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Rubens Barrichello

Abenteuerliche Reise nach Australien

Webber und Barrichello Foto: xpb 11 Bilder

Rubens Barrichello hätte seinen 305. GP-Start um ein Haar verschieben müssen. Der Brasilianer hing 24 Stunden am Flughafen von Buenos Aires fest und hatte sich schon abenteuerliche Ersatzrouten nach Melbourne ausgedacht.

24.03.2011 Michael Schmidt

Am Anfang lief alles nach Plan. Rubens Barrichello sprang in Sao Paulo in seinen Privatjet und flog nach Buenos Aires. Von dort wollte er mit der australischen Fluglinie Qantas nach Melbourne fliegen. Doch als es losgehen sollte, wurde der Flughafen zugesperrt.

"Da gab es ein Problem mit dem Kontrollturm. Das Dumme war, dass ich auch mit meinem eigenen Flugzeug nicht mehr von dort weggekommen wäre." In seiner Not rief Barrichello Kollegen an. "Ich fragte Mark Webber, ob er wüsste, wie ich sonst noch von Argentinien nach Australien komme. Mir lief langsam die Zeit davon."

Kein Jetlag trotz später Ankunft

Barrichello surfte im Internet und fand schließlich eine Lösung. Mit dem Taxi an den Hafen von Buenos Aires. Von dort mit der Fähre in dreieinhalb Stunden über den Rio de la Plata nach Montevideo. Dann mit dem Flugzeug nach Santiago de Chile und über den Pazifik via Neuseeland nach Melbourne.

Barrichello war schon am Taxistand, als man ihm sagte: "Am Abend macht der Flughafen wieder auf. Du kannst mit der gleichen Maschine fliegen, nur 24 Stunden später." Der dienstälteste Fahrer kam schließlich am Donnerstagmorgen in Melbourne an. "Ich habe nicht mal Jetlag", freute sich Barrichello. "Nach dem ganz Hickhack habe ich auf der Pazifik-Überquerung 13 Stunden am Stück geschlafen."

Pirelli-Reifen bereiten Probleme

Barrichello geht in seine 19. Saison und ist so heiß wie in seinem ersten Jahr 1993. Vier Reifenfirmen hat der 38-jährige Brasilianer kennengelernt und kann deshalb gut vergleichen. "Die extremsten Reifen waren die Michelins. Sie hatten einen ganz kleinen Arbeitsbereich. Wenn du da drin warst, lief der Reifen super. Außerhalb dieses Bereiches ging gar nichts."

Bei Pirelli müsse man differenzieren: "Auf eine Runde sind sie einfach zu lesen. Über die Distanz ist es schwierig, die Reifen in Schuss zu halten. Wenn dein Auto übersteuert, dann kannst du machen was du willst, der Hinterreifen ist irgendwann über den Berg. Selbst bei schonendster Fahrweise holst du höchstens eine halbe Runde raus. Das gleiche gilt für den Vorderreifen, wenn das Auto untersteuert. Bei einem neutral balancierten Auto kannst du mit dem Fahrstil das Abnutzen der Reifen vielleicht ein bis zwei Runden hinauszögern."

25 Knöpfe mehr als vor 18 Jahren

Auf die Frage nach der Belastung für den Fahrer durch die zusätzlichen Funktionen am Lenkrad (KERS, Heckflügel) verweist Barrichello auf das Zitat eines Kollegen. "Ich finde, am besten hat es Vitaly Petrov erklärt. Es ist so, als ob du gleichzeitig Spiegeleier brätst, telefonierst und dir die Schuhe zubindest."

Der dienstälteste Fahrer erinnert sich an die Zeit in seinem Jordan vor 18 Jahren zurück: "Da hatte mein Lenkrad genau einen Knopf. Es war der Schalter für den Funk. Heute habe ich 26 Knöpfe auf dem Lenkrad."

Die große Herausforderung ist nach Einschätzung von Barrichello nicht das Bedienen der unterschiedlichen Funktionen, sondern der zeitgleiche Check des Displays. "Ich hatte nach einer Rennsimulation bei den Testfahrten richtig Kopfweh. Dein Blick geht dauernd von der Straße auf die Anzeige auf dem Lenkrad. Nicht nur wegen dem Licht, das den Einsatz des Heckflügels erlaubt. Auch wegen KERS müssen wir laufend den letzten Stand abrufen. Der Computer sagt mir, wie viel Zeit von den 6,7 Sekunden noch übrigbleibt. Das muss ich dann mit dem Wert abgleichen, den die Simulation als optimal errechnet hat."

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