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Ross Brawn

"Wir hatten nichts zu verlieren"

GP Brasilien 2009 Foto: dpa 68 Bilder

Nach dem Gewinn beider Titel in der Formel 1 spricht Ross Brawn vom besten Jahr seiner Karriere. Dabei war das Brawn-Märchen nach dem Honda-Ausstieg im Dezember noch nicht abzusehen. Laut Brawn haben viele Dinge zum Erfolg beigetragen.

10.11.2009 Tobias Grüner

Der Aufstieg von Brawn GP war die Story des Jahres. Nach dem Ausstieg von Honda erlebte der totgesagte Rennstall aus Brackley eine Wiederauferstehung, die in der Geschichte der Formel 1 ihresgleichen sucht. Ein Rennen vor Saisonende waren der Konstrukteurspokal und der Fahrer-WM-Titel für Jenson Button bereits gesichert.

Ingenieure können stolz sein

"Unser Erfolg war eine Kombination vieler Faktoren", erklärt Teamchef Ross Brawn die Märchensaison gegenüber "Formula1.com". "Die neuen Regeln hatten eine große Bedeutung, und die Tatsache, dass wir schon lange am Auto gearbeitet haben, hat sich ebenfalls ausgezahlt. Am meisten bin ich aber über dien Einbau des neuen Motors stolz. Dass der Wechsel zu Mercedes zu diesem späten Zeitpunkt nicht das ganz Programm durcheinandergebracht hat, darüber können unsere und die Mercedes-Ingenieure wirklich stolz sein."

Die Entscheidung, das Team in Eigenregie weiterzuführen, wurde am Ende belohnt. Dabei spielt Brawn das Risiko der Übernahme herunter. "Die Situation konnte ja gar nicht schlechter werden, als dass Honda den Rennstall schließt. Selbst wenn wir nur ein Jahr weitergemacht hätten, wäre nichts verloren. Unsere Mannschaft war geschützt. Wir hatten nichts zu verlieren und viel zu gewinnen. Wir hatten Glück und haben jede Menge gewonnen."

Starker Endspurt sichert die Titel

Nach dem sensationellen Beginn mit sechs Siegen in sieben Rennen gab es zur Mitte der Saison allerdings eine leichte Schwächeperiode. Für Brawn kein Grund zur Panik. "Das lag an dem enormen Aufwand, den unser Team im Winter betrieben hat. Wir mussten die Mannschaft im März verkleinern. Das hatte alles dazu beigetragen. Wichtig war, dass wir gegen Ende des Jahres noch einmal zurückgeschlagen haben. Nach meiner Erfahrung haben alle Teams im Laufe einer Saison Höhen und Tiefen. Wir haben es geschafft, uns noch einmal aufzuraffen."

Der Erfolg des Teams trug auch den Namen des neuen Weltmeisters. Jenson Button sei nach Ansicht von Ross Brawn ein völlig verdienter Weltmeister. "Im Qualifying hat es überraschenderweise nicht immer ganz hingehauen, aber seine Leistungen im Rennen waren außergewöhnlich. Wenn man zehn Jahre in der Formel 1 fährt und dabei nur ein Rennen gewonnen hat, dann ist das eine völlig neue Situation, wenn man plötzlich um den Titel kämpft. Es ist nicht einfach damit umzugehen", lobt Brawn seinen Starpiloten.

"Der größte Erfolg in meiner Karriere"

Auch für Ross Brawn perönlich war es eine Rückkehr auf die Erfolgsspur nach dem ersten mageren Jahr mit Honda. "Manchmal sage ich zu meiner Frau, das wir diese Zeiten genießen müssen, weil sie die besten unseres Lebens sein könnten. Ich habe das schon 2000, 2001 und 2004 gesagt. Als ich bei Ferrari aufgehört haben, dachte ich, dass es der Höhepunkt meiner Karriere sei. Dass es einfach nicht besser werden kann. Erstaunlicherweise ist es das nun doch geworden. Das habe ich so nie erwartet und auch nicht geplant. Meine Ferrari-Zeit war unvergesslich und sensationell, aber was wir in diesem Jahr erreicht haben, übertrifft das noch. Es ist definitiv der größte Erfolg meiner Karriere."

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