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Ross Brawn dementiert Abschied

"Keine Gespräche mit McLaren oder Honda"

Ross Brawn Williams 2013 Foto: xpb 51 Bilder

Ross Brawn lief bereits am Mittwoch (9.10.2013) vor dem GP Japan durchs Fahrerlager von Suzuka. Der Mercedes-Teamchef zeigte sich unbeeindruckt von den Abschiedsgerüchten, die im fernen Deutschland gestreut wurden. "Der Stand ist der gleiche wie in den letzten Wochen. Ich rede immer noch mit Niki über meine Zukunft."

09.10.2013 Michael Schmidt

Ross Brawn verlässt im Winter Mercedes. Das Superhirn arbeitet in Zukunft für McLaren und Honda. Geschichten wie diese geisterten zu Beginn der Woche durch das Internet. Mercedes dementierte umgehend. Ross Brawn hörte im fernen Asien erstaunt die Meldungen aus Europa.

Auf Anfrage von auto motor und sport bestätigte Brawn in Suzuka: "Ich habe weder ein Wort mit Honda noch mit McLaren gesprochen. Eine Entscheidung über meine Zukunft ist definitiv nicht gefallen. Der Stand ist der gleiche wie in den letzten Wochen. Ich rede weiter mit Niki Lauda über meine Rolle im Team."

Der Österreicher versucht seit geraumer Zeit Brawn zum Bleiben zu bewegen. Lauda hat gemerkt, was er an dem 58-jährigen Engländer mit der Bierruhe hat. Brawn ist ein Garant dafür, dass der Aufwärtstrend bei Mercedes anhält. Er ist die Vaterfigur und Respektsperson für ein Team, das nach ständigen Besitzerwechseln von BAR über Honda und BrawnGP zu Mercedes lange keine Heimat fand.

Und Ross Brawn ist der Mann für schwierige Fälle. "Es war erste Klasse, wie sich Ross bei dem Tribunal wegen des Reifentests in Barcelona aus der Affäre gezogen hat. Den bringt wirklich nichts aus der Ruhe", lobte Lauda zuletzt.

Zu viele Köche verderben den Brei

Ross Brawn ist ein Racer, der das Geschäft von der Pike aus gelernt hat. Er zehrt von 35 Jahren Erfahrung. Toto Wolff und Paddy Lowe, seine Mitstreiter in der Mercedes-Führung, kommen zusammen nicht auf annähernd viele Berufsjahre. Die Aufteilung der Verantwortung an der Spitze des Rennstalls ist ein Thema, das Brawn umtreibt. Er weiß: Viele Köche verderben den Brei.

Am Ende kann es nur einen Chef geben. Wer das sein muss, ist klar. Und darin geht es vermutlich auch in den Gesprächen mit Lauda. Mercedes hat sich in diesem Jahr enorm gesteigert, doch es gab auch einige sprunghafte Entscheidungen, die so nicht abgelaufen wären, hätte nur einer das Sagen gehabt.

Brawn ist keiner, der bei Fehlern auf andere mit dem Finger zeigt und gleich die Peitsche rausholt. Sein Credo: "Du musst sicherstellen, dass sich der Fehler nie wiederholt, indem du das Übel bei der Wurzel packst. Es bringt nichts, die zu kritisieren, die einen Fehler gemacht haben. So bringst du nur Leute gegen dich auf. Ein Team funktioniert wie ein Uhrwerk. Deshalb braucht die Formel 1 immer einen langfristigen Denkansatz."

Auch ein Jahr Pause als Option für Brawn

Gut möglich, dass die Gerüchte gezielt gestreut wurden, um Fakten zu schaffen. Oder um bestimmte Leute aus der Reserve zu locken. Brawn hat noch nicht einmal für sich selbst eine Entscheidung getroffen, weil erst einmal klar sein muss, was seine beiden Mitstreiter wirklich wollen. "Meine Entscheidung hat Zeit bis zum Winter", beruhigt Brawn jene, die das Thema eilig vom Tisch haben wollen.

Sollten sich die Wege von Mercedes und ihm tatsächlich trennen, dann könnte auch wieder ein Jahr Pause im Raum stehen. "Ich bin keiner, der von heute auf morgen Entscheidungen trifft. Sollte ich mich anderweitig orientieren, dann würde ich mir das sehr gut überlegen und die Optionen genau durchspielen. Das braucht Zeit. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ich eine Pause einlege."

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