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Rosbergs Plan zum WM-Titel

"Druck auf Lewis hochhalten"

Rosberg & Hamilton - GP Abu Dhabi 2014 Foto: xpb 63 Bilder

Nico Rosbergs Chancen auf den WM-Titel sind in der Theorie eher gering. In der Praxis jedoch nicht. Lewis Hamilton zeigt Anzeichen von Nervosität. Der Engländer baute in seine Qualifikationsversuche zwei Fehler ein. Und der Rückstand auf Rosberg betrug fast vier Zehntel.

22.11.2014 Michael Schmidt

Die elfte Pole Position des Jahres war die wichtigste. Doch Nico Rosberg kann sich für seinen Titel des Trainings-Weltmeisters nichts kaufen. "Es war ein kleiner Schritt auf einem langen Weg", kommentierte der Deutsche den ersten Sieg über seinen Teamkollegen. "Heute ging es nur um die Pole. Morgen geht es um die Weltmeisterschaft." Nicht nur der Vorsprung von 0,386 Sekunden stimmte Rosberg optimistisch. Auch die Tatsache, dass Hamilton im entscheidenden Moment zwei Fehler unterliefen. Ein Verbremser in Kurve 1, ein Quersteher in Kurve 20.

Auch Rosberg baute einen Fehler ein. Aber da ging es noch um nichts. Im ersten Versuch in der zweiten K.O.-Runde segelte der Herausforderer am Ende der Geraden in die Auslaufzone. "Ich habe den falschen Knopf gedrückt", gab der Blondschopf zu und präzisierte: "Ich bin mit der Bremsbalance zu weit nach vorne gegangen." Hamilton hofft nun, dass dieser Ausrutscher ihm im ersten Stint in die Karten spielt: "Damit hat Nico eine Runde mehr auf dem ersten Reifensatz als ich."

Rosberg rechnet Hamilton die Fehler vor

Nach der Qualifikation rechneten sich die Mercedes-Fahrer ihre Blackouts vor. Rosberg war dabei der aktivere Teil. Der WM-Zweite weiß, dass er am Sonntag fremde Hilfe braucht. Wenn alles normal läuft, fährt Hamilton mit der linken Hand auf Platz 2. Doch es läuft nicht immer alles normal. Vom Defektteufel will Rosberg nicht reden: "So will ich nicht Weltmeister werden."

Rosberg verfolgt eine andere Taktik: "Ich muss den Druck auf Lewis hochhalten, damit er weiter Fehler macht. In Brasilien hat er sich gedreht. Es sieht so aus, als hätte er heute Nerven gezeigt, und ich hoffe, dass das auch morgen so ist." Hamilton antwortete darauf kalt: "Ich schenke Nicos Sprüchen keine Aufmerksamkeit."

Vielleicht doch. In der Pressekonferenz gab sich der Verlierer der letzten Qualifikation so einsilbig wie schon lange nicht mehr. Zuletzt hat er Trainingsniederlagen weggelacht. Diesmal nicht. "Das Auto war fantastisch. Ich hatte nur keine sauberen Runden", sagte Hamilton im Räikkönen-Stil.

Rosberg hofft auf Mithilfe der Williams

Später bei der internen Mercedes-Presserunde war der WM-Favorit etwas gesprächiger. Er gab zu, dass er kein Fahrer ist, der auf Ankommen oder Ergebnis fährt. Trotzdem räumte er ein: "Ich habe eine Art Plan im Kopf, wie ich unter welchen Umständen reagiere."

Rosberg hofft auf die Mithilfe der Williams. "Wenn sich ein Williams vor Lewis schiebt, überholt er die höchstens beim Boxenstopp. Ich habe im zweiten freien Training getestet, wie man hier überholen kann und bin extra ein paar Runden hinter Kimi herfahren. Es ist unmöglich. Und ein Ferrari ist auf der Geraden nicht so stark wie ein Williams."

Auf die Frage, ob er im Ernstfall auch tief in der Trickkiste kramen und Hamilton einbremsen würde, damit der in die Hände von Valtteri Bottas und Felipe Massa fällt, wollte Rosberg nicht antworten. "Das behalte ich für mich."

Er wäre nicht gut beraten. Diese Nummer ist 1997 in Suzuka schon einmal grandios schiefgegangen. Jacques Villeneuve bremste das ganze Feld ein, in der Hoffnung einer überholt seinen WM-Gegner Michael Schumacher. Am Ende trickste er sich selbst aus, weil ihm Schumachers Teamkollege Eddie Irvine durchrutschte.

Rosberg überrascht Lauda

Niki Lauda war voll des Lobes für den Trainingsschnellsten: "Ich ziehe mein Kapperl vor Nico. So eine Runde unter dem Druck musst du erst einmal hinkriegen. Er ist absolut fehlerlos zwei Traumrunden gefahren." Ganz nebenbei: Rosberg war mit seiner Zeit von 1.40,480 Minuten um 0,050 Sekunden schneller als Mark Webber auf seiner letztjährigen Pole Position-Runde.

Lauda sieht in dem Trainingsergebnis keine Vorentscheidung: "Nico wird gut schlafen, Lewis schlecht. Aber morgen beginnt für Lewis wieder alles von vorne. Noch ist kein Schaden entstanden. Die beiden werden die Reset-Teaste drücken, und dann geht es morgen von vorne los. Ich rechne damit, dass Nico beim Start vor Lewis in Führung geht. Und dann wird es für beide ein langes Rennen." Hamilton widersprach diesmal seinem Mentor: "Ich werde heute gut schlafen. Wie vor meinen anderen Finalrennen auch."

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