseinheit Wasser im Öl. Wie sich später herausstellte durch einen defekten Wärmetauscher. Da vor dem Qualifying keine schnelle Analyse möglich war, wurde der neue Motor, den Mercedes mit dem Einsatz von sieben Entwicklungstoken aufgerüstet hatte, durch das alte Spa-Triebwerk ersetzt. Das hatte schon 5 Rennen und rund 3.200 Kilometer auf dem Buckel. "Der Motor war am oberen Lauflimit. Das kostete entsprechend Leistung", erklärte Rosberg. Auf den Geraden soll der Unterschied 2 bis 3 Zehntel betragen haben.

Motorplatzer kostet Podium

Am Sonntag ging das Schlamassel kurz vor dem Rennen weiter weiter. Die Mechaniker mussten ein Hydraulikleck im Motor stopfen, was aber rechtzeitig gelang. Beim Start fiel Rosberg von der vierten auf die sechste Position zurück. "Weil Kimi vor mir stehenblieb. Es ist schwierig, gleichzeitig die Kupplung richtig kommen zu lassen und auszuweichen."

Sergio Perez hatte sich Rosberg schnell geschnappt. Doch hinter Bottas biss er sich die Zähne aus. Der Mercedes-Fahrer kämpfte mit zu heißen Bremsen. "Sie sind auf dieser Strecke am Limit", erklärte Rosberg. Durch einen Undercut brachten die Mercedes-Strategen den 30-Jährigen sowohl an Bottas als auch an Felipe Massa vorbei.

Es folgte die Aufholjagd auf Sebastian Vettel. Die Ingenieure hatten Rosberg gerade erlaubt, zum Angriff die Motor-Power hochzudrehen, als in der 51. von 53 Runden der Motor hochging. Es war der erste Ausfall seit dem GP Singapur aus dem letzten Jahr. "Ich bin ein gutes Rennen gefahren. Ich hatte die Bremsen geschont und hätte in den letzten 3 Runden volle Attacke auf Sebastian machen können", befand Rosberg. "Es ist aber leider einfach eins zum anderem gekommen."

Bis zweieinhalb Stunden nach dem Rennen stand der Sieg von Hamilton noch auf der Kippe. Weil die FIA zu wenig Luftdruck im linken Hinterreifen vor dem Start festgestellt hatte. Doch schlussendlich behielt der Brite den Pokal und die 25 WM-Punkte. Hätte Rosberg nicht insgeheim hoffen müssen, dass Hamilton doch disqualifiziert wird? Der Deutsche blickt an die Decke, überlegt und lässt sich Zeit mit der Antwort. "Was heißt hoffen? So möchte ich nicht die WM gewinnen. Ich will ihn auf der Strecke schlagen."

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