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Rosberg setzt Hamilton unter Druck

"Nico war einfach schneller"

Nico Rosberg - Mercedes - GP Russland - Qualifying - Samstag - 10.10.2015 Foto: Wilhelm 44 Bilder

Die Pleite von Singapur ist abgehakt. Mercedes zeigte sich auch in Sochi haushoch überlegen. Noch deutlicher als zuletzt in Suzuka. Nur die interne Reihenfolge überraschte. Nico Rosberg startet zum dritten Mal in dieser Saison vor Lewis Hamilton. Und zum zweiten Mal in Folge.

10.10.2015 Michael Schmidt

Ein kleiner Zweifel war geblieben. Sochi ist mit seinem extrem glatten Asphalt, mit den vielen 90 Grad-Kurven, dem hohem Spritverbrauch und den großen Anforderungen an die Elektro-Power eine Unbekannte im Kalender. In den Hinterköpfen der Mercedes-Leute geisterte immer noch die Schlappe von Singapur herum.

Dann auch noch dieses seltsame Training. Die Dieselspur in der ersten Sitzung, der Regen in der zweiten, der mörderische Crash von Carlos Sainz in der dritten. Die Vorbereitung auf die Qualifikation und das Rennen verdichtete sich auf 45 Minuten. Auf einer grünen Rennstrecke. Nico Rosberg übte 15 Runden, Lewis Hamilton 13. "Das Setup war schon ein bisschen ein Ratespiel", gab Rosberg zu.

Rosberg gewinnt drei Zehntel auf Hamilton

Mercedes hat perfekt geraten. Nico Rosbergs Pole Position von 1.37,113 Minuten war um 1,4 Sekunden schneller als im Vorjahr. Der Schnitt stieg von 213,889 auf 216,786 km/h. Valtteri Bottas auf Platz 3 fehlten 0,799 Sekunden auf den Mercedes. Ferrari noch 53 Hunderstel mehr. Viel wichtiger als der Vorsprung auf die Gegner aber war Rosberg der Trainingssieg über seinen Kollegen Lewis Hamilton. "Und vor allem der relativ große Vorsprung." Er betrug immerhin 0,320 Sekunden.

Rosberg traf die Abstimmung seines Autos und die heikle Vorbereitung der Reifen auf den Punkt. "Ich war mit meinem Auto und meiner Runde zufrieden", erklärte der WM-Zweite. Er nahm sich für die 18. Trainingsbestzeit seiner Karriere einen Anlauf von zwei Aufwärmrunden. Der zweite Versuch auf dem gleichen Reifensatz war 0,160 Sekunden langsamer. Hamilton machte es genauso. Doch im zweiten Anlauf baute der Weltmeister einen Fehler ein und brach das Unternehmen Rosberg noch vom ersten Startplatz zu verdrängen ab.

Hamilton bestritt, die Pole Position nur im zweiten Sektor verloren zu haben, der mit seinen vielen 90 Grad-Kurven einen perfekten Fluss und eine gute Balance vom Auto verlangt. "Ehrlich gesagt: Nico war heute überall schneller. Er hat sich einfach wohler im Auto gefühlt. Bei mir war eine Kurve gut, die nächsten fünf schlecht, dann wieder eine in Ordnung."

Hamilton hofft auf den Start

Hamilton hofft jetzt wie in Suzuka auf den besseren Start. Auch der hat in Sochi eine Besonderheit. Er ist mit 1.029 Metern von der Pole Position bis zum ersten Bremspunkt der längste der ganzen Saison. Genau da hatte sich im Vorjahr das Rennen entschieden. Rosberg bremste sich seine Reifen eckig. Es ist ein heikles Bremsmanöver, weil durch den langen Spurt bis dorthin die Reifen und Bremsen mehr auskühlen als sonst. "Und der Speed, mit dem du in der Kurve ankommst, ist höher als sonst. Deshalb ist es etwas schwerer, den idealen Bremspunkt zu finden", verrät Hamilton.

Rosberg will sich auf die Startdiskussion gar nicht einlassen. "Ich habe nicht vor, beim Start einen Fehler zu machen und das auf der Geraden wieder auszubügeln." Nach der Startpanne in Suzuka übte Rosberg im ersten Training mehrmals die Startprozedur und die so wichtige Formationsrunde. Dann hofft er, dass Hamilton mit seiner Aussage Recht behält, dass man im Sochi dem Vordermann nur schwer folgen kann. Strategisch sind die Möglichkeiten den Gegner auszutricksen wegen des Einstopprennens auch überschaubar. "Es wäre schön, wenn ich ein paar Punkte auf Lewis gutmachen könnte. Wenn es viele werden sollen, brauche ich die Mithilfe von Williams und Ferrari."

Gleicher WM-Bonus wie im letzten Jahr

Für Mercedes kann der GP Russland wie im Vorjahr ein Jubeltag werden. Drei Punkte mehr als Ferrari, und die Silberpfeile sind zum zweiten Mal in Folge Konstrukteurs-Weltmeister. Das gibt deutlich mehr Geld aus Bernie Ecclestones Kasse und einen guten Bonus für alle Mitarbeiter. "Es ist der gleiche wie im Vorjahr", verspricht Teamchef Toto Wolff. Übrigens: Die Sieger T-Shirts liegen schon bereit. "Aber darüber reden wir jetzt nicht", schmunzelt Wolff.

Für Mercedes wäre die Wiederholung des Vorjahres die Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben. "Unsere Mannschaft hat es wieder geschafft, ein dominantes Paket auf die Räder zu stellen. Und wir haben auf die Problemphasen und Niederlagen in dieser Saison, egal ob Malaysia oder Singapur, sehr gut reagiert. Darauf bin ich stolz", resümierte Wolff.

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