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Rosberg-Vertrag läuft aus

Was läuft da zwischen Mercedes und Rosberg?

Nico Rosberg - Mercedes - GP China 2016 Foto: sutton-images.com 110 Bilder

Nico Rosbergs Vertrag mit Mercedes läuft Ende des Jahres aus. Der WM-Spitzenreiter gewinnt ein Rennen nach dem anderen, aber Mercedes scheint keine Eile zu haben, den Vertrag zu verlängern. Was läuft da zwischen Mercedes und Rosberg, Herr Wolff?

18.04.2016 Michael Schmidt

Nico Rosberg hat sechs Rennen in Folge gewonnen. Er führt die WM-Wertung mit der Maximalpunktzahl von 75 Zählern an. Er hat 36 Punkte Vorsprung auf Lewis Hamilton. Manche sprechen schon vom nächsten Weltmeister. Aber Rosberg hat immer noch keinen Vertrag für nächstes Jahr. Dabei fährt er bereits seit 2010 für die Marke mit dem Stern.

Mercedes macht nicht den Eindruck, in Eile zu sein. Das war bei Lewis Hamilton ganz anders. Da konnte es gar nicht schnell genug gehen. Schon in Abu Dhabi 2014 wurden mit dem Weltmeister Gespräche über eine Vertragsverlängerung ab 2016 geführt. Es dauerte dann bis zum Mai 2015, bis der Vertrag endlich unterschrieben war. Der Weg dorthin lieferte ein Dutzend Schlagzeilen. "Nur weil der Lewis alles ohne Manager gemacht hat und jede Seite drei Mal lesen wollte", blickt Niki Lauda zurück.

Heißt der Mann der Zukunft vielleicht Wehrlein?

Was also ist mit der Personalie Rosberg los? Im Fahrerlager fragt man sich bereits: Ist schon alles klar oder will Mercedes sein Team mit einem jüngeren Fahrer für die Zukunft aufstellen? Heißt der Silberpfeil-Pilot der nächsten Jahre vielleicht Pascal Wehrlein? Der DTM-Meister fand immerhin unter der Obhut von Teamchef Toto Wolff den Weg ins Manor-Cockpit. Das gibt Anlass zu Spekulationen.

Wolff antwortet auf Nachfragen: "Vielleicht sollten wir uns mit Nico wirklich beeilen, so gut wie er gerade fährt. Aber er ist seit langem Teil unserer Familie. Deshalb fühlen sich beide Seiten mit der Situation komfortabel. Es gibt keinen Grund, dass wir nicht miteinander weitermachen." Rosberg sagt nur, dass er sich noch viele Jahre bei Mercedes vorstellen könne, dass Vertragsverhandlungen im Moment aber kein Thema sind.

Ein riskanter Poker von Rosberg

Auch Nico Rosberg handelt seine Verträge ohne Manager aus. Doch ist der WM-Spitzenreiter schon so abgezockt, um auf Zeit zu spielen? Es wäre ein riskanter Poker. Wenn er weiter gewinnt und der Titel immer wahrscheinlicher wird, ist das ein guter Schachzug. Weil sein Preis steigt. Schlägt das Pendel wieder in Richtung Hamilton um, sitzt Mercedes am längeren Hebel.

Für Rosberg gibt keine lohnenden Optionen. Ferrari wird kaum einen zweiten Deutschen verpflichten. Red Bull setzt lieber auf Eigengewächse. McLaren hat Stoffel Vandoorne in der Hinterhand. Sonst gibt es keine Teams mehr, die für Rosberg sportlich attraktiv sind.

Andererseits hat auch Mercedes nur begrenzte Optionen. Für Wehrlein käme ein Platz im Silberpfeil noch ein bisschen früh. Daniel Ricciardo und Max Verstappen sind bis 2018 im Red Bull-Pool. "Keine Chance für Mercedes", winkt Red Bull-Berater Helmut Marko ab. Bleibt nur Fernando Alonso übrig. Er hat zwar einen Vertrag mit McLaren, doch was heißt das schon bei seiner Vergangenheit? Der Spanier ist wegen seiner Eskapaden nicht mehr erste Wahl. Vielleicht spielt er deshalb gerade den Teamplayer bei McLaren. Um sein angekratztes Image aufzumöbeln.

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