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Rosberg vs. Hamilton

Falsches Spiel bei Mercedes?

Rosberg Hamilton GP Malaysia 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Nico Rosberg musste in Malaysia hinter Lewis Hamilton zurückstecken. Obwohl er deutlich schneller war, durfte er seinen Teamkollegen in den Schlussrunden nicht überholen. Am Ende war im Lager der Silberpfeile niemand glücklich.

24.03.2013 Tobias Grüner

Wenn es den Krach bei Red Bull nicht gegeben hätte, würden sich jetzt wohl alle Schlagzeilen um den Zoff bei Mercedes drehen. Nico Rosberg hatte sich in der Schlussphase über Funk beklagt, dass er Teamkollege Lewis Hamilton nicht attackieren durfte, obwohl er das eindeutig schnellere Auto hatte. Doch von Teamchef Ross Brawn kam immer wieder die gleiche frustrierende Antwort: "Halte deine Position."

Rosberg hatte mehr Speed

"Ich bin sehr enttäuscht. Ich wäre sehr gerne Vollgas durchgefahren", erklärte der frustrierte Pilot auch nach dem Rennen. Die Wut auf den Kommandostand hatte sich da aber schon etwas gelegt. "Ich habe es zwar nicht eingesehen, aber schließlich akzeptiert, die Entscheidung von Ross zu respektieren."

Doch warum musste sich Rosberg überhaupt hinten anstellen? Es gab eigentlich keinen offensichtlichen Grund, Hamilton künstlich in Front zu halten. Der Brite war auf der Strecke langsamer und musste zudem noch Sprit sparen. Hamilton selbst gab nach dem Rennen zu: "Eigentlich müsste Nico heute auf dem Podium stehen. Er hatte den besseren Speed, er hat sich seine Stints und seine Reifen besser eingeteilt."

Rosberg wollte Red Bull jagen

Mercedes-Sportchef Toto Wolff deutete nach dem Rennen an, dass Rosberg ebenfalls Sprit sparen musste. Doch mit dieser These konfrontiert nahm sich der Pilot in der anschließenden Presserunde zunächst eine Auszeit. Vor seiner Antwort wollte er noch ein paar wichtige Worte mit Wolff wechseln. Bei seiner Rückkehr betonte Rosberg: "Es war nicht so, dass ich unnormal Sprit sparen musste."

Gerne hätte Rosberg das volle Potenzial seines Autos gezeigt. "Ich weiß nicht, ob ich die Red Bulls noch bekommen hätte. Aber ich habe mich zu dem Zeitpunkt gut gefühlt. Ich war gut unterwegs und hätte gerne gesehen, wie weit ich noch gekommen wäre." Über Funk machte er seinem Ärger Luft. "Ich habe versucht, sie dazu zu bringen, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Da muss man schließlich viele Faktoren einbeziehen. Aber sie sind dabei geblieben. Ich habe ihnen auch gesagt, dass sie sich das merken müssen." Der Wahlmonegasse gab sogar zu, dass er zu Beginn kurz darüber nachgedacht hat, die Stallregie einfach zu ignorieren.

Mercedes muss noch diskutieren

Als einziges Argument für die Teamorder konnte man gelten lassen, dass die Teamleitung ein zu heißes Duell der beiden Piloten verhindern wollte. "Es war wichtig heute, die Plätze drei und vier zu sichern", gab auch Rosberg zu. Allerdings war der Geschwindigkeitsunterschied der beiden erfahrenen Piloten so groß, dass ein Manöver wohl auch ohne Kollision abgelaufen wäre.

Die beiden Silberpfeile überholten sich in der Endphase sogar mehrmals auf den langen Geraden gegenseitig, fanden aber immer wieder in die vom Team gewünschte Reihenfolge zurück. "Wir haben uns einfach gegenseitig DRS gegeben. Damit waren wir als Gruppe schneller", erklärte Rosberg die Platzwechsel.

Rosberg fühlt sich nicht als Nummer zwei

Wie geht es nun weiter? Nach dem Rennen gab es eine Aussprache mit Ross Brawn. Rosberg gibt zu, dass man die Kommunikation teamintern künftig verbessern muss. "Wir hatten vorher die Diskussion gehabt, aber offenbar nicht genug. Da waren wir nicht gut genug vorbereitet. Aber das ist auch schwierig. Es gibt ja so viele verschiedene Situationen."

Obwohl er sich hinter Hamilton anstellen musste, fürchtet Rosberg nicht, bei Mercedes früh zum Nummer-zwei-Fahrer abgestempelt zu werden. "Ich kann verstehen, dass nach außen so ein Eindruck entstehen kann. Aber ich bin sicher, dass wenn ich vorne gewesen wäre, die Entscheidung genauso für mich gefallen wäre. Es gibt im Team keine Nummer eins und Nummer zwei."

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