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Rosbergs Pannen-Liste

Wird bei Hamilton mehr geschlampt?

Nico Rosberg - GP England 2014 Foto: Wilhelm 110 Bilder

Englische Berichterstatter witterten in Ungarn Sabotage. Oder Vorteilsnahme für Nico Rosberg. Die Defekte bei Mercedes scheinen sich auf Lewis Hamilton zu konzentrieren. Richtig ist: Hamilton hat die Defekte, die weh tun. Aber auch Rosbergs Auto ist nicht kugelsicher.

05.08.2014 Michael Schmidt

Eine defekte Zündkerze in Melbourne. Ein Bremsdefekt in Montreal. Ein Motorproblem im freien Training von Silverstone. Eine gebrochene Bremsscheibe in der Qualifikation zum GP Deutschland. Ein Großbrand im Motorraum beim Abschlusstraining in Budapest, was schließlich zu einem Chassiswechsel führte. Immer im Mercedes mit der Startnummer 44 von Lewis Hamilton.

Hamilton schrieb zwei Nuller wegen Defekten, er musste in Hockenheim wegen des Unfalls im Training vom 20. Startplatz aus ins Rennen gehen und am Hungaroring sogar aus der Boxengasse. In Budapest war Hamilton so sauer, dass er nach den TV-Interviews die Rennstrecke verließ. Verständlich. Wenn sich die Defekte derart häufen, kann einem schon mal der Gaul durchgehen. Und man kommt auf komische Gedanken: Warum immer ich? Ist das alles nur Pech?

Defekte sind Schwachstelle von Mercedes

Die Fleetstreet-Reporter aus England vermuteten Schlamperei, Sabotage, Parteinahme. Hamilton habe nur einen Freund bei Mercedes, und das sei Niki Lauda. "Alles Zufall", wiegelt Teamchef Toto Wolff ab. "Wir sind über die Schäden genauso unglücklich wie Lewis. Die vielen Defekte sind unsere Schwachstelle. Deshalb haben wir eine Engreiftruppe gebildet, die sich um bessere Qualitätskontrolle kümmert."

Das Binnenklima bei Mercedes wird durch die Pannenserie auf die Probe gestellt. In einem Titelrennen, bei dem es um jeden WM-Punkt geht, kann man als Fahrer schon mal misstrauisch werden, wenn es statistisch den einen häufiger trifft als den anderen.

Dazu kommt, dass jeder Verdachtsmoment von außen noch angeheizt wird. Das Team muss dann Zweifel aus dem Weg räumen und dem vermeintlichen Opfer zeigen, dass doch alles mit rechten Dingen zugeht. Wenn dann noch eine Stallregie im Rennen dazukommt, hilft das natürlich auch nicht. Hamilton ist in der Opfer-Rolle.

Viele versteckte Pannen bei Rosberg

Doch wer ein bisschen hinter die Kulissen blickt, sieht, dass auch bei Rosberg beileibe nicht immer alles glatt geht. Offensichtlich war nur der Getriebeschaden, der Rosberg den möglichen Sieg in Silverstone gestohlen hat. Doch dazu kamen noch einige andere Pannen, die ebenfalls zu größeren Konsequenzen hätten führen können.

So hatte der Deutsche nach dem Ausfall der MGU-K in Montreal ebenfalls Probleme mit den Bremsen, doch er ist disziplinierter damit umgegangen. Rosberg hielt sich an den Rat der Ingenieure, die Bremskraft so weit wie möglich nach vorne zu stellen, und er ließ es im Duell gegen Hamilton auch nicht auf ein Bremsmanöver auf der letzten Rille ankommen.

Es gibt noch weitere Schäden an Rosbergs Auto, die nur in internen Protokollen stehen oder kaum aufgefallen sind. In der Qualifikation von Melbourne fiel im Mercedes mit der Startnummer 6 das FRIC aus. Zeitverlust: rund drei Zehntel.

Beim GP Malaysia war bei einem Reifensatz eine Radmutter locker. Im dritten Training zum GP China musste Rosberg einen Großteil der Zeit wegen eines Hydraulikdefekts zuschauen und konnte sich deshalb nicht optimal auf die Qualifikation vorbereiten.

Am Red Bull-Ring stieg im ersten Training die Kühlpumpe für die Elektromotoren aus. Rosberg schaute die meiste Zeit zu. Drei Stunden vor dem Start zum GP Ungarn wurde das dritte Dämpferelement der Hinterachse ausgebaut. Die Mechaniker hatten ein Leck entdeckt.

Rosberg wäre deshalb nicht ausgefallen, aber es hätte Zeit gekostet. So wie ein Schaden an der Aufhängung, der erst nach dem Rennen entdeckt wurde. In der Safety-Car-Phase haben die Bremsen überhitzt, was den Defekt am Fahrwerk nach sich zog. Das war einer der Gründe, warum sich Rosberg beim Überholen so schwertat.

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