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Nico Rosbergs seltsame Taktik

Rosberg opfert vier Startplätze für neue Reifen

Motor Racing - Formula One World Championship - Indian Grand Prix - Qualifying Day - New Delhi, India Foto: xpb.cc 110 Bilder

Mercedes hat sich gesteigert. Teils streckenbedingt, teils weil man von der Abstimmung her in die richtige Kiste gegriffen hat. Nico Rosberg hatte den Speed für den sechsten Startplatz, doch er blieb im Q3 auf Weisung der Ingenieure in der Garage. Frische Reifen für das Rennen waren wichtiger.

27.10.2012 Michael Schmidt

Nach zwei enttäuschenden Rennen darf Mercedes wieder hoffen. Nico Rosberg deutete in der zweiten K.O.-Runde der Qualifikation an, was möglich gewesen wäre. Da landete Rosberg mit einer 1.25,976 Minuten auf Rang sechs. Steigerung möglich. Trotzdem sah sich Rosberg den Schlussabschnitt der Qualifikation aus der Garage an. "Wir wollen am Sonntag mit einem frischen Satz Reifen starten. Das bringt uns mehr", erklärte Rosberg.

Brawn schätzt Opfer nicht so hoch ein

Er fügte sich auf Weisung seiner Ingenieure in sein Schicksal. "Natürlich fällt es schwer, im Training nur zuzuschauen, aber ich verstehe, warum wir es so machen. Es ist für das Rennen ganz klar die bessere Strategie."

Teamchef Ross Brawn schätzt das Opfer nicht ganz so groß ein: "Platz sechs ist schon sehr optimistisch gedacht. Wir hätten im Q3 wahrscheinlich unseren letzten Satz weiche Reifen nehmen müssen, weil wir nicht noch mehr Runden auf den gebrauchten Satz vom Q2 fahren wollten. Der hätte dann beim Start schon neun Runden auf der Lauffläche gehabt, was für das Rennen ein zu großer Nachteil gewesen wäre. Unser Problem war nur, dass wir mit den frischen Reifen nicht so gut unterwegs waren wie mit den gebrauchten. Mit neuen Reifen hätte ich uns höchstens Platz acht zugetraut. Unter dieser Annahme haben wir nur zwei Plätze hergeschenkt."

Mercedes lernt dazu

Rosberg fügt hinzu: "Ich hätte mit einem frischen Satz im Q3 mindestens zwei Aufwärmrunden gebraucht. Der Reifen wäre dann beim Start auch schon ziemlich alt gewesen. Es war besser so, dass wir uns den Reifensatz für das Rennen aufgehoben haben." Prinzipiell war Rosberg mit seinem Auto zufrieden. Der Mercedes präsentierte sich nicht nur wegen der Streckencharakteristik in einer besseren Form als zuletzt. "Wir haben auch vom Setup her einige richtige Entscheidungen getroffen."

Ins Detail wollte Rosberg nicht gehen. Wir erklären ihnen, wo Mercedes gewonnen hat. Die Abstimmung des neuen Coanda-Auspuffs in Bezug auf die Motorkennfelder und die Zielrichtung wurde verbessert. Brawn: "Wir lernen da ständig dazu." Und die Ingenieure fanden endlich mal die richtige Abstimmung für das hochkomplizierte Fahrwerk des Silberpfeils. Die vier Dämpfer sind untereinander hydraulisch verbunden. Je nach Anpressdruck ändert sich die Bodenfreiheit an den vier Enden des Autos. Die Ingenieure hatten sich da schon so manchen Fehlgriff geleistet, was dann unterschiedliche Temperaturen bei den vier Reifen und erhöhte Abnutzung zur Folge hatte.

Schumacher hadert mit Pirelli-Pneus

Für Michael Schumacher haben sich die kleinen Fortschritte nicht gelohnt. Der angehende PS-Rentner startet nur von Platz 14. "Kein Grip", bedauerte Schumacher. Im dritten freien Training habe es sich noch ganz gut angefühlt, doch dann spielten ihm die Reifen wieder einmal einen Streich. "Ich war am Nachmittag langsamer als am Vormittag, und das mit deutlich weniger Benzin im Tank", schüttelte Schumacher den Kopf.

Diese Pirelli-Reifen werden nicht mehr seine Freunde. "Sie sind übersensibel, dass man unheimlich leicht das Fenster verfehlen kann, wenn irgendetwas nicht passt. Das ist auch ein Grund, warum sich manche Teams verbessern, ohne dass sie neue Teile ans Auto bringen. Das bessere Verständnis für das Auto und die Reifen kann einen großen Unterschied ausmachen." Mercedes lieferte den besten Beweis, was es ausmacht, wenn ein Fahrer das Reifenfenster exakt trifft und der andere nicht. Schumacher fehlten im Q2 sechs Zehntel auf Rosberg. Im dritten freien Training war er noch sechs Zehntel schneller.

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